Symbolbild: "Mehrheit unserer Smart-Geräte infiziert!"
Symbolbild: "Mehrheit unserer Smart-Geräte infiziert!"Foto-Quelle: Pixabay

BSI-Chef schlägt Alarm: Großteil unserer modernen Elektro-Geräte ist durch Viren infiziert

News Team
Beitrag von News Team

Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, warnt vor der Gefahr durch unentdeckte Viren. Eine Mehrheit der von uns alltäglich genutzten Geräte, die über einen Internetanschluss verfügten, sei womöglich mit Schadsoftware infiziert. Ohne dass wir es bemerkten, könnten Hacker die Steuerung über elektronische Geräte, wie das Smartphone oder den Smart-TV, übernehmen - mit verheerenden Folgen.

Wir haben unter Umständen eine Vielzahl von Viren auf unseren Geräten, ohne dass wir es wahrnehmen

In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärt der Sicherheitsexperte die prekäre Lage. Es sei entscheidend, ob die installierte Schadsoftware eine Steuerung des Gerätes durch dritte zulässt.

Laut dem BSI-Präsidenten seien nicht nur Smartphones, Tablets oder PCs gefährdet. Alle potentiell internetfähigen Geräte seien betroffen - So auch smarte Küchengeräte, der Fernseher oder die smarte Armbanduhr. "Teilweise sind die Sicherheitsvorrichtungen dort rudimentär, von daher gehe ich davon aus, dass die Mehrzahl internetfähiger Geräte durch Viren, Trojaner oder sonstige Schadsoftwarevarianten infiziert ist", so Schönbohm.

Es mangele an Sicherheitsstandards. "Wir haben extrem viele Geräte im Bereich des Internets der Dinge, die nicht sicher auf den Markt kommen", sagt er. Hersteller reagierten bei Nachfrage ablehnend. Es fehlte an Zeit und Geld für die Implementierung weiterer Sicherheitsvorkehrungen. Doch Schönbohm zeigt sich zuversichtlich, dass Hersteller für die Sicherheit ihrer Geräte irgendwann haften müssten. "Es ist nicht vermittelbar, dass Hersteller, Dienstanbieter oder Provider in der digitalen Welt immer auf die Komplexität des Sachverhalts verweisen und der Kunde hilflos bleibt. Aber auch der Kunde ist hier gefragt, die Verbraucher müssen IT-Sicherheit einfordern." Verbandsklagen durch Verbraucherzentralen oder andere, könnten laut Schönbohm zur Besserung der Sicherheitslage im IT-Bereich führen.

Weiter im Interview setzt sich Schönbohm für einen Ausbau der Fähigkeiten zur Cyber-Kriegsführung ein und fordert, dass "ein Land der Bedeutung und Größe Deutschlands" über die Fähigkeit zum einen Gegenangriff verfügen müsse. Derzeit diskutiert auch der Bundestag über die Möglichkeiten dazu. Wann und wer sie einsetzen dürfe sei eines der Themen, die die Politik entscheiden müsse. Technisch gesehen gäbe "es einige wenige Institutionen, die das können." Dazu zählt Schönbohm auch das BSI.

Deutschland hätte auch die Möglichkeit Vorreiter beim Einsatz künstlicher Intelligenz zu werden, so der BSI-Chef. "Was ich bislang gesehen habe, sind gute Ansätze und viel Marketing. Wir sind aber auf einem guten Weg, in Deutschland eine Speerspitze zu sein. Wir wissen, was wir tun wollen und wie das Tagewerk aussehen soll. Das wird jetzt umgesetzt, braucht aber seine Zeit."

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