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Verschuldete Senioren hatten 2018 Außenstände in Höhe von durchschnittlich 4 ...

Schulden durch Schicksalsschläge - Deshalb sind gerade Rentner häufig in den Miesen

Von News Team - Mittwoch, 29.05.2019 - 09:27 Uhr

Wer Schulden hat, der habe seine Finanzen nicht im Griff, lebe über seine Verhältnisse. So lautet ein landläufiges Vorurteil gegenüber Menschen, die in den Miesen sind. Das mag in einigen Fällen stimmen.

Doch gerade bei Senioren trifft dies häufig nicht zu. Bei ihnen führen in vielen Fällen Schicksalsschläge zu einer Verschuldung.

Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die am Dienstag (28. Mai 2019) veröffentlicht worden sind. Dafür wurden die Daten von insgesamt 136.000 Personen ausgewertet, die im Jahr 2018 eine Schuldnerberatungsstelle in Deutschland aufgesucht haben.

Unwirtschaftliche Haushaltsführung spielt in wenigen Fällen eine Rolle

Arbeitslosigkeit, Erkrankung, Sucht, Unfall, Trennung, Scheidung oder Tod des Partners oder der Partnerin - das sind demnach bei fast 40 Prozent der älteren Menschen über 65 Jahren (38,3 %) die Hauptgründe für Schulden.

Eine unwirtschaftliche Haushaltsführung spielt dagegen bei kaum jedem Zehnten (8,4 %) eine Rolle. Bei den jüngeren Schuldnern (unter 25 Jahren) sieht das ganz anders aus. Bei mehr als jedem Vierten (26,8 %) war der Hauptgrund für die Verschuldung: Dass er oder sie über seine Verhältnisse gelebt hat. Kostentreiber vor allem: Handyrechnungen.
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Fast 65 Prozent der unter 25-Jährigen, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatung aufgesucht haben, hatten demnach offene Rechnungen bei Telekommunikationsunternehmen -bei denen sie im Schnitt Schulden in Höhe von 1573 Euro angehäuft hatten.

Schulden in Höhe von über 43.000 Euro

Die meisten Senioren (62,9 Prozent) dagegen waren bei Banken verschuldet - die Restschuld bei den Kreditinstituten lag bei durchschnittlich 22.989 Euro.

Insgesamt lag das durchschnittliche Schuldenvolumen bei den über 65-Jährigen bei 43.740 Euro - und war damit fünfmal so hoch wie den Jüngeren, die mit im Schnitt insgesamt 8.849 Euro verschuldet waren.
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Um ihre Schulden komplett zu tilgen, bräuchten Senioren mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 1.051 Euro pro Person etwa 3,5 Jahre, hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet. Allein für die Tilgung der Kreditschulden bräuchten sie demnach fast zwei Jahre.

VdK: Indiz für Altersarmut

Die Überschuldung bei Älteren sei ein Zeichen für Altersarmut, meint der Sozialverband VdK. „Aus unserer Sicht ist die aktuelle Zahl der älteren überschuldeten Menschen ein Indiz dafür, dass immer mehr Rentnerinnen und Rentner nicht mit ihren Einkünften über die Runden kommen", so VdK-Vorsitzende Verena Bentele.

Dies liege vor allem an Lebenssituationen und Schicksalsschlägen, für die es keine ausreichende soziale Absicherung gebe. Die gesetzliche Rente reiche oft kaum zum Leben - vor allem bei denjenigen, die Grundsicherung beziehen. Bentele: "Die Regelsätze sind viel zu niedrig berechnet."

"Grundrente muss endlich kommen"

Einen weiteren Grund für die Überschuldung bei Senioren sieht die VdK-Vorsitzende in "drastisch gestiegenen Mieten und Energiekosten".

Eine "wichtige Maßnahme im Kampf gegen Altersarmut" sei daher die von SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil geplante Grundrente. "Sie muss endlich kommen", sagt Bentele, "damit nicht immer mehr Menschen nach einem Leben voller Arbeit in Armut und Überschuldung rutschen".

1 Kommentar

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Die Grundrente wäre zu gering, auch mit 1000 Euro kann man heute nicht mehr auskommen.
Miete und Energie Kosten verschlingen bei mir schon über die Hälfte meiner Witwenrente.
Unrealistisch . Die Politiker haben keine Ahnung , wie wenig 1000 Euro sind, sie schöpfen
aus dem vollen, und wenn der Mann stirbt , ist ein riesiges finanzielles Loch vorhanden, denn mit 55 oder 60 Prozent Witwenrente fehlt ein erheblicher Betrag im Monat.
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