Geldbeutel-Mäuschen
Geldbeutel-MäuschenFoto-Quelle: Moni Sertel / www.pixelio.de

Taschengeldbörse bringt Generationen zusammen

Sozialverband VdK Bayern e.V.

„Weiblich, 81, sucht Hilfe im Garten“: Bei der Taschengeldbörse vermittelt die Stadtjugendpflege Kitzingen Jugendliche an Erwachsene, die Unterstützung im Alltag brauchen. Das Projekt läuft seit drei Jahren und ist ein großer Erfolg.

Taschengeldbörsen wie in Kitzingen gibt es in vielen Gemeinden und Städten in ganz Deutschland, beispielsweise in Offenburg, Paderborn oder im Landkreis Lindau. Das Konzept ist einfach: Jugendliche, die sich gern ein paar Euro dazu verdienen wollen, werden an Familien und Senioren vermittelt, die nicht alle Arbeiten im Haushalt selbst erledigen können. Und so ganz nebenbei lernen die Generationen sich kennen.

„Wir haben uns überlegt, wie die Jugendlichen zu Profis werden können“, erläutert Projektleiterin Antje Sinn die Idee zur Taschengeldbörse in Kitzingen. Dass sie von den Erwachsenen als Hilfe und Entlastung wahrgenommen werden, tue den 14- bis 17-Jährigen gut und schaffe Selbstbewusstsein. Umgekehrt ließe sich bei den Älteren so manches Vorurteil über die heutige Jugend aus dem Weg räumen. Die Stadtjugendpflege springt nur am Anfang ein: Sie vermittelt den Kontakt und legt den Stundenlohn auf fünf Euro fest. Alles Weitere regeln Auftraggeber und Helfer selbst.

„Wir wollten die sozialen Fähigkeiten unserer Jugendlichen fördern. Wir haben aber bewusst keine soziale Börse geschaffen, sondern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mit der Möglichkeit, ein bisschen Geld zu verdienen“, berichtet Jochen Kulczynski, Leiter der Jugendarbeit Kitzingen. Einige Erwachsene seien anfangs skeptisch gewesen, doch mittlerweile hätten sie durchwegs positive Erfahrungen gemacht, vor allem, was den Fleiß und die Zuverlässigkeit der jungen Leute betrifft. So etwas spricht sich herum: Die meisten neuen Anfragen kommen durch die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Und längst haben viele Erwachsene eine persönliche Beziehung zu „ihrem“ Helfer aufgebaut, der immer wieder für sie Besorgungen erledigt, den Computer repariert, den Hund Gassi führt oder auch einfach nur auf eine Tasse Tee vorbeikommt. Taschengeldbörsen werden meist von der kommunalen Jugendarbeit organisiert. Auskünfte, ob es dieses Angebot gibt, und wer Ansprechpartner ist, erteilt die jeweilige Gemeinde- oder Stadtverwaltung. (ali)

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