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Hauptverdächtiger der Messerattacke von Chemnitz legte dem Asylamt "Totalfäl ...

Hauptverdächtiger der Messerattacke von Chemnitz legte dem Asylamt "Totalfälschungen" vor

News Team
31.08.2018, 15:06 Uhr
Beitrag von News Team

Nach der tödlichen Messerattacke von Chemnitz werden nun Details zum Hauptverdächtigen Yousif A. bekannt. Wie der "Spiegel" erfuhr, hatte er in seinem Asylverfahren gefälschte Papiere vorgelegt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) kam zu dem Schluss, dass es sich um Totalfälschungen handelte.

Yousif A. kam im Herbst 2015 nach Deutschland. Eine Ausweisung nach Bulgarien, wo er schon Asyl beantragt haben soll, missglückte.

Der 22-Jährige steht unter dringendem Tatverdacht am Sonntag in Chemnitz einen 35-jährigen Familienvater erstochen zu haben.

Nach "Spiegel"-Angaben gab Yousif A. im Bamf zu Protokoll, dass er wegen Ärgers um ein Mädchen geflohen sei. Er sei dort in ein Mädchen verliebt gewesen und habe Ärger mit dessen Vater und Onkel bekommen. Diese hätten ihn verprügelt und ihn mit einem Messer verletzt.

Drei Tage nach den tödlichen Stichen von Chemnitz hat das Bamf den Asylantrag abgelehnt, wie das Magazin weiter schreibt.

Video: So lebte Yousif A. in Deutschland

Der Iraker ist mehrfach vorbestraft - unter anderem wegen Eingriffs in den Straßenverkehr. Damals wollte er sich wohl umbringen und rannte vor einen fahrenden Schneepflug.

Der 22-Jährige, der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt, hätte überhaupt nicht mehr in Deutschland sein dürfen. Das berichtet die "Welt".

Laut dem Verwaltungsgericht Chemnitz hätte A. bereits am 13. Mai 2016 abgeschoben werden sollen. Die Abschiebung sei gemäß der Dublin-Vereinbarung als zulässig betrachtet worden. Denn der Iraker hatte vor seiner Einreise nach Deutschland bereits in Bulgarien einen Asylantrag gestellt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verschlief jedoch die Rückführung.

Vollzogen wurde die Abschiebung in der Folgezeit jedoch nicht, weshalb die Überstellungsfrist von sechs Monaten ablief und das Bundesamt verpflichtet war, erneut über den Asylantrag zu entscheiden

, sagte ein Gerichtssprecher der "Welt" und den "Nürnberger Nachrichten".

Denn nach Ablauf der sechsmonatigen Frist ging die Zuständigkeit von Bulgarien auf Deutschland über.

Versagen ist kein Einzelfall


Dieser Fauxpax ist laut "Welt" kein Einzelfall. In Europa klappen demnach insgesamt nur wenige Dublin-Überstellungen. Ein Beispiel: Im Jahr 2016 bestätigte das bulgarische Migrationsamt, für 2642 Fälle zuständig zu sein. Tatsächlich wurden aber nur 95 Asylbewerber nach Bulgarien zurückgeführt.

Das BAMF wollte sich auf "Welt"-Anfrage nicht äußern und verwies auf den Datenschutz. Laut "Bild" widersprach jedoch das sächsische Innenministerium der Darstellung und wehrte sich gegen den Versagens-Vorwurf.

Demnach habe A. seit Oktober 2015 in Sachsen gelebt. Einen ersten Asylantrag habe die Behörde im März 2017 abgelehnt. Weil A. jedoch Rechtsmittel gegen diese Entscheidung einlegte, gab es ein neues Verfahren.

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