Demografischer Wandel und Digitalisierung verlagern die Kaufkraft ins Intern ...
Demografischer Wandel und Digitalisierung verlagern die Kaufkraft ins InternetFoto-Quelle: Tim Reckmann/pixelio.de

Demografischer Wandel und Digitalisierung verlagern die Kaufkraft ins Internet

Thomas Bily
Beitrag von Thomas Bily

Die geburtenstarken Jahrgänge aus den sechziger Jahren springen über die 50. Die Mehrheit der Deutschen befindet sich in der zweiten Lebenshälfte. Die großen Zeiten eines werberelevanten Segements "20-49" scheinen vorbei. Es verdichten sich Hinweise, dass ältere Zielgruppen beim Online Shopping stark zulegen. Kurzum: Wir werden digitaler und älter.

Neue Lebensphase, neue Bedürfnisse

Es ist offensichtlich, dass ältere Zielgruppen nicht nur die Mehrheit im Land stellen, sondern auch ihr verfügbares Einkommen deutlich über dem Durchschnitt und vor allem über dem jüngerer Zielgruppen liegt.
Das Medianalter der Deutschen liegt bei rund 45 Jahren - bei Frauen etwas höher, bei Männern etwas niedriger. Das heißt, die Hälfte der Deutschen ist unter 45, die andere Hälfte 45 Jahre und älter.
Entscheidend ist nicht die Zahl 45, sondern die neue Lebensphase, in die eine Mehrheit von uns mit Ende 40 gleitet: Kinder aus dem Haus, Berufsleben und Karriere - egal auf welchem Niveau - gefestigt, das Ende des Berufslebens in Sicht, mehr Klarheit als Unsicherheit - das eröffnet neue Freiheiten und bei manchen den Drang, Dinge nachzuholen oder das Leben noch mal neu zu entdecken. In dieser Phase finden daher oft neue Bedürfnisse und mit ihnen neue Produkte und Marken Platz im Leben.

Wandel der Konsumlandschaft

Wir erleben täglich, wie sich Infrastruktur und Einkaufslandschaft als Symptome des demografischen Wandels ändern. Abgesehen von wenigen großstädtischen Boomregionen wie Hamburg, Frankfurt oder München sind dies Auswirkungen wie

  • überschuldete Kommunen mit wenig Handlungs- und Gestaltungsspielraum
  • Schließung öffentlicher Einrichtung wie Schulen, Sportstätten
  • Auflösung von Vereinen oder Sparten
  • Aufgabe von Geschäften und Gastronomiebetrieben
  • Leerstand von Immobilien oder gar Rückbau von Orten

Apotheke, Sparkasse, Tankstelle, Supermarkt - recht viel mehr ist in ländlichen oder kleinstädtischen Gebieten nicht mehr geboten. Genau dort leben schon heute überdurchschnittlich viele ältere Menschen - mit überdurchschnittlichem verfügbaren Einkommen und klaren Vorstellungen davon, was sie wollen und wie sie umworben und bedient werden wollen.
Diese Menschen stellen den Konsum nicht ein, nur weil keine Geschäfte mehr vor Ort sind. Sie verteilen ihre Zeit und ihr Geld nur anders als vorher: Einen Teil davon noch vor Ort in die verbleibenden Geschäfte. Aber immer mehr Geld geben sie online aus, weil sie dort bequem und einfach und jederzeit das finden, was sie suchen.

87% der seniorbook Nutzer kaufen online ein

Eine Umfrage unter seniorbook Nutzern ergab, dass nur 13% von fast 2.000 Befragten noch nie online eingekauft haben. Über 40% kaufen mindestens einmal pro Monat ein und 10% sogar jede Woche. In Spiegel online war schon 2010 zu lesen, dass das Potential älterer Zielgruppen im Netz schnell aktivierbar sei, wenn man ihnen den Nutzen richtig vermittle. Und dies gelingt immer besser mit Angeboten, die genau auf deren Erwartungen ausgerichtet sind.

Laufschuhe statt Rollator

Der Einkaufskorb der seniorbook Nutzer ist bunt und breit: natürlich mit zu erwartenden Klassikern wie Büchern oder Medikamenten, aber auch Lebensmittel und Drogerieartikel stehen auf dem Online Einkaufszettel.
Entsprechend gemischt ist die Zahl der Online Shops, in denen seniorbook Nutzer einkaufen: Amazon, Ebay, Otto und Tchibo erreichen mehr als 25% der seniorbook Nutzer. Die Ergebnisse der Umfrage stehen in der seniorbook Bibliothek bereit.
Dies ist ein weiteres klares Indiz dafür, dass wir dringend unser Altersbild endlich auf zeitgemäßen Stand bringen müssen. Diejenigen Unternehmen und Anbieter, die dies zuerst tun, werden im wachsenden ECommerce zuerst das beste Geschäft mit dieser kaufkräfitgen und aufgeschlossenen Klientel machen.
Amazon hat dies erkannt - wahrscheinlich nicht zuletzt dank der ihnen vorliegenden Daten zu Einkaufsverhalten - und eröffnete in den USA einen eigenen Shop für die Generation 50+.

Soziale Netzwerke für Aufbau und Pflege von Kundenbeziehungen

Mit ihrer langen Erfahrung als Konsumenten bewegen sich Menschen im seniorbook Alter souverän und ruhig im Markt. Für Impulskäufe sind sie weniger anfällig. Überzeugen kann man sie mit freundlichem und fundiertem Service, Transparenz der Angebote, Eingehen auf ihre Wünsche und spezifische Situation.
In einer Konsumlandschaft, wie oben beschrieben, wird das Verkaufsgespräch vor Ort immer seltener. Soziale Netzwerke bieten einen neuen Zugang, um den Austausch mit den Konsumenten zu pflegen, ihnen zuzuhören, Service anzubieten, neue Produkte zu testen oder sie nach ihrer Meinung zu fragen. Auf seniorbook erreichen Sie diese Menschen sehr kompakt: Über 95% der seniorbook Nutzer sind 45 Jahre oder älter.

Hier geht es zu detaillierten Ergebnissen der Umfrage.