Mit dem 'Notfallkoffer' für schwere Stunden vorsorgen
Mit dem 'Notfallkoffer' für schwere Stunden vorsorgenFoto-Quelle: © ki33 - www.Fotolia.com

Mit dem 'Notfallkoffer' für schwere Stunden vorsorgen

Dr. Kittl & Partner
Beitrag von Dr. Kittl & Partner

Wenn nicht für den gesundheitlichen und erblichen Notfall vorgesorgt wurde, kann es teuer und sehr unangenehm werden. Umsichtige Unternehmer packen daher rechtzeitig einen 'Notfallkoffer' mit den wichtigsten Unterlagen.

Zugegeben, das Thema ist unangenehm. Nur Wenige gehen es deshalb gerne an. Doch noch unangenehmer kann es werden, es zu vernachlässigen. Die Rede ist von einem „Notfall“, etwa aufgrund plötzlicher schwerer Krankheit oder gar Tod des Betriebsinhabers, des Geschäftsführers oder eines Gesellschafters. In allen Fällen kann es teuer werden, wenn nicht rechtzeitig und richtig vorgesorgt wurde. Deshalb gehört ein rechtzeitig gepackter und laufend aktualisierter Notfallkoffer, mit den wichtigsten Anordnungen und Unterlagen wie Testament, Vollmachten und Verträgen zur Vorsorge jeden Unternehmers.

Vorsorge durch Vollmachten im Notfallkoffer

„Damit keine plötzliche Handlungsunfähigkeit droht, gehören Vollmachten für jeden Unternehmer zum unentbehrlichen Bestand der Vorsorge“, rät Rechtsanwältin Kerstin Kittl von der Kanzlei Kittl & Partner. Mit der Vorsorgevollmacht, die in jeden Notfallkoffer gehört, kann man einer Person die Wahrnehmung einzelner oder aller Angelegenheiten für den Fall übertragen, dass man die Fähigkeit einbüßt, selber Entscheidungen treffen zu können. Der Bevollmächtigte kann dann handeln, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. In Frage kommen Generalvollmacht/Spezialvollmacht, Vorsorgevollmacht für persönlichen Bereich, Unternehmensvollmacht, post- und transmortale Vollmacht, Auslandsvollmacht und die Testamentsvollstrecker-Vollmacht.

Die Betreuungsverfügung im Notfallkoffer

Ebenfalls in den Notfallkoffer gehört die Betreuungsverfügung. „Mit einer solchen Betreuungsverfügung kann jeder schon im Voraus festlegen, wen das Gericht als Betreuer bestellen soll, wenn es ohne rechtliche Betreuung nicht mehr weiter geht, etwa im Fall einer psychischen Krankheit oder einer gesundheitlichen Behinderung“, erläutert Rechtsanwältin Kittl. Genauso kann darin bestimmt werden, wer auf keinen Fall als Betreuer in Frage kommt. Möglich sind auch inhaltliche Vorgaben für den Betreuer, etwa welche Wünsche und Gewohnheiten respektiert werden sollen oder ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird.

Die Patientenverfügung im Notfallkoffer

In der Patientenverfügung kann der Betreffende vorab über das Ob und Wie medizinischer Maßnahmen entscheiden. Deshalb ist sie Bestandteil des Notfallkoffers. „Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist, kann durch Patientenverfügung festlegen, ob bei konkret beschriebenen Krankheitszuständen bestimmte medizinische Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht sind“ so Kerstin Kittl. Zu den ärztlichen und pflegerischen Maß-nahmen, die Gegenstand einer Patientenverfügung sein können, gehören unter anderem lebenserhaltene Maßnahmen, Schmerz- und Symptombehandlung, künstliche Ernährung, Sterben im Krankenhaus oder zu Hause sowie kirchlicher oder sonstiger Beistand. Die Patientenverfügung kann ebenso wie die Vorsorgevollmacht oder die Betreuungsverfügung gebührenpflichtig beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eingetragen werden.