„Höhle der Löwen“: Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Produkten
„Höhle der Löwen“: Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen ProduktenFoto-Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

„Höhle der Löwen“: Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Produkten

News Team
Beitrag von News Team

Wer kennt sie mittlerweile nicht, die VOX-Sendung „Höhle der Löwen“. Eine Handvoll Investoren lässt sich Produkte von unbekannten Entwicklern vorführen, die innovative Ideen zu haben scheinen. Wer es dienstagabends in die Sendung schafft, sieht am Morgen danach seine Produkte in den Regalen vieler bekannter Geschäfte. Doch was für die Entwickler sich wie ein Traum anhört, kann für Verbraucher schnell zum Alptraum werden.

Denn auch Produkte, die in der Sendung durchgefallen sind, dürfen einen Tag nach der Ausstrahlung mit in die Regale - und sogar das goldene Löwen-Logo „Bekannt aus der VOX Gründer-Show“ zeigen. Ein Beispiel dafür ist „DasKaugummi“, ein zuckerfreies Produkt, das auf ungewöhnliche Geschmacksrichtungen wie Orange/Ingwer setzt und das mittlerweile heftige Kritiker hat: „Viel zu teuer!“ oder gar „widerlich“ heißt es in den durchwachsenen Kommentaren.

Solch harsche Verdikte treffen aber auch Artikel, für die ein „Deal“ in der Sendung zustande kam. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fand auf Anhieb zehn Löwen-Produkte beim Branchenprimus Amazon mit miesen Bewertungen und insgesamt Hunderten böser Kommentare. Darunter der Reparaturstift „Blufixx“ („Müll“) oder die „Abflussfee“, ein Verschlusstopfen mit Duftstein („Reinfall“).



Auch „Protect Pax“ ist so ein Fall. Der flüssige Displayschutz für Handys warb 2017 vollmundig mit „100 Prozent Bruch-und Kratzsicherheit“ selbst bei Hammerschlägen. „SternTV“ nahm das beim Wort - und zerdepperte vor laufender Kamera das Display eines mit Protect Pax behandelten Smartphones. Der Hersteller musste schließlich die Werbung ändern, Discounter Aldi und andere Händler verbannten die Packungen aus den Filialen.


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Intransparente Verkaufsstrategie

Für Unmut sorgt auch eine Verkaufsstrategie, die zu Lasten der Verbraucher geht. Denn je nach Händler können die Preise der Produkte stark variieren. Neben eBay vertickte der offizielle Löwen-Shop sein Sortiment auch auf dem Marketplace von Amazon. Bei einem Vergleich der jeweiligen Preise wurden die Tester von den Unterschieden überrascht: wohlgemerkt, bei  identischen Artikeln. Beim „Blinkerhandschuh“ beispielsweise waren das immerhin zehn Euro.

Bei all dem wundert es nicht, dass so manche Höhle-der-Löwen-Fabel als Horrorstory sowohl für Gründer als für auch Verbraucher endet: Artikel landen auf Wühltischen und in Grabbelecken. Ein Schicksal, das auch den rutschfesten Hundenapf „Yumminator M“ (UVP 27,99 Euro) traf, den Aldi-Süd erst kürzlich für 5,29 Euro verschleuderte. Wer dabei sofort zugreift, muss seine Neugier oft mit hohen Preisen und auch Enttäuschungen bezahlen.