Gerechtes Vererben in Patchwork-Familien

Beitrag von wize.life-Nutzer

Das deutsche Erbrecht ist im Grunde genommen schon über 100 Jahre alt. Insofern verwundert es nicht, dass die dortigen Regelungen hinter der gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Lande etwas hinterher hinken.
Aus vielen gescheiterten Ehen in Deutschland entwickeln sich immer mehr neue Beziehungen mit Partnern, die ebenfalls eine gescheiterte Ehe hinter sich haben. In diese Beziehungen werden oftmals auch die Kinder aus den gescheiterten Ehen „mitgebracht“. Aus Sicht des jeweils anderen Partners sind diese Kinder „Stiefkinder“. Stiefkinder fallen jedoch nicht unter das gesetzliche Erbrecht. Daher erben im Falle des Todes eines (Stief-)Elternteils nicht alle Kinder beider Partner gleichberechtigt nebeneinander. Vielmehr gehen nach der gesetzlichen Erbfolge die Stiefkinder eines Verstorbenen grundsätzlich leer aus.
Sogenannte Patchwork-Familien gab es bei der Verabschiedung des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht, so dass jeder, der sich in einer solchen Familiensituation befindet, darauf achten sollte, was im Erbfall passieren würde, um einem ungerechten Ergebnis vorzubeugen.
Ein möglicherweise als ungerecht empfundenes Ergebnis nach der gesetzlichen Erbfolge kann man selbstverständlich durch eine testamentarische Lösung umgehen. Dabei gilt es aber verschiedenste Punkte zu beachten. Um bei derartigen Verfügungen keine Fehler zu machen, sollte man sich besser zu diesem Thema professionellen Rat einholen, damit man nicht im Fall der Fälle seinen Hinterbliebenen einen „Konfliktherd“ hinterlässt, den man selbst gar nicht gewollt hat. Im Interesse des Familienfriedens, der auch bei Patchwork-Familien ein hohes Gut darstellt, sollte man mögliche Ungerechtigkeiten nicht ungeregelt lassen.

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