Ist in diesen Tagen mit Knecht Ruprecht unterwegs. Doch anders als sein mit  ...
Ist in diesen Tagen mit Knecht Ruprecht unterwegs. Doch anders als sein mit der Rute drohender Gehilfe gilt der Nikolaus als der edle Heilige.Foto-Quelle: Pixabay

Ende einer Nikolaus-Tradition? Grünen-Politikerin findet Knecht Ruprecht "nicht mehr zeitgemäß"

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Beitrag von News Team

Sie sind in diesen Tagen wieder als eingespieltes Team unterwegs zu den Kindern - der Nikolaus und sein treuer Gehilfe, Knecht Ruprecht. Ob nun am Vorabend des Nikolaustages, oder am Abend des 6. Dezember, das kommt auf die jeweilige Region in Deutschland oder die Familientradition an.

Ganz klar dagegen ist die Rollenverteilung: Der Nikolaus ist der edle Heilige. Knecht Ruprecht dagegen - das ist der Mann mit der Rute. Mit der er unartigen Kindern den Hintern versohlt: "Doch für die Kinder, nur die schlechten, die trifft sie auf den Teil, den rechten", droht Knecht Ruprecht in dem Gedicht von Theodor Storm.

An dieser Drohung stört sich die Grünen-Politikerin Josefine Paul: "Knecht Ruprecht ist nicht mehr zeitgemäß", sagte sie der Rheinischen Post. "Er passt nicht mehr in das heutige Bild der Kindererziehung."

Sehen Sie hier: Unterschied: Weihnachtsmann, Nikolaus, Christkind, Knecht Ruprecht und Krampus


Deshalb will die 36-Jährige die Tradition des bösen Knecht Ruprecht beenden. "Kindern sollte man grundsätzlich nie drohen", so die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete, die sich auch im Kinderschutzbund engagiert. "Darunter fällt auch die Drohung mit Knecht Ruprecht (Wenn du nicht artig warst ...), die man nicht aussprechen sollte". Kinder sollten keine Angst haben am Nikolaustag.

"Kinder sollten keine Angst haben am Nikolaustag", findet die Grünen-Politikerin Josefine Paul
Mama Mia Photography"Kinder sollten keine Angst haben am Nikolaustag", findet die Grünen-Politikerin Josefine Paul

Kinder dürften auch mal frech sein und sich ausprobieren. Sie bräuchten Nächstenliebe und keinen Druck. Kinder hätten ein Grundrecht auf gewaltfreie Erziehung, und dazu zähle auch psychische Gewalt.

Komplett ausrangieren will die Grünen-Politikerin Knecht Ruprecht aber nicht. Schließlich seien Traditionen grundsätzlich etwas Schönes und Verbindendes. Und so kann sich die 36-Jährige für den Gehilfen eine neue Aufgabe vorstellen: "Vielleicht kann Knecht Ruprecht auch besser beim Tragen der Süßigkeiten helfen, anstatt mit der Rute zu drohen."

Eine Lehrerin ruiniert Weihnachen

Den Nikolaus abgeschafft hat dagegen eine Lehrerin aus New Jersey in den USA. Genauer: Dessen US-amerikanisches Pendant namens Santa Claus, der die dortigen Kinder zwar nicht am 6. Dezember, sondern an Weihnachten beschenkt, optisch aber dem hiesigen Nikolaus ähnelt.
Und den Glauben an diesen Santa Claus hat die Lehrerin den Kindern genommen.

Zumindest den Erstklässlern, die sie als Vertretungslehrerin unterrichtet und dabei mit ein paar Mythen aufgeräumt hat, wie das Online-Magazin NJ.com berichtet. Den Nikolaus, erklärte sie demnach den Kindern, den gebe es gar nicht. Damit habe sie für die Kinder "Weihnachten ruiniert".

Den Osterhasen? Gibt es auch nicht, sagt die Lehrerin

Als vierfachem Vater sei ihm "sehr bewusst, wie heikel" das Vorgehen der Lehrerin sei, entschuldigte sich der Direktor der Schule in einem Brief an die Eltern. Er habe sich entschlossen, die Eltern über den Vorfall zu informieren, damit diese zuhause mit "angemessenen Maßnahmen" reagieren könnten, um die "kindliche Unschuld der Weihnachtszeit" aufrecht zu erhalten.

Sollen Kinder die Wahrheit über Nikolaus und Weihnachtsmann erfahren?

Ja, weil sie es früher oder später sowieso herausfinden
5.7 %
Nein, lasst ihnen doch so lange wie möglich den Zauber
94.3 %
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Die Lehrerin hat die Kinder übrigens nicht in Sachen Weihnachtsmann mit der Wahrheit konfrontiert. Sondern ihnen auch erklärt, dass es den Osterhasen und die Zahnfee nicht gebe.

Wegen des Vorfalls, der in den USA für viel Wirbel sorgte, werde die Lehrerin in dem Schulbezirk in New Jersey nicht mehr eingesetzt, heißt es.