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Eine Familie wird nach dem Verschwinden ihres Hundes erpresst (Symbolbild)

Familie vermisst Hund und wird erpresst: Dahinter steckt eine perfide Masche

Von News Team - Dienstag, 12.02.2019 - 11:53 Uhr

Einer Familie in Berlin kommt beim Spaziergang der Dackel abhanden. Schlimm genug. Dann wird sie auch noch erpresst. Wie sich herausstellt, ist das kein Einzelfall. Wie sich Tierbesitzer davor schützen können.

Vier Mal wurde Gabriele Schwebig zu Geldzahlungen aufgefordert - nur dann sehe sie Schnipsel wieder. Das eine Mal forderten Erpresser 1000 Euro. Das andere Mal war der Hund angeblich in Wien gelandet - und die Schwebigs sollten vorab Geld für den Transport zahlen.

Familie befürchtet Raub von Dackel Schnipsel

Wenngleich Gabriele Schwebig, fast 70 Jahre alt, aus Sorge um ihren Hund schon zehn Kilo abgenommen hat, entschied sie sich mit ihrer Familie, nichts zu zahlen. „Wir denken, dass der Hund eigentlich gestohlen wurde“, zitiert die „Stuttgarter Zeitung“ Maxi Schwebig, die Tochter. Die Familie aus Berlin geht davon aus, dass hier jemand aus ihrem Leid Profit schlagen möchte.

Fährte endet auf Parkplatz

Vor zwei Monaten war der sieben Jahre alte Dackel beim Spazieren ins Schilf gelaufen. Seitdem ist sie verschollen. Schwebigs gehen von Raub aus: Sie ließen Spürhunde nach Schnipsel suchen. Die Fährte endete auf einem Parkplatz, wo der Hund mutmaßlich ins Auto geladen wurde. In ihrer Verzweiflung setzte die Familie Finderlohn in Höhe von 500 Euro aus - und inserierte dies auch in der Zeitung.

Erpressungsversuche kein Einzelfall

So lockten sie mutmaßlich Betrüger an. Denn nach Erkenntnissen von Fachleuten sind Erpressungsversuche nach dem Abhandenkommen eines Tieres kein Einzelfall. Es handelt sich offenbar um eine Masche.

So gehen die Betrüger nach Erkenntnissen des Vereins Tasso, bei dem Haustiere registriert werden können, vor:

  • Sie durchsuchen das Internet systematisch nach Suchmeldungen zu vermissten Tieren
  • Mit gefälschten Telefonnummern rufen sie den Halter an
  • Sie geben beispielsweise vor, für eine Tierklinik anzurufen, wo der Halter es gegen Vorauszahlung einer Gebühr abholen kann
  • Manchmal fordern sie auch Vorauszahlungen für eine angebliche Behandlung

Das können Sie tun, um sich zu schützen

  • Geben Sie bei Vermisstenanzeigen nie die eigenen Kontaktdaten an
  • Als Mittler können Sie Vereine wie Tasso oder den Deutschen Tierschutzbund zwischenschalten
  • Vermeiden Sie öffentliche Finderlohn-Ausschreibungen
  • Lassen Sie Ihren Hund nur frei laufen, wenn er gut auf Sie hört
  • Generell sind Registrierungen von Haustieren für den Fall des Verschwindens empfehlenswert - etwa über Findefix vom Deutschen Tierschutzbund oder Tasso

Schwebigs haben wegen der Erpressungsversuche die Polizei eingeschaltet, die Chance einer Aufklärung ist allerdings gering. Die Suche nach Schnipsel setzt die Familie fort. Die Hundedame ist für Gabriele Schwebig fast wie ein zweites Kind.

Hund balanciert Wasserglas auf Schnauze

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