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Wie schlimm steht es um Jan Ullrich? Schweiger-Aussagen geben Anlass zu großer Sorge

News Team
05.08.2018, 11:20 Uhr
Beitrag von News Team

Er war einmal der Stolz eines ganzen Landes. Als Jan Ullrich 1997 mit 23 Jahren zum ersten Tour-de-France-Sieg eines Deutschen radelte, stand er auf einer Stufe mit Boris Becker, Steffi Graf, Michael Schumacher und Franz Beckenbauer. Doch diejenigen, die ihn damals hochjubelten, waren neun Jahre später die ersten, die ihn wegen des Dopingskandals, in den der komplette Radsport verwickelt war, verurteilten, beschimpften und aus der Gesellschaft ausschlossen. Darüber ist der sensible Familienvater nie hinweggekommen.


2010 wurde bei ihm ein Burn Out diagnostiziert. 2017 wanderte er mit seiner Familie auf seine Lieblingsinsel Mallorca aus. Nach der Trennung von Ehefrau Sara Anfang des Jahres scheint Ullrich jedoch die Kontrolle über sein Leben verloren zu haben. Bereits im Juni hatte der 44-Jährige gegenüber "Bunte" Probleme eingeräumt.

Mein Herz ist gebrochen, mein Knie ist kaputt. Ich bin ein Wrack.

Ullrich randaliert auf Schweigers Grundstück


Trauriger Höhepunkt des Ullrich-Absturzes am vergangenen Freitag. Die Radlegende soll auf das benachbarte Grundstück von Til Schweiger eingedrungen und einen Gast mit einem Besenstil bedroht haben, schreibt die "Bild"-Zeitung. Der Schauspieler alarmierte die Polizei, Ullrich wurde in Handschellen abgeführt, kam für einige Stunden ins Gefängnis.
Im Interview mit der "Bild am Sonntag" schlägt Ullrichs Nachbar und Freund, Til Schweiger, Alarm.

Ich bin davon überzeugt. Das einzige, was Jan helfen kann, ist, dass er zusammenbricht, sodass er dabei nicht stirbt, aber eingewiesen wird und einen Entzug macht.

Nur so könne er zu dem Menschen zurückkehren, der er eigentlich ist.

Nämlich ein herzensguter, liebenswerter, großzügiger Mensch, der seine Kinder abgöttisch liebt und seine Frau eigentlich auch.

Nur ein Entzug kann ihn retten


Bislang fehlt bei Ullrich jedoch das Eingeständnis, dass er Hilfe benötigt. Laut Schweiger hätten er und seine Freunde auf den früheren Tour de France Sieger mehrfach vergeblich eingeredet.

Er schläft maximal zwei Stunden pro Tag. Er nimmt massiv Amphetamine. Er sagt, er hat ADHS, und deshalb muss er sie nehmen. Er hat auch morgens um sechs Uhr angefangen Bier zu trinken. Er hat zwar wohl auch ein halbes Jahr lang gar nichts getrunken. Aber dann hat er wieder angefangen.

Wie alarmierend Ullrichs Zustand aktuell sein muss, zeigen auch die weiteren Schweiger-Aussagen.

Im März hat er meiner Tochter erzählt, er will den Weltrekord im Rauchen brechen. Mir hat er gesagt, er nimmt Kokain auf Rezept, denn Kokain ist für den Körper weniger schädlich als Amphetamine. Er hat ihr auch gesagt, er will nicht alt werden. Er will nur sein Geld durchbringen, seine Kinder sind abgesichert.

Auf diese versteckten Hilferuf hin habe Schweiger seinen Freund erneut zur Rede gestellt:

Es ist doch deine Verantwortung als Vater, dass du so alt wirst wie möglich. Deine Kinder lieben und brauchen dich. Seine Freunde und ich haben so oft auf ihn eingeredet. Du musst einen Entzug machen. Du verlierst dein ganzes Leben.

Ullrich darf sich Schweiger nicht mehr nähern


In den Tagen vor der Festnahme soll Ullrich immer wieder eine Schlägerei mit Schweiger provoziert haben, so dass der Schauspieler seinem Nachbarn keinen Zutritt mehr gewährte. Das wollte der Rad-Star aber nicht einfach so hinnehmen und kletterte über das Tor auf Schweigers Grundstück.

Ich habe gesagt: Jan, was du machst, ist Hausfriedensbruch. Geh sofort zurück. Dann haben wir uns eine halbe Stunde durchs Tor unterhalten. Noch mal sehr friedlich. Da fing er dann auch an zu weinen.

Kurz darauf eskalierte die Situation, Ullrich wurde in Handschellen abgeführt. Der 44-Jährige wurde unter Auflagen wieder freigelassen, bekam ein richterliches Annäherungsverbot und darf keinen Kontakt zu Schweiger aufnehmen. Außerdem muss er sich wegen "gewaltsamen Eindringens und Bedrohung" vor Gericht verantworten.

Bei einer Verurteilung drohen ihm laut "Bild am Sonntag" im schlimmsten Fall mehrere Jahre Haft. Es der traurige Tiefpunkt im Leben einer Sportlegende und es bleibt die Hoffnung, dass er das Ruder noch einmal herumreißen kann. Auch Til Schweiger würde ihm dann noch einmal verzeihen.

Ich bin der Erste, der ihm die Hand reicht, wenn er wieder sauber ist.

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