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Nach Rückkehr von Maria (18): Wegen sexuellen Missbrauchs gesuchter Mann (58) in Italien verhaftet!

News Team
07.09.2018, 16:04 Uhr
Beitrag von News Team

Vor einer Woche kehrte die fünf Jahre lang vermisste Maria H. (heute 18) überraschend nach Hause zurück. Sie hatte sich über Facebook bei ihren Eltern gemeldet, Freunde holten die junge Frau schließlich in Mailand ab.


Maria H. damals und heute
Maria H. damals und heute

Im Mai 2013 war die damals 13-Jährige mit ihrer 40 Jahre älteren Internetbekanntschaft, Bernhard H., geflüchtet. Beide verbrachten einige Zeit in Polen, schliefen im Auto. Laut Maria lief sie jedoch schnell vor ihrem Begleiter davon, weil er sie Tag für Tag schlechter behandelt hatte. Über den Aufenthaltsort des Mannes, der wegen Kindesentziehung und des Verdachts des sexuellen Missbrauchs europaweit gesucht wird, konnte sie keine Angaben machen.

Doch am Freitag (7. September) nahm die Polizei den Gesuchten in Italien fest. Das teilte die Polizei Freiburg mit. Die konkreten Umstände sind nicht bekannt.

Bernhard H. (58) wurde am 7.9. festgenommen.
Bernhard H. (58) wurde am 7.9. festgenommen.

Laut "Badischer Zeitung" steht die Festnahme aber offenbar in keinem direkten Zusammenhang mit Marias Aussagen bei der Polizei. Es könne aber einen mittelbaren Zusammenhang durch die Berichterstattung der Medien geben. Am Montag will sich die Polizei ausführlich äußern.

Angst vor dem Kinderheim und der Polizei


Davor war bekannt geworden, dass Maria fast die gesamten fünf Jahre alleine unterwegs gewesen war. Der Polizei sagte sie, sie sei mit einem Fahrrad und einem Zelt drei Monate durch Osteuropa gefahren und hätte sich dann in Italien niedergelassen.

Auf dem Facebook-Account ihrer Mutter, gab die 18-Jährige einen Einblick in ihr Seelenleben und erzählte, weshalb sie sich fünf lange Jahre nicht zu Hause gemeldet hatte.

"Einfach so weiter zu machen als umzukehren"


Sie sei relativ bald nach der gemeinsamen Flucht vor H. weggelaufen, weil sich sein Verhalten täglich verschlechtert hatte. Nach Hause zurück traute sie sich aus Angst vor der Polizei nicht. Deshalb sei sie weiter geflüchtet.

Später dachte ich dann, dass ich ja zurückkommen kann, wenn erstmal Gras über die Sache gewachsen ist.

Doch dann sei es einfacher gewesen, so weiter zu machen als umzukehren.

Ich wusste nicht, wie ich es anstellen sollte und ich hatte schreckliche Angst. Als ich dann 18 war und mir keine Sorgen mehr machen musste, dass ich eventuell in ein Kinderheim muss oder stundenlange Verhöre aushalten muss, habe ich versucht den Mut zu finden wieder zu meiner Familie zu gehen.

Selbst auferlegtes Internetverbot aus Angst vor der Polizei


Während ihrer kompletten Vermisstenzeit vermied es Maria online zu gehen. Wieder aus Angst, von der Polizei aufgespürt zu werden.

Nach meinem 18. Geburtstag, als ich mich in Sicherheit wusste, informierte ich mich über die Ermittlungen. Dabei wurde mir bewusst, wie sehr meine Familie nach mir sucht und ich konnte es vor schlechtem Gewissen nicht mehr aushalten.

Die junge Frau betont, dass sie sich aus freien Stücken öffentlich zu Wort meldet und zu nichts verpflichtet sei. Die vielen Menschen, die nach ihr gesucht haben, hätten einfach ein Recht darauf. Der Facebook-Post wurde kurz nach Bekanntwerden der Verhaftung von Bernhard H. wieder entfernt.

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