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Zum sympathischen Hetz-Kommentator in 10 Schritten

Von wize.life-Nutzer - Montag, 29.04.2019 - 20:08 Uhr

[Im Netz gefunden bei kontrageil.de]

Schon etwas älter, aber immer noch gültig.
Etwas globaler vielleicht: "Das Fremde" ist immer noch der Grund, warum Deutschland langsam, aber sicher in den Abgrund rauscht, warum wir bald alle nichts mehr zu lachen haben und schlussendlich untergehen werden!

Aufgepasst, hier geht's los:

1. Verbrenne Deinen Duden

Rechtschreibung und Grammatik brauchst Du jetzt nicht mehr, schließlich bist Du in wichtiger Mission unterwegs und hast keine Zeit Dich mit unwichtigen Dingen wie der korrekten Verwendung der deutschen Sprache auf zu halten.

2. Du weißt alles!

Mache Dir klar, dass Du und nur Du allein verstanden hast, wie die Welt funktioniert.
In Deiner 4-jährigen Schulbildung hat man Dir alles beigebracht was Du wissen musst. Nur Du weißt wie der Hase läuft – Du.Bist.Erleuchtet.
Aber sei Dir bewusst: Da oben ist es einsam. Du gehörst zur missverstandenen Minderheit – Die Gesellschaft wird Dich an den rechten Rand drängen und ausgrenzen – Ja sie wird Dich geradezu diskriminieren.

3. Werde Teil einer gefühlten Mehrheit.

Suche Dir Gleichgesinnte, die Dir für Hetz-Kommentare Applaus spenden, die Dir uneingeschränkt zustimmen. Diese ebenfalls Erleuchteten findest Du auf Facebook in diversen Gruppen oder direkt bei der Nazi-Partei Deines Vertrauens. Diese Gruppierungen geben Dir das wohlige Gefühl, die Meinung einer Mehrheit zu vertreten.

4. Der innere Kern

Jeder Hetzkommentar braucht einen Betreff. Hierzu stehen Dir 4 Grundthemen zur Verfügung:
– Flüchtlinge besitzen ein Smartphone
– Flüchtlinge sind alles Männer
– Flüchtlinge produzieren Müll
– Flüchtlinge sind kriminell

5. Dein erster Hetzkommentar

Es ist soweit – Du bist bereit für Deinen ersten Hetz-Kommentar.
Konzentriere Dich am Anfang auf ein Thema! Später kannst Du diese 4 Grundthemen gerne vermischen und so einen Sammel-Hetz-Kommentar verfassen – Dies gilt aber als Königsdisziplin.
Um Deine Glaubwürdigkeit zu untermauern, achte auf möglichst viele Rechtschreibfehler (Alleine schon, um nicht gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards zu verstoßen!).
Lass Deinem Hass freien Lauf, mache nicht nur Deine Abscheu und Deinen Ekel gegenüber Flüchtlingen deutlich, sondern auch Deine Verwunderung darüber, dass der Rest von Deutschland das so nicht erkennt.

6. Feedback

Mache Dich auf eine Flut von Kommentaren gefasst, die Dich als 'Nazi', 'Rechtsradikaler' oder einfach nur Idiot betiteln und versuchen mit sachlichen Argumenten Deine Ausgangsthese zu widerlegen.
Lass Dich nicht beirren! Du.Hast.Recht! Beschimpfe alle mit anderer Meinung und wiederhole dabei Deine Grundthese.

7. Kommentiere alles!

Verpacke Deine Hetz-Posts auch als Kommentare unter vermeintlich themenfremden Artikeln.
So kannst Du zum Beispiel unter die Meldung, dass im Zoo ein Seehundbaby gestorben ist, auch einen prima Anti-Flüchtlingskommentar platzieren im Stile von „thypish, da arme Sehunbaaby woltete keina retten, helfe wol ale im Flüchtlingslagern“

8. Erfinde Geschichten.

Besonders die „Kriminalitäts-These“ lässt sich nur sehr schwer belegen.
Lass Dich davon nicht abhalten, trotzdem darüber zu schreiben. Erfinde einfach eine Geschichte von einer Freundin, die von Flüchtlingen vergewaltigt wurde.
Oder von Flüchtlingen, die vor Deinen Augen einen Drogeriemarkt ausgeraubt haben und alle Anwesenden erschossen haben. (Nur Dich haben sie verschont, damit Du über ihre Tat berichten kannst)
Damit niemand Deiner Gegner auf dumme Ideen kommt, schließe diese Geschichte damit ab, dass die Polizei jedem Augenzeugen Schweigegeld gezahlt hat und nur Du den Mut hast, dies öffentlich zu machen (Das hast Du natürlich mit eigenen Augen gesehen – Oder zumindest mit eigenen Augen auf anderen Facebook-Profilen gelesen)

9. Manipuliere Bilder

Du musst kein Grafiker sein, die Fotomontage muss auch nicht gut aussehen oder Sinn ergeben. Deine „Freunde“ werden dich bejubeln, egal wie ranzig das Bild ist – Und Deine Widersacher werden es nicht glauben, egal wie gut es gemacht ist.

10. Übe das! Fühle dich episch!

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6 Kommentare

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Sooo zutreffend!
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Muhaaaaaaaaa
Ich hab direkt einige Namen vor Augen.
Beim lesen des Textes hat es bei mir auch andauernd "plop" gemacht
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Passt
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auch wenn ich keine Lehrerin bin, kriegst Du dafür eine 1 mit*
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Suuuuper, sehr gut geschrieben
DAS fand ich auch: Kurz, knapp, trocken!
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wie klasse ist das denn
Nicht wahr?
Und ganz zum Schluss: "Fühle dich episch!"

Ich möchte mich auch mal episch fühlen....
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