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Auftragsmord an chinesischem Dissidenten? Mann nach Notlandung am Münchner F ...

Auftragsmord an chinesischem Dissidenten? Mann nach Notlandung am Münchner Flughafen tot

Von News Team - Mittwoch, 15.05.2019 - 12:06 Uhr

Erding/Landshut (Bayern). Nach dem Tod des chinesischen Dissidenten Zhang Jiang in einem Erdinger Krankenhaus ermittelt die bayerische Polizei nun wegen des Verdachts auf einen Mordauftrag. Auf dem Weg von Oman nach Paris im April hatte der 48-Jährige aus gesundheitlichen Gründen um eine Notlandung am Münchner Flughafen gebeten.

Nach der Notlandung wurde Jiang umgehend ins Klinikum Freising eingeliefert. Zunächst gingen die Ärzte von einer Vergiftung aus: „Der Mann ist an einer Blutvergiftung, die mehrere Organe irreversibel angegriffen hatte, gestorben“, teilte ein Polizeisprecher Ende April mit. Für die Behörden war der Fall damit erledigt, und der Leichnam wurde zur Bestattung freigegeben.

Kurz vor dem endgültigen Abschied meldete sich jedoch ein Hinweisgeber aus dem Kreis der Familie des Toten: Der 48-Jährige habe in führender Rolle an den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking im Jahr 1989 teilgenommen. Dem Zeugen zufolge könnte Jiang daher mittels eines Giftanschlags ermordet worden sein.

Neue Obduktion in Sicht

Nach dem Zeugenhinweis stoppte das Landgericht in Landshut auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Bestattung der Leiche: „Wir haben sofort die Beschlagnahmung der sterblichen Überreste angeordnet, direkt beim Bestatter“, teilte ein Gerichtssprecher mit. Nun soll ein Richter entscheiden, ob der Leichnam nach Griftrückständen oder radioaktiver Belastung untersucht werden soll.

„Im Moment gehen wir noch nicht von einem Verbrechen aus, sondern von einer ungeklärten Todesursache“, sagte der Polizeisprecher. Nach Aussagen der Direktorin der US-amerikanischen Wei-Jingsheng-Stiftung zur Förderung von Menschenrechten in China soll bei Jiang wie schon bei anderen ermordeten chinesischen Dissidenten ein Leberabszess entdeckt worden sein.

Wann mit einem Obduktionsergebnis gerechnet werden kann, ist derzeit unklar. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnte die Untersuchung mehrere Wochen dauern.

Über dieses Thema hatte zuerst der „Münchner Merkur“ berichtet.

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