Polizeieinsatz in Markthleuten
Polizeieinsatz in MarkthleutenFoto-Quelle: News5

Mordfall Peggy: Großeinsatz in Oberfranken - Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

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Beitrag von News Team

Der Fall Peggy Knobloch ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle der jüngsten Vergangenheit. Ein Nachbar hatte zunächst den Mord an dem Mädchen gestanden, wurde dann aber frei gesprochen, weil die Leiche fehlte. Nun gibt es neue Entwicklungen.

In den Mittwochnachmittagsstunden (12.09.2018) gab es im oberfränkischen Marktleuthen (Lkr. Kulmbach) einen Großeinsatz der Polizei. Hierzu sammelten sich zahlreiche Einheiten. Nach einem Bericht vom Nordbayerischen Kurier war hier die Soko Peggy im Einsatz. Das Mädchen war 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden.

Neben zahlreichen Polizeifahrzeugen waren auch mehrere zivile Fahrzeuge im Einsatz. Nach dem Bericht des Nordbayerischen Kuriers nicht nur in Marktleuthen selbst, sondern auch in Lichtenberg, dem Heimatort des verschwundenen Mädchens. Dort soll auch das Elternhaus des Verdächtigen stehen. Der damals 24-Jährige Mann soll laut Medienberichten inzwischen selbst Familienvater und bereits in der Vergangenheit von der Polizei vernommen worden sein. Ulvi K. war zu der Zeit mit de heute 41-Jährigen befreundet.

Polizeieinsatz in Markthleuten
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Auf dem Anwesen in einem Ortsteil von Marktleuthen, wo Manuel S. mit seiner Familie wohnt, fanden am Mittwoch Durchsuchungsmaßnahmen der Polizei statt. Die Bildzeitung berichtet zudem von einer Vernehmung des 41-Jährigen.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagmorgen bestätigten, gab es entsprechende Durchsuchungen in Marktleuthen und Lichtenberg. Ziel war der 41-Jährige, der bereits damals überprüft wurde. Er rückte auf Grund der Neubewertung bereits bestehender polizeilicher Erkenntnisse zusammen mit jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnissen von am Fundort in Rodacherbrunn sichergestellten Spuren wieder in den Fokus.

Im Zusammenhang mit den Durchsuchungen wurde der Beschuldigte vernommen und im Anschluss entlassen. Ferner teilten die Ermittlungsbehörden mit, dass man sich weiter zu dem Fall vorerst nicht äußern werde.


Chronologie des Vermisstenfalls Peggy Knobloch

7. Mai 2001: Peggy verschwindet
Die neunjährige Peggy Knobloch aus dem oberfänkischen Lichtenberg macht sich auf den Heimweg von der Schule. Das Mädchen kommt nie zu Hause an. Noch am Abend meldet ihre alleinerziehende Mutter die Neunjährige vermisst.

Peggy: Noch immer ist ihr Mörder nicht gefasst
PolizeiPeggy: Noch immer ist ihr Mörder nicht gefasst

11. Mai 2001: Appell an mögliche Entführer
Peggy Mutter Susanne Knoblauch appelliert in einer Pressekonferenz unter Tränen an mögliche Entführer: "Ich will doch nur, dass sie wieder heimkommt."

Mai/Juni/Juli 2001: Wochenlange Suchaktion
Eine beispiellose Suchaktion startet. Mit Tornados der Bundeswerh, Hubschraubern, Tauchern und Wärmebildkameras durchkämmen die Helfer die Gegend - ohne Erfolg.

31. Juli 2001: Lebensgefährte festgenommen
Susanne Knoblochs Lebensgefährte wird festgenommen, jedoch am selben Tag wieder freigelassen.

August 2001: Geistig behinderter Verdächtiger legt Geständnis ab
Der 23-jährige Ulvi K. wird verhaftet. Der Gastwirtssohn, der wegen einer frühkindlichen Hirnhautentzündung geistig behindert ist, gesteht den sexuellen Missbrauch an Peggy und drei weiteren Kindern. Er habe die Neunjährige umgebracht, um seine Tat zu vertuschen. Später widerrief K.

7. Oktober 2003: Prozessauftakt gegen Ulvi K.
Vor dem Landgericht Hof beginnt der Prozess gegen Ulvi K.

30. April 2004: Verurteilung wegen Mordes
Ulive K. wird wegen Mordes an Peggy zu lebenslanger Haft verurteilt.

17. September 2010: Zeuge widerruft Aussage
Ein wichtiger Belastungszeuge widerruft seine Aussage gegen Ulvi K.. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler.

22. April 2013: Neue Suchaktion
Die Polizei hat die Suche nach Peggys Leiche wieder aufgenommen. Auf einem Anwesen mitten in Lichtenberg werden Knochen gefunden, die jedoch nicht von Peggy stammen.

21. November 2013: Neuer Verdächtiger im Umfeld der Familie
Ein Mann aus Halle in Sachsen-Anhalt gerät ins Visier der Ermittler. Er war ein enger Freund der Familie und war im Februar 2013 wegen sexuellen Missbrauchs seiner eigenen zweijährigen Tochter zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Der Verdacht gegen ihn im Fall Peggy erhärtet sich aber nicht.

10. April 2014: Wiederaufnahmeverfahren gegen Ulvi K.
Vor dem Landgericht Bayreuth beginnt der Prozess im Wiederaufnahmeverfahren gegen Ulvi K.

14. Mai 2014: Freispruch
Ulvi K. wird freigesprochen.

3. Juni 2015: "Aktenzeichen XY"
Nachdem das Verschwinden von Peggy in der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY" noch einmal thematisiert wird, gehen mehr als 200 Hinweise bei der Polizei ein. Eine heiße Spur ist nicht dabei.

2. Juli 2016: Pilzsammler findet Knochen
In einem Waldstück bei Rodacherbrunn in Thüringen findet ein Pilzsammler Knochen. Der Fundort ist nur 15 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg entfernt.

4. Juli 2016: Rechtsmedizinische Untersuchung
Ermittler sind sich schnell sicher, die sterblichen Überreste gehören zur kleinen Peggy. Endgültige Gewissheit soll die rechtsmedizinische Untersuchung bringen.

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