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Lebende Aale im Koffer: Zoll entdeckt 2000 Tiere in Reisegepäck am Frankfurter Flughafen

News Team
Beitrag von News Team

Was der Zoll in Frankfurt am Main vor Kurzem entdeckte, ist außergewöhnlich! Die Beamten am Frankfurter Flughafen öffneten einen Reisekoffer einer malaysischen Reisenden, die auf dem Weg nach Vietnam war. In ihrem Gepäck fanden sie 2.000 lebende Glasaale! Die geschmuggelten Tiere werden heute in den Rhein, ihren natürlichen Lebensraum, ausgesetzt.

Am 28. November war der Koffer der 47-jährigen Frau laut Bericht des Zolls bei der Luftsicherheitskontrolle aufgefallen. Mitarbeiter der Flughafensicherheit entdeckten im Koffer zwei Styroporboxen mit insgesamt acht mit Wasser gefüllten Kunststofftüten, in denen sich die Glasaale befanden. Als Glasaal bezeichnet man das Jugendstadium der Aale - in diesem Stadium sind die Tiere noch durchscheinend.


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Die daraufhin hinzugezogenen Zollbeamten identifizierten die Glasaale (Anguilla anguilla) als eine Art, die durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt ist. Die Passagierin hätte eine Ausfuhrgenehmigung vorweisen müssen. Dies war jedoch nicht der Fall.

Zoll findet 2000 Aale am Frankfurter Flughafen
Fra SecZoll findet 2000 Aale am Frankfurter Flughafen

Hohe Gewinne durch Aal-Exporte nach Asien
Woher die Glasaale stammen, ist unbekannt. Vermutlich wurden sie in Südwesteuropa (Frankreich, Portugal, Spanien) in Flussmündungen gefangen. Weil sie in Asien als Delikatesse gelten und man ihnen auch potenzsteigernde Wirkung nachsagt, werden sie dort mit hohen Gewinnmargen, ähnlich denen des Drogenhandels, gehandelt. Denn während im deutschen Fischhandel ein Kilogramm Glasaale etwa mit 400 Euro gehandelt wird, kann man auf Fischbörsen in Asien dagegen Beträge zwischen 3.000 und 5.000 Tausend Euro erzielen.

Symbolbild: Aale auf einem Fischmarkt
PixabaySymbolbild: Aale auf einem Fischmarkt

Schmugglerin entkommt unbestraft
Obwohl die Ausfuhr der geschützten Tiere eine Straftat ist, hat die Besitzerin des Koffers "zumindest gegenwärtig nicht mit einer Bestrafung zu rechnen", wie ein Sprecher des Zollfahndungsamtes erklärt. "Zum Zeitpunkt der Kontrollmaßnahmen und Feststellungen saß sie bereits im Flieger nach Vietnam und der hatte bereits abgehoben."

Symbolbild: Auch auf Sushi ist Aal als "Unagi" eine beliebte Spezialität
PixabaySymbolbild: Auch auf Sushi ist Aal als "Unagi" eine beliebte Spezialität

Das Landesamt für Umwelt in Rheinland-Pfalz zeigte sich erfreut, dass über die erfolgreiche Sicherstellung der Tiere durch den Zoll. Die Ansiedlung der geretteten Tiere im Rhein ermögliche ihnen "ein Leben in Freiheit" zu führen und dazu "einen Beitrag zum weiteren Anwachsen der Population der Aale" zu leisten.

Das Aussetzen von geschmuggelten Glasaalen in ihr natürliches Element ist laut Statement des Zolls bisher beispiellos in Deutschland.

Glasaale kommen mit dem Golfstrom um die Jahreswende an die europäischen Küsten und ziehen über die Unterläufe der Flüsse zu den Lebensräumen im Süßwasser. Die Population in deutschen Gewässern ist seit den 80er jahren stark rückläufig. An den europäischen Küsten kommen nur ca. 1 - 2 % der Glasaale im Vergleich zu dem Zeitraum vor 1980 an. Wenn davon die Hälfte in den Export ginge, würde das den Zusammenbruch der europäischen Aalpopulation bedeuten.

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