wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Rote Damenstiefel - sie wurden neben zahlreichen weiteren Bekleidungsstücken ...

Göhrde-Morde: Waren Serienmörder und sein Komplize in ganz Deutschland unterwegs?

Von News Team - Mittwoch, 08.05.2019 - 13:35 Uhr

Die spektakuläre Mordserie schien aufgeklärt, die 1989 die Region Lüneburg erschütterte. Als „Göhrde-Mörder“ soll der ehemalige Friedhofsgärtner Kurt-Werner Wichmann zwei Liebespaare in dem Waldgebiet Göhrde getötet und im selben Jahr eine 41-jährige Frau umgebracht haben.

Doch jetzt zeigt sich: Eine Vielzahl weiterer Morde könnten auf das Konto des verstorbenen Lüneburgers gehen. Nicht nur in Niedersachsen, in ganz Deutschland.

Und: Die Polizei geht davon aus, dass Kurt-Werner Wichmann einen Komplizen hatte, der noch lebt.

Lesen Sie auch:

Polizei gräbt Grund des Friedhofsgärtners um: Hat Kurt-Werner Wichmann über 20 Mal gemordet?


Jetzt haben die Lüneburger Ermittler auf einer Webseite im Internet Fotos von zahlreichen Gegenständen veröffentlicht, die im vergangenen Frühjahr bei einer groß angelegten Ausgrabung der Polizei auf dem Grundstück des Friedhofsgärtners und in seinem Haus gefunden worden waren.

Zu Lebzeiten soll der Friedhofsgärtner auf seinem Grundstück ein Auto vergraben haben. Die Polizei vermutet, dass er darin eine Leiche transportiert hat
Polizeidirektion LüneburgZu Lebzeiten soll der Friedhofsgärtner auf seinem Grundstück ein Auto vergraben haben. Die Polizei vermutet, dass er darin eine Leiche transportiert hat

Insgesamt fast 400 Gegenstände stellten die Ermittler sicher, ein Teil davon ist jetzt im Internet zu sehen.

Wer erkennt einen der vergrabenen Gegenstände?

Darunter sind Kleidungsstücke, Handtaschen, Schuhe. Aber auch die Reste eines Autos, Nummernschilder.

Die Polizei hoffe, dass sich „Menschen melden, die sagen: Das könnte der Schuh meiner vermissten Angehörigen sein“, sagte Jürgen Schubbert, Leiter der Ermittlungsgruppe „Göhrde“, bei der Vorstellung der Asservate.

Mordermittler aus ganz Deutschland eingeschaltet

Inzwischen haben die Lüneburger Ermittler Polizeidienststellen in ganz Deutschland eingeschaltet, mit Informationen zu dem Fall und einem Täterprofil versorgt und darum gebeten, ungeklärte Mordfälle und andere Verbrechen auf Verbindungen zu den Göhrde-Morden und dem mutmaßlichen Täter zu prüfen.

Das Ergebnis: Insgesamt 236 ungeklärte Tötungsdelikte und Vergewaltigungen aus dem gesamten Bundesgebiet haben Ermittler den Lüneburger Kollegen bis Dienstag (7. Mai 2019) gemeldet.

Im Video:

10 Serienmörder, die dir Albträume machen!

Bei einigen konnte bereits ausgeschlossen werden, dass der Friedhofsgärtner damit etwas zu tun gehabt hatte. Doch in rund 200 Fällen könnte laut Spiegel Online Kurt-Werner Wichmann der Täter sein.

Den mutmaßlichen Täter selbst können die Ermittler zu den Vorwürfen nicht mehr befragen: Er hatte sich 1993 in der Untersuchungshaft erhängt. Ins Gefängnis gekommen war der damals 43-Jährige, weil nach einem Verkehrsunfall in seinem Kofferraum Waffenteile und Munition gefunden worden waren.

Im vorigen Frühling hat die Polizei das Grundstück des Tatverdächtigen umgegraben
Polizeidirektion LüneburgIm vorigen Frühling hat die Polizei das Grundstück des Tatverdächtigen umgegraben

Doch ein weiterer Tatverdächtiger lebt noch. Die Ermittler vermuten, dass er zusammen mit Wichmann die Göhrde-Morde und womöglich weitere Verbrechen begangen hat.

Die Ermittler haben diesen möglichen Mittäter bereits identifziert. Der jedoch schweigt und will nicht mit der Polizei sprechen, wie er über einen Anwalt mitteilen ließ.

Leiche in Wohnhaus einbetoniert

Die Polizisten der Ermittlungsgruppe „Göhrde“ gehen davon aus, dass die beiden zwei Paare umgebracht haben. Die beiden Frauen und ihre Männer waren 1989 kurz hintereinander tot in dem Forst gefunden worden.

Im Sommer desselben Jahres verschwand auch die 41-jährige Birgit M. aus Lüneburg. Fast 30 Jahre lang fehlte von ihr jede Spur. Erst 2017 wurde ihre Leiche im Rahmen einer privaten Ermittlung von Angehörigen der Frau gefunden, einbetoniert im ehemaligen Wohnhaus des Friedhofsgärtners Kurt-Werner Wichmann.

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren