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Chemnitz: "2 Tote" und "28 Messerstiche" - gezielte Falschmeldungen im Internet

News Team
Beitrag von News Team

In Chemnitz waren am Sonntag circa 1000 Rechtsextreme durch die Stadt gezogen. Dabei kam es zu Ausschreitungen gegen Migranten und Polizisten. Inzwischen kursieren gezielte Falschmeldungen im Internet.

Update - Polizei erklärt: kein zweiter Todesfall


Den Ausschreitungen war eine Messerstecherei am Chemnitzer Stadtfest vorausgegangen, bei der in der Nacht auf Sonntag ein Mann getötet und zwei andere schwer verletzt worden. Eine ultrarechte Hooligan-Vereinigung hatte daraufhin in der Szene mobilisiert. Das Fest wurde deswegen abgebrochen.

Polizei: "Keinerlei Anhaltspunkte"


Für die Behauptung, das Opfer habe einer Frau, die von einer Männergruppe belästigt wurde, zur Hilfe eilen wollen, gibt es keine Hinweise. Es könnte sich stattdessen um eine Schutzbehauptung handeln. Die Polizei Sachsen erklärte auf Twitter, es gäbe "keinerlei Anhaltspunkte, dass eine Belästigung der Auseinandersetzung vorausging". Auch reißerische Meldungen, es habe inzwischen einen zweiten Toten gegeben entbehren jeglicher Grundlage. Angebliche makabere Details werden verbreitet. So soll der Tote "regelrecht abgeschlachtet" worden sein, wobei einige von 25 andere von 28 Stichverletzungen wissen wollen.

Video-Auswertung des Recherchekollektivs Dresden


In Videos von den Geschehnissen, ist zu hören, wie aus der Versammlung heraus aufgefordert wird, Ausländer zu töten und der Ruf: "Deutsch, sozial und national!" Teilweise sind auch gewalttätige Ausschreitungen gegen Migranten und Linke zu sehen.

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Im Video: 5000 Euro Belohnung ausgesetzt - Hooligan prügelte mit spitzer Brechstange auf Polizisten ein


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Fest steht bislang, dass ein Streit zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalitäten gegen 3.15 Uhr in der Brückenstraße auf Höhe der Tanzschule eskalierte. Drei Männer (33, 35 und 38 Jahre) mussten mit teils schweren Verletzungen ins Krankenhaus, wo der 35-Jährige kurz darauf starb. Die Angreifer flüchteten.

Abbruch aus Pietätsgründen


Zunächst hieß es, das Stadtfest solle trotz des tragischen Vorfalls in der Nacht fortgesetzt werden. Am Sonntagnachmittag gab der Veranstalter via Facebook den vorzeitigen Abbruch bekannt.

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag gab es in den frühen Morgenstunden eine Auseinandersetzung in der Chemnitzer Innenstadt. Dabei kam nach aktuellen Erkenntnissen ein Mensch ums Leben. Aus Pietätsgründen und aus Anteilnahme den Angehörigen gegenüber beenden wir als Veranstalter das Chemnitzer Stadtfest sofort.


Seit 16 Uhr ist das Stadtfest damit beendet. Sollten sich einzelne Standbesitzer nicht an die Vorgabe halten und über diesen Zeitpunkt hinaus weiter verkaufen, drohen laut "Wochenendspiegel" Strafen.

Polizei stellt zwei junge Männer


Die Polizei konnte im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen die Tatwaffe kurz nach der Tat hinter der Veranstaltungsbühne in der Brückenstraße finden. Die Ursache der Eskalation ist bislang unklar. Es wird wegen Verdachts des Totschlags ermittelt.

Am Sonntagvormittag stellten die Beamten zwei junge Männer (22 und 23 Jahre). Sprecherin Jana Ulbricht sagte der "Bild":
Ob sie in die Auseinandersetzung involviert waren, muss im Zuge weiterer Ermittlungen geklärt werden.
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