Haben Sie ein Testament?
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Haben Sie ein Testament?

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Gesetzlich ist niemand dazu verpflichtet ein Testament aufzusetzen. Denn sofern kein Testament vorliegt, wird die Aufteilung des Nachlasses gesetzlich geregelt. Wer sein Erbe jedoch bestimmten Personen oder Organisationen zuteilen will, der hat durch die Abfassung eines Testaments die Möglichkeit dazu. Alles, was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Gesetzliche Erbfolge

Ist kein Testament vorhanden, so kommt die sogenannte gesetzliche Erbfolge zum Tragen. Demnach können ausschließlich Blutsverwandte und Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner, gesetzliche Erben sein. Das Erbe wird prozentual auf die verschiedenen Familienmitglieder aufgeteilt, wobei unterschiedlichste Konstellationen möglich sind.

Welche Möglichkeiten bietet ein Testament?

Durch ein Testament wird die gesetzliche Erbfolge außer Kraft gesetzt und der Nachlass kann nach eigenen Wünschen vererbt werden. So können zum Beispiel bestimmte Teile des Nachlasses einzelnen Nachkommen direkt zugeteilt werden. Auch Nicht-Blutsverwandte oder auch Organisationen oder Stiftungen können als Erben eingesetzt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, den Erben Auflagen zu erteilen, etwa bezüglich der Grabpflege.

Beschränkung des Testaments: Pflichtteil der Angehörigen

Im Testament kann zwar von der gesetzlichen Erbfolge abgewichen werden, allerdings haben bestimmte Personen das Anrecht auf den so genannten Pflichtteil. Dieser beträgt dabei stets die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Berechtigt sind der Ehegatte, Kinder und Enkelkinder und bei Kinderlosigkeit die Eltern des Erblassers.

Eigenhändiges Testament

Das eigenhändige Testament kann zu Hause verfasst werden und muss von Anfang bis zum Ende leserlich per Hand geschrieben sein. Bei Verwendung von Computer oder Schreibmaschine wird das Testament ungültig. Unterschrieben wird anschließend mit vollem Namen und mit Ort und Datum. Auch sollte man auf eine klare und eindeutige Formulierung achten.

Notarielles (öffentliches) Testament

Das Testament kann auch zusammen mit einem Notar aufgesetzt werden. Dieser übernimmt anschließend die Verwahrung, so dass auch hier Fälschungen des letzten Willens ausgeschlossen sind. Die Gebühr für das notarielle Testament richtet sich nach der Höhe des Erbnachlasses. Durch ein notarielles Testament werden außerdem die Erben finanziell entlastet, da sie so den gebührenpflichtigen Erbschein nicht mehr anzufordern brauchen.

Hinterlegung des Testaments

Das eigenhändige Testament kann an jedem beliebigen Ort hinterlegt werden. Empfehlenswert und sicherer ist es jedoch dieses beim nächsten Amtsgericht in amtliche Verwahrung zu geben. Die einmalig dafür anfallende Gebühr ist in der Regel nicht sehr hoch. Sie ist abhängig von der Höhe des Nachlasswertes.

Änderung des Testaments

Ein Testament kann jederzeit geändert oder aufgehoben werden. Ist es amtlich verwahrt, so führt die Herausnahme aus der Verwahrung zur Ungültigkeit des Testaments. Dies gilt auch für notarielle Testamente. Ist das Testament zu Hause verwahrt, so kann es einfach zerrissen werden. Mit der Aufhebung des Testaments gilt jedoch wieder die gesetzliche Erbfolge – daher sollte man sich mit der Neuabfassung nicht allzu viel Zeit lassen.

Vermächtnis

Wer nach seinem Tod einer von ihm geschätzten Person einen bestimmten Gegenstand oder eine bestimmte Geldsumme hinterlassen will, der hat in seinem Testament die Möglichkeit ein sogenannten Vermächtnis aufzusetzen. Der Vermächtnisnehmer hat gegenüber den gesetzlichen Erben einen Anspruch auf Herausgabe des Vermachten. Auch eine Organisation kann mit einem Vermächtnis bedacht werden. Ein Vermächtnis kann auch eine Verfügung darüber sein, bei der Bestattung auf Blumen und Kränze zu verzichten und stattdessen einem Verband eine Spende zukommen zu lassen.

Testamentvollstrecker

In der Regel ist es Aufgabe der Erben, den Nachlass aufzulösen und den im Testament festgesetzten letzten Willen zu vollstrecken. Sind diese damit jedoch überfordert oder sind Streitigkeiten zu erwarten, so kann man auch einen Testamentvollstrecker in seiner Verfügung einsetzen. Dies kann ein guter Freund oder auch der Rechtsanwalt sein. Wichtig ist, dass die Person voll geschäftsfähig ist und möglichst dessen Einverständnis eingeholt wurde.

Erbschaftssteuer

Bei jeder Erbschaft erbt der Staat durch die Erbschaftsteuer mit. Die Höhe der Erbschaftssteuer ist von vielen Faktoren abhängig, etwa dem Wert der Erbschaft, von den Erbschaftssteuerklassen und von den Freibeträgen. Generell kann man sagen: je enger das Verwandtschaftsverhältnis, desto günstiger ist die Steuerklasse und desto höher ist der Freibetrag, auf den gar keine Steuer zu zahlen ist. So hat zum Beispiel der Ehepartner einen höheren Freibetrag als die Kinder oder die Freunde des Erblassers. Gemeinnützige Stiftungen oder Verbände hingegen sind komplett von der Erbschaftssteuer befreit.