Gerechtigkeitslücke Mütterrente
Gerechtigkeitslücke Mütterrente

Gerechtigkeitslücke Mütterrente

Rentenberater Sommer, Diamantis und Kollegen

Die Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles möchte die Gerechtigkeitslücke bei den Müttern, die vor dem 1.1.1992 ein Kind geboren und erzogen haben beseitigen durch Gewährung einer Mütterrente von 28,14 € pro Kind.

Der Gesetzesentwurf hat jedoch handwerkliche Fehler. Die eine Personengruppe, die vor dem 1.7.2014 bereits eine Rente erhält, bekommt einen pauschalen Zuschlag an Entgeltpunkte für Kindererziehung im Wert von 28,14 (West) pro Kind.

Bei der anderen Personengruppe, die ab 1.7.2014 erst ab 1.7.2014 Rente bezieht, kann es dazu kommen, das die Mütter keinen Cent mehr erhalten.

Haben die Frauen vor dem 1.1.1992 bei geringem Arbeitsentgelt (Halbtagsbeschäftigung) gearbeitet und sind im Versicherungskonto mindestens 35 Jahre rentenrechtliche Zeiten vorhanden und ergibt sich aus den Kalendermonaten mit vollwertigen Pflichtbeiträgen ein Durchschnittswert von weniger als 0,0625 Entgeltpunkten, wird die Summe der Entgeltpunkte für Beitragszeiten erhöht (Mindestentgeltpunkte).

Zu den 35 Jahren mit rentenrechtlichen Zeiten gehören Pflichtbeiträge, beitragsfreie Zeiten und Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung. Für ein Kind bekommt der Erziehungsberechtigte 10 Jahre Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung.

Insgesamt profitieren 3,4 Millionen Rentner von der Rente nach Mindestentgeltpunkten, Seite „Mindestentgeltpunkte bei geringem Arbeitsentgelt“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. August 2013.

Bei Vorliegen von Mindestentgeltpunkten erhalten Mütter keinen Cent mehr.

Gerecht? Wohl nicht, eher ein Fall für das Bundesverfassungsgericht.