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Wien: Leichenfund in Wohnung - Mutter ließ Töchter offenbar verhungern

Wien: Leichenfund in Wohnung - Mutter ließ Töchter offenbar verhungern

Von News Team - Donnerstag, 23.05.2019 - 18:16 Uhr

Wien. Nach der Entdeckung dreier Leichen vor wenigen Tagen in einer Wohnung im Stadtteil Florisdorf meldet sich die Polizei nun mit weiteren Details zu dem Fall: Die Obduktion ergab, dass die 45-jährige Mutter und die beiden Töchter im Alter von 18 Jahren zu Tode hungerten. Der Todeszeitpunkt liegt demnach zwischen Ende März und Anfang April 2019.

„Eine toxikologische Untersuchung ergab keine Spuren einer Vergiftung“, teilte ein Polizeisprecher mit. Vieles deute daraufhin, dass die Tragödie mit einer psychologischen Erkrankung der Mutter zusammenhänge. Ob die jungen Frauen freiwillig verhungerten oder von der Mutter dazu gezwungen wurden, sei noch Zustand der Ermittlungen. Ein Gewaltverbrechen hatten die Ermittler bereits ausgeschlossen.

Es sehe aber so aus, so der Polizeisprecher weiter, „als wenn das beabsichtigt gewesen, freiwillig gemacht oder in Kauf genommen worden wäre“. Ein konkretes Motiv gebe es bislang allerdings nicht. In der Wohnung der Frauen in der Werndlgasse hatten die Ermittler keine Nahrungsmittel finden können, auch ein Abschiedsbrief hätten die Frauen laut Polizei nicht hinterlassen.

(Fortsetzung des Artikels nach dem Video)

IM VIDEO | Wien: Mädchen und Mutter verhungert

„Schüchterne Kinder“

Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Wiener Kinder- und Jugendhilfe waren die Töchter „schüchterne Kinder, ruhige Mädchen in der Pubertät“. In der Schule seien sie als Integrationskinder geführt worden, dabei soll eine nicht näher erläuterte „Entwicklungverzögerung“ eine Rolle gespielt haben. Als die Mädchen im Herbst 2016 16 Jahre alt wurden und die Schule deshalb nicht mehr besuchen mussten, meldete die Mutter sie ab.

Erst im Dezember desselben Jahres kam die Familie dann in Kontakt mit der Behörde. Die Betreuung der Mädchen durch Mitarbeiter des Jugendamts endete jedoch wenige Monat später, im März 2017, ohne dass die Betreuer eine „Notwendigkeit für weitere Maßnahmen“ gesehen hätten. Das Amt wurde ab diesem Punkt lediglich Ansprechpartner der Familie - eine Stütze für die Zukunft, falls erwünscht.

Zwillinge wohl nicht hilflos

Dass die Mädchen an einer schweren Beeinträchtigung geistiger oder psychischer Art gelitten hätten, davon soll niemals die Rede gewesen sein. „Es gab nichts in der Wahrnehmung der Kolleginnen“, sagte eine Mitarbeiterin des Jugendamts. Ob die Mutter später finanzielle Probleme bekam, wissen die Mitarbeiter nicht. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die Betreuung durch das Jugendamt im Frühjahr 2017 endete.

Die Ermittlungen der Polizei zum Motiv und zu den Hintergründen der Tat dauern an.

Über dieses Thema hatte zuerst die österreichische „Kronen-Zeitung“ berichtet.

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