Der Lagebericht: Visitenkarte des Unternehmens statt lästiges Übel
Der Lagebericht: Visitenkarte des Unternehmens statt lästiges ÜbelFoto-Quelle: Marco2811 - www.Fotolia.com

Der Lagebericht: Visitenkarte des Unternehmens statt lästiges Übel

Dr. Kittl & Partner
Beitrag von Dr. Kittl & Partner

Unternehmen sollten den jährlichen Lagebericht nicht fürchten sondern strategisch zur Außendarstellung nutzen, empfiehlt Wirtschaftsprüfer Karl Schröder von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Kittl & Partner.

Lange Zeit galt er als lästiges Übel: der Lagebericht von Kapital- und Personengesellschaften. Doch im Zeitalter sozialer und mobiler Medien hat sich der Lagebericht zu mehr als einer rein sachlichen Ergänzung der jährlichen Rechnungslegung entwickelt. „Der Lagebericht ist heute ein wichtiges Stück Öffentlichkeitsarbeit“, weiß Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Karl Schröder von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Kittl & Partner in Deggendorf. „Als Imageträger und so genannte Visitenkarte des Unternehmens trägt der Lagebericht durch seine Inhalte auch zum äußeren Erscheinungsbild bei.“

Der Lagebericht – dank App für alle Zielgruppen immer und überall öffentlich

Und dieses Bild wirkt nach bei den Lesern des Lageberichts. Denn der Lagebericht ist neben dem Jahresabschluss, der aus Bilanz, Gewinn- und Verlust-rechnung und Anhang besteht, das einzige Element der Rechnungslegung, das eine zukunftsgerichtete Komponente enthält und über die künftige Entwicklung des Unternehmens mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken berichtet. Das ist nicht nur wichtig für Fremdkapitalgeber, sondern stärkt auch das Vertrauen von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Bewerbern in das Unternehmen. „Diese Zielgruppen haben über die App „Bilanzmonitor“ vom Bundesanzeiger kostenlosen und mobilen Zugang zu den Abschlüssen und Lageberichten aller offenlegungspflichtigen Unternehmen in Deutschland“, so Karl Schröder.

Nach dem neuen Deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS) 20, der erstmals für Geschäftsjahre gilt, die nach dem 31.12.2012 beginnen, wurden die handelsrechtlichen Anforderungen an die Lageberichterstattung komplett überarbeitet. „Bei der Erstellung des Lageberichts gibt es viele Ermessenspielräume, die wir im Sinne der Unternehmen nutzen können. Dabei gilt es, die richtige Balance zu finden zwischen der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen einerseits und dem bewussten strategischen Nutzen der Spielräume andererseits“, weiß Wirtschaftsprüfer Karl Schröder.

Die größte Neuerung beim Lagebericht betrifft den Prognosebereich

Gerade im Bereich des Prognoseberichts liegt auch die größte Neuerung im DRS 20. Eine Erleichterung ergibt sich beim Zeitraum – statt bisher auf zwei Jahre muss sich die Prognose im Lagebericht jetzt nur mehr auf ein Jahr im voraus richten. Dafür wurde die Prognosegenauigkeit verschärft. „Rein komparative Prognosen sind nicht mehr erlaubt“, erläutert Schröder. „Es reicht also nicht mehr aus zu sagen, man gehe von ‚steigenden Umsätzen’ aus, sondern das Unternehmen muss im Lagebericht genauer werden und Punkt- oder Intervallprognosen nennen. Ebenfalls erlaubt sind quantitativ komparative Aussagen wie ‚leicht wachsende Umsätze’.“

Weitere Neuerungen mit Spielraum betreffen die Gliederung des Lageberichts, die jetzt mögliche Zusammenfassung von Konzernlagebericht und Lagebericht des Mutterunternehmens, die Aufwertung der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sowie die Verankerung des Grundsatzes der Informationsabstufung und Wesentlichkeit.

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