Mann in Chemnitz erstochen - Zwei Haftbefehle - Regierung: Werden Hetzjagd n ...
Mann in Chemnitz erstochen - Zwei Haftbefehle - Regierung: Werden Hetzjagd nicht dulden

Mann in Chemnitz erstochen - Zwei Haftbefehle - Regierung: Werden Hetzjagd nicht dulden

News Team
Beitrag von News Team

Die Bundesregierungen hat entschieden und mit Bestürzung auf die Hetzjagd von Chemnitz reagiert. Rechte hatten sich dort zusammengerottet und mit Parolen Ausländer verfolgt. Auslöser der rassistisch motivierten Unruhen war eine tödliche Messerstecherei gewesen.

UPDATE: Jetzt sprechen Polizei und Staatsanwaltschaft


Drei 33, 35 und 38 Jahre alte Männer wurden am Sonntag gegen 3.15 Uhr bei einer Messerstecherei in Chemnitz schwer verletzt, einer von ihnen starb später im Krankenhaus.
An der Brückenstraße kam es zuvor laut Polizei zu einem Streit zwischen bis zu zehn Personen unterschiedlicher Nationalitäten. Der Tote soll Deutsch-Kubaner sein, die beiden Schwerverletzten Deutsche mit russischem Hintergrund. Rechte Gruppen hatten verbreitet, dass sie eine Frau vor anderen Männern schützen wollten, als der Streit losbrach - das wurde von der Polizei dementiert.

Am Montag erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen zwei Tatverdächtige. Den Angaben zufolge handelt es sich um einen 23-jährigen Syrer und einen 22-jährigen Iraker.


Die Ermittlungen zum Ablauf der Tat und zum Motiv dauern an. Den Männern wird vorgeworfen "ohne rechtfertigenden Grund" auf die drei Männer eingestochen zu haben.


Inzwischen äußerte sich die Bundesregierung zu den schweren Unruhen.

„Was in Chemnitz stellenweise zu sehen war und was ja auch in Videos festgehalten wurde, das hat in unserem Rechtsstaat keinen Platz“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag.

"Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft oder der Versuch, Hass auf der Straße zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin."


Video: Eskalation in Chemnitz

Ein 35-jähriger Deutscher war in der Nacht auf Sonntag erstochen worden. Gerüchte, es geben einen weiteren Toten, hat die Polizei dementiert.

Rechte Gruppen scharten sich in Chemnitz und lösten Chaos in der Stadt aus. Die Verantwortlichen sahen sich gezwungen, das Stadtfest am Sonntag abzubrechen:

"In der Nacht vom Samstag zum Sonntag gab es in den frühen Morgenstunden eine Auseinandersetzung in der Chemnitzer Innenstadt. Dabei kam nach aktuellen Erkenntnissen ein Mensch ums Leben. Aus Pietätsgründen und aus Anteilnahme den Angehörigen gegenüber beenden wir als Veranstalter das Chemnitzer Stadtfest sofort.“

Am Abend eskalierten die Proteste. Auch für den Montag sind neue Kundgebungen angekündigt. Die Polizei ist in hoher Alarmbereitschaft.


Das Pressestatement der Polizei


Nach einem Tötungsdelikt in Chemnitz gab es in sozialen Medien mehrere Aufrufe, sich am Sonntagnachmittag im Innenstadtbereich einzufinden.

So hatten sich gegen 15 Uhr reichlich 100 Personen im Bereich Brückenstraße/Straße der Nationen im Bereich eines bestehenden Infostandes eingefunden. Ohne weitere Vorkommnisse hatten die Personen bis gegen 16.00 Uhr den Ort verlassen.

Gegen 16.30 Uhr hatten sich geschätzte 800 Personen nach einem weiteren Aufruf im Bereich des Karl-Marx-Monumentes angesammelt. Noch während Vertreter der Stadt und der Polizei mit vermeintlich verantwortlichen Personen der Gruppe ein Gespräch führen wollten, setzte sich die Gruppierung unvermittelt in Bewegung. Die Personengruppe reagierte nicht auf die Ansprache durch die Polizei und zeigte keine Kooperationsbereitschaft. Die Personen liefen über die Brückenstraße auf die Theaterstraße. Dort schwenkten die Personen unvermittelt in den Innenstadtbereich ab und bewegten sich quer durch die Innenstadt. Im Verlauf dieser dynamischen Phase war es auch zu Flaschenwürfen in Richtung der Polizeibeamten gekommen. Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt zunächst nur mit geringen Kräften vor Ort. Weitere Einsatzkräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei verlegten zu diesem Zeitpunkt bereits aus anderen Einsätzen in Dresden und Leipzig nach Chemnitz.

Die Ansammlung bewegte sich zwischenzeitlich über die Bahnhofstraße zurück in die Brückenstraße. Dort setzte ein Abgang der Personen einzeln und in kleineren Gruppen ein. Gegen 17.45 Uhr befanden sich noch etwa 150 Personen im Bereich des Karl-Marx-Monumentes, die diesen Bereich auch nach und nach verließen.

Derzeit bearbeitet die Polizei vier Anzeigen im Sachzusammenhang. Hierbei handelt es sich um zwei Anzeigen wegen Körperverletzung, eine Anzeige wegen Bedrohung sowie eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Der Einsatz dauert derzeit noch an. Einsatzkräfte werden auch in der Nacht im Stadtgebiet präsent sein.