Schenkung - Geben mit warmer Hand
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Schenkung - Geben mit warmer Hand

Dr. Kittl & Partner
Beitrag von Dr. Kittl & Partner

Seine Kinder schon zu Lebzeiten über eine Schenkung zu bedenken, hat einige Vorteile, zum Beispiel das Sparen von Erbschaftssteuer. Steuerberater Christian Pongratz von der Kanzlei Dr. Kittl & Partner erklärt die wichtigsten Steuervorteile bei Schenkungen.

Wird das Vermögen schon zu Lebzeiten verschenkt, spricht der Volksmund von „Geben mit warmer Hand“. Unter Juristen heißt dieser Vorgang etwas sachlicher „vorweggenommene Erbfolge“. Ein Vorzug der Schenkung ist, dass man die Dankbarkeit der Kinder noch erlebt. Aber auch profanere Gründe können Anlass sein, sein Geld oder Haus vorab auf die nächste Generation zu übertragen. Etwa dann, wenn das Vermögen den Schenkung- / Erbschaftsteuer-Freibetrag des Bedachten (Freibetrag für Kinder je Elternteil und je Kind 400.000 €, Ehegatte 500.000 €, Enkel 200.000 €) überschreitet. „Wer ein Vermögen über 400.000 Euro hat, sollte aus steuerlicher Sicht prüfen, ob es sinnvoll ist, Teile davon zu Lebzeiten zu verschenken", rät Steuerberater Christian Pongratz von der Kanzlei Dr. Kittl & Partner. Auch wenn nicht die Kinder oder Ehepartner als Erben eingesetzt werden sollen, sondern etwa Neffen, Geschwister oder Freunde, kann ein Vorziehen des Erbes sinnvoll sein. Die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer sind bei „entfernt Verwandten“ deutlich geringer.

Zusammenrechnung von Schenkungen (10-Jahresfrist) – hier geht es aber nicht um Nachfolgeplanung

Bei der Nachfolgeplanung muss immer beachtet werden, dass Schenkungen und Erbschaften innerhalb eines 10-Jahreszeitraums zusammengerechnet werden. D.h. jeder Elternteil kann jedem Kind innerhalb von jeweils 10 Jahren 400.000 € schenken. Wenn die 10 Jahre abgelaufen sind, können wieder weitere 400.000 € übertragen werden. Dabei spielt es keine Rolle ob die 400.000 € als Einmalbetrag oder jedes Jahr 40.000 € geschenkt werden. Allerdings werden bei einer gestaffelten Schenkung immer wieder die letzten 10 Jahre zusammengerechnet. Diese sog. Vorschenkungen (zu Lebzeiten) werden auch im Erbfall berücksichtigt, d.h. alle Schenkungen innerhalb der letzten 10 Jahre vor dem Todesfall werden bei der Erbschaftsteuer mitberücksichtigt, auch wenn die Schenkungen den Freibetrag nicht überschritten haben.

Steuern sparen durch die mittelbare Grundstücksschenkung

Ein legaler Weg, Erbschaftssteuer zu sparen, ist die mittelbare Grundstücks-schenkung. Das funktioniert beispielsweise so: der Vater schenkt dem Sohn oder der Tochter Geld, legt aber fest, dass damit ein bestimmtes Grundstück gekauft werden muss. Der Vorteil: „Bei der Schenkung des Geldes wird die Schenkungssteuer nach dem Geldbetrag bewertet. Bei der mittelbaren Grundstücksschenkung wird die Steuer nach dem steuerlichen Wert der Immobilie bewertet. Der kann aber durchaus niedriger ausfallen – vor allem, wenn das Grundstück unter Verwendung des geschenkten Geldbetrages erst in Zukunft bebaut werden soll“, erläutert Steuerberater Christian Pongratz.

Steuern sparen durch die Schenkung von zu Wohnzwecken vermieteten Immobilien
Ebenfalls steuermindernd wirkt sich die Schenkung von zu Wohnzwecken vermieteten Immobilien aus. „Wer eine zu Wohnzwecken vermietete Immobilie - egal ob Haus oder Wohnung - verschenkt, wird mit zehn Prozent des Immobilienwertes steuerlich begünstigt“, so Pongratz. Das heißt, bei der Bemessungsgrundlage für die Schenkungsteuer werden zehn Prozent vom Wert der Immobilie gekürzt. Ist die Immobilie noch durch ein Restdarlehen belastet, und wird gegen Übernahme des Restdarlehens geschenkt - im Fachjargon „gemischte Schenkung“ genannt - kann das Darlehen vom Wert der Immobilie abgezogen werden. Ist die fremdfinanzierte Immobilie zu Wohnzwecken vermietet, sind nur 90 Prozent des Darlehens abzugsfähig.

Steuern sparen durch Schenkung selbst genutzter Wohnimmobilien

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch das selbst genutzte Familien-heim komplett steuerfrei übertragen werden. Zum Beispiel ist die Übertragung der Familienwohnung auf die Ehefrau steuerfrei, wenn diese zehn Jahre dort wohnen bleibt. Im Pflege- oder Todesfall, also wenn die Ehefrau vor Ablauf der zehn Jahre ein Pflegefall wird, geht die Begünstigung nicht verloren. „Anders ist es, wenn aufgrund anderer Umstände ein Auszug erfolgt. Dann fällt die Steuerbegünstigung rückwirkend weg“, erläutert Steuer-Experte Christian Pongratz.

Minderung der Schenkungsteuer durch lebenslange Rente

Möchte der Schenker für die Übertragung einer Immobilie oder anderen Vermögens eine lebenslange Rente erhalten, kann diese Rente steuermindernd mit dem Kapitalwert bei der Bemessungsgrundlage der Schenkungsteuer abgezogen werden.

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