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Chemnitz: Nazi-Aufmärsche nach Messer-Mord - Jetzt spricht die Witwe des Opfers (†35)

News Team
Beitrag von News Team

Knapp eine Woche nach dem tödlichen Messerangriff in Chemnitz meldet sich jetzt erstmals die Witwe des ermordeten Daniel H. (†35) zu Wort. Bianca T. ist erschüttert darüber, wie Rechte den Tod ihres Mannes instrumentalisieren.

Der "Bild" sagte die Frau:

Daniel hätte das nie gewollt! Nie! Ich habe mir die Veranstaltungen am Sonnabend in der Stadt angesehen. Da ging es doch gar nicht mehr um Daniel.

Daniel H. war in der Nacht nach dem Chemnitzer Stadtfest bei einer Messerattacke getötet worden. Dringend tatverdächtig: ein Syrer und ein Iraker, von denen der Haupttäter schon 2016 hätte abgeschoben werden sollen.

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Demonstrationen von Rechts- und Linksradikalen


Seitdem gibt es in Chemnitz Aufmärsche, bei denen es zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen kam. Gewalttätigte Neo-Nazis marschieren Seite an Seite mit Rechtspopulisten. AfD, Pegida und "Pro Chemnitz" riefen zum Schweigemarsch auf, der später eskalierte.

Ausländisch aussehende Menschen wurden durch die Straßen gejagt und attackiert. Hitlergruß und Nazi-Parolen zeigten Deutschlands dunkelste Seite. Aggressive Linksradikale stellten sich dagegen. Über 2000 Polizisten versuchten, die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu halten. 18 Personen wurden verletzt, insgesamt gab es 37 Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Und mittendrin immer wieder Plakate mit den Fotos von Todesopfern – vornehmlich Fälle, bei denen Flüchtlinge als Täter bzw. Verdächtige gelten. Auch Bilder von Daniel H. waren dabei. Für die Witwe unerträglich.

Daniel war weder rechts noch links. Das, was da gerade läuft, wäre nie in seinem Sinn gewesen. Wir wollen nur noch in Ruhe trauern.
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