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Folterhexe von Höxter: Darum will Angelika W. nun doch in Revision gehen

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Beitrag von News Team

Nach der Urteilsverkündung am 5. Oktober lächelte Angelika W. (49) gelassen. Aufgrund der Schwere der Verbrechen - zusammen mit ihrem Mann hatte sie zwei Frauen schwer misshandelt und getötet - hatte die 49-Jährige aus Höxter eine lebenslange Haftstrafe erwartet. Am Ende wurden es nur 13 Jahre. Jetzt teilte ihr Verteidiger mit, seine Mandantin wolle doch in Revision gehen.

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„Angelika W. wurde unter anderem wegen Mordes durch Unterlassen verurteilt“ sagte Rechtsanwalt Peter Wüller der „Bild“. „Das ist in Deutschland ein sehr seltenes Delikt. Es gibt kaum Rechtsprechung dazu. Wir werden die Urteilsbegründung des Landgerichts abwarten und auf Widersprüche und Fehler prüfen. Danach überlegen wir, ob wir die Revision beantragen.“

Schon nach sechs Jahren wieder frei

Bei einer Revision hätte Angelika W. nichts zu verlieren. Grund ist, dass die Staatsanwaltschaft das Urteil des Landgerichts in Paderborn akzeptierte. Somit kann die Haftstrafe von 13 Jahren nicht erhöht werden. Sollte das Oberlandgericht Angelika W.s Argumente aber annehmen, käme sie mit einer geringeren Strafe davon.

Und das ist nicht alles: In jedem Fall könnte die 49-Jährige bei guter Führung schon nach sechs Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden - selbstverständlich auf Bewährung. „Dieses Ziel hat sie und will dafür eine Mustergefangene werden“, so Rechtsanwalt Wüller zu der „Bild“.

Vorläufig bleibt Angelika W. in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede in Untersuchungshaft. Dort hat sie einen Einzelhaftraum und schraubt tagsüber in der Werkstatt Stecker und Steckdosen zusammen.

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