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Auf der Flucht vor dem Terror: Bundespolizei entdeckt vier Mädchen aus Somal ...

Auf der Flucht vor dem Terror: Bundespolizei entdeckt vier Mädchen aus Somalia in Fernbus

Von News Team - Dienstag, 28.05.2019 - 17:42 Uhr

Aus Angst vor Terror und der drohenden Zwangsheirat werden vier Mädchen aus Somalia von ihren Familien ins Ausland geschickt. Wochenlang sind die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren unterwegs - in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Im bayerischen Rosenheim endete vor wenigen Tagen ihre Reise nach einer Kontrolle auf der A93.

Sie berichten den Bundespolizisten, dass ihnen und ihren Familien in der Heimat die Terrororganisation Al-Shabab zugesetzt habe. Die Jugendlichen sollten Koranschulen besuchen und mit fremden Männern verheiratet werden. Eine von ihnen erzählt, sie sei einmal zusammen mit ihrer Schwester entführt worden, um zwangsverheiratet zu werden. Während der Entführung sei die Schwester ums Leben gekommen, sie selbst an die Familie zurückgeschickt worden.

Um einem Leben in Gefangenschaft zu entkommen, müssen die Mädchen das Land verlassen. Für die Schleusungen zahlen ihre Familien bis zu 7000 Euro. Ihr Weg führt sie über die Türkei zunächst nach Griechenland, dann weiter auf die italienische Halbinsel. Begleitet werden die Jugendlichen immer von fremden Männern. Einmal in Rom angekommen, müssen sie weitere 150 bis 500 Euro ausgeben, dann erhalten sie falsche Pässe und Bustickets. Die letzte Etappe ihrer Reise beginnt.

(Fortsetzung des Artikels nach dem Video)

IM VIDEO | Kaputte Kindheit: Inderin kämpft gegen Zwangsheiraten


Mit falschen Pässen unterwegs

Als sich die vier jungen Somalierinnen am vergangenen Sonntag bei einer Polizeikontrolle wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze zu Österreich ausweisen müssen, fliegt ihre Tarnung auf. Den Bundespolizisten im bayerischen Kiefersfelden entgeht nicht, dass es sich bei den Pässen mit jeweils belgischem, dänischem, finnischem und Schweizer Staatswappen um Fälschungen handelt. Die vier Mädchen müssen den italienischen Bus verlassen und werden nach Rosenheim gebracht.

Wie es für die Jugendlichen nun weitergeht, ist unklar. Nach ihrer Vernehmung am Sonntag wurden sie aufgrund ihres Alters in die Obhut des Jugendamts übergeben. Sie werden jetzt wohl einen Antrag auf Asyl stellen. In dem Fall prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, ob ihre Geschichte wahr ist. Am Ende wird entschieden, ob die Somalierinnen Aussicht auf eine Zukunft in Deutschland haben - oder doch in ihr Land zurückkehren müssen.

Wegen der gefälschten Pässen hat die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden Ermittlungen gegen die Schleuser aufgenommen.

2 Kommentare

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Die Mädchen haben Schutz verdient. Dafür kann man aber vier Nichtschutzbeduerftige in ihre Heimat abschieben.
Das sind alles nur Geschichten..... 7000 Euro hat die Familie gezahlt weil sie wissen, dass erst mal in Deutschland angekommen, Asyl beantragt wird und dann die ganze Familie nachkommen darf....
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