Aus dem Menschenkochbuch

Beitrag von wize.life-Nutzer

Rezept für einen Menschen, der glücklich sein und andere glücklich machen kann.

Man nehme ein Baby
freue sich über das kleine Wesen
lasse es 20 Jahre in Nestwärme aufgehen, und gebe inzwischen folgende Zutaten bei:
• Bewundere seine Fähigkeiten, anfangs deutlich, später mit Zurück­haltung aber immer noch erkennbar. (Dann lernt es, sie zu nutzen)
• Akzeptiere seine Schwächen, hilf ihm damit fertig werden, soweit überhaupt nötig, aber reite nicht darauf herum. (Dann lernt es, mit Schwächen zu leben)
• Lasse es Erfahrungen machen. Verhindere keine Verletzungen (außer lebensgefähr­liche), aber verarzte und tröste es. Das gilt für Verletzungen von Körper und Seele. (Dann lernt es, seine Fähig­keiten einzuschätzen und Misserfolge nicht zu fürchten, weil sie ja nur vorübergehend sind.)
• Verbirg vor ihm nicht, dass Du auch ein Mensch bist, mit Gefühlen und Launen, nur erwecke niemals den Eindruck, dass es daran schuld sei. (Dann lernt es Einfühlungs­vermögen)
• Lebe ihm vor, dass man zwar Schwierigkeiten haben kann, aber nicht daran zerbricht, sondern sie anpackt – manchmal entschlos­sen, manchmal vorsichtig, manchmal schnell, manchmal langsam, aber niemals nicht. (Dann lernt es, dass das normal ist – oder wenigstens sein sollte.)

Und dann lass es gehen, wenn es meint, dass die Zeit dafür gekom­men ist.


Dieses Rezept formulierte ich anlässlich einer Diskussion in einem Forum über Partnerschaftsprobleme. Aber den Inhalt haben mir meine Eltern vorgelebt.

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