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Offenlegung – aber richtig!

Offenlegung – aber richtig!

Dr. Kittl & Partner
07.04.2014, 12:37 Uhr
Beitrag von Dr. Kittl & Partner

Bei den Offenlegungspflichten für Personen- und Kapitalgesellschaften sollten vor allem Kleinstunternehmen neue gesetzliche Spielräume besser nutzen, empfiehlt Karl Schröder von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Kittl & Partner.

Mit den Geschäftszahlen ist das so eine Sache. In der Regel möchten Unternehmen nur so wenig wie möglich und so viel wie nötig veröffentlichen. Die gute Nachricht ist: Mit den geänderten Vorschriften bei den Offenlegungspflichten ist das auch möglich. Doch das ist in den Chefetagen offenbar noch nicht angekommen. „Viele gesetzliche Erleichterungsvorschriften werden von einer großen Zahl der Unternehmen nicht in Anspruch genommen“, so die Erfahrung von Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Karl Schröder von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Kittl & Partner in Deggendorf.

Bei der Offenlegung gibt es zahlreiche Erleichterungen

Zu den Aufstellungs- und Offenlegungserleichterungen für mittelgroße Kapital- und Personengesellschaften zählt der Ausweis des Rohergebnisses. Hier ist eine Zusammenfassung von Umsatzerlösen, Bestandsveränderungen, sonstigen betrieblichen Erträgen und Materialaufwand erlaubt. Die Umsatzerlöse müssen nicht aufgegliedert werden und die Angabe der Geschäftsführer-Gehälter ist ebenfalls nicht erforderlich. Die Bilanz darf verkürzt dargestellt werden, insbesondere in Bezug auf Vorräte, Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Die sonstigen Rückstellungen müssen auch nicht mehr erläutert werden. „Wir erleben es immer wieder, dass im elektronischen Bundesanzeiger Informationen veröffentlicht werden, die nicht preisgegeben werden müssten“, so Karl Schröder. Unternehmen, die bei der Offenlegung unsicher sind, was weggelassen werden kann, bietet Dr. Kittl & Partner deshalb einen Quick-Check der geplanten Veröffentlichung.

„Das Handelsgesetzbuch erlaubt jetzt auch noch weitere Befreiungsmöglich-keiten, die es sich lohnt anzuschauen“, so Wirtschaftsprüfer Schröder. So gilt zum Beispiel bei der Offenlegung die neue Regelung, dass die Muttergesellschaft eines Unternehmens nicht mehr zwingend den Sitz in Deutschland haben muss, damit die Tochtergesellschaft unter bestimmten Bedingungen keine Offenlegung mehr vornehmen muss – der Sitz kann jetzt innerhalb der EU liegen. „Da genügt es, wenn der Konzernabschluss in deutscher Sprache offengelegt wird.“

In besonderen Fällen lässt sich Offenlegung komplett vermeiden

Unternehmen in der Rechtsform der GmbH & Co. KG, die eine Offenlegung komplett vermeiden wollen, bietet sich dazu sogar die Möglichkeit - und zwar in Form der Installation eines persönlich haftenden Gesellschafters. „Der ist aber in der Regel schwer zu finden. Ich kenne aber durchaus Fälle, in denen die 85 jährige Oma, die ohnehin kein Vermögen und damit nichts zu verlieren hat, als solcher eingetragen wurde“, so Karl Schröder. „Das hat durchaus Charme: Von solchen Unternehmen steht keine einzige Zahl im Internet.“

Auch Kleinstunternehmen profitieren bei der Offenlegung von den neuen Rege-lungen: Sie können auf die Erstellung eines Anhangs zur Bilanz vollständig verzichten, wenn sie bestimmte Angaben - unter anderem zu Haftungs-verhältnissen - unter der Bilanz ausweisen. Darüber hinaus werden weitere Optionen zur Verringerung der Darstellungstiefe im Jahresabschluss eingeräumt wie etwa vereinfachte Gliederungsschemata. „Im elektronischen Bundesanzeiger muss die Bilanz nicht mehr veröffentlich werden, sondern nur hinterlegt. Das führt dazu, dass nicht jeder im Internet sofort Zugriff darauf hat: Ein Externer der sich den Abschluss anschauen möchte, muss dies jetzt beim Bundesanzeiger beantragen und 4,50 Euro bezahlen“, so Karl Schröder.

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