Sparschwein im Gras
Sparschwein im GrasFoto-Quelle: Thorben Wengert / www.pixelio.de

Lohnt Sparen heute und in Zukunft noch?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

"Spare in der Zeit, dann hast du in der Not." Das war nicht nur die Lebensmaxime meiner Großeltern und Eltern. Diese Maxime hat auch das Sparverhalten der Deutschen über Generationen geprägt. Wir gelten weltweit als Sparer-Nation, wir haben Geldinstitute, die Sparkasse heißen und wir verfügen über ein Geldvermögen, das schätzungsweise bei über 4700 Mrd. Euro liegt. Habenzinsen belohnten den Sparer und machte viele Jahrzehnte lang das Sparen attraktiv.

All dies gehört offensichtlich einer schönen Vergangenheit an. Die Zinsen gehen Richtung Null, man munkelt bereits über Strafzinsen für Guthaben. Und dazu kommt eine steigende Angst um das Gesparte.

Jeder zweite sorgt sich um die Sicherheit seiner Ersparnisse. Zu Recht?


Dies ergab eine Umfrage von Infratest Dimap. Viele halten dagegen, dass die Sicherungssysteme der Banken, Sparkassen und Raiffeisenbanken in Deutschland extrem gut seien und vor Bankpleiten sichern. Zudem hat die Bundesregierung 2008 zum Höhepunkt der Finanzkrise die unbeschränkte Garantie für alle Spareinlagen in Deutschland testiert. Das ist eine gewichtige Erklärung, die aber - so Experten - nicht einklagbar ist.

Wie unsicher sind deutsche Spareinlagen?


Seit Zypern gibt es dazu viele Mutmaßungen und Szenarien. Selbst Bundesfinanzminister Schäuble hat eingeräumt, dass ein Euro-Crash von den deutschen Sparern bezahlt werden wird. Das heißt, wird ein europäisches Land zahlungsunfähig, was Schäuble jedoch für "unrealistisch" hält, so seien die deutschen Spareinlagen nicht sicher.

Kann der deutsche Staat also doch im Ernstfall auf das Sparkonto zugreifen?


Die Antwort darauf ist ebenso einfach wie erschreckend: Eine Zwangsabgabe im Zuge der Euro-Krise ist möglich. Auch in Deutschland. Denn der Staat darf und kann eine Abgabe als "fiskalische Maßnahme" erheben und zwar in unbegrenzter Höhe.

Eine solche Vorstellung ist derzeit noch hypothetisch, aber sie rückt in eine wahrscheinliche Nähe, wenn der geplante gemeinsame Einlagensicherungsfonds der Banken auf europäischer Ebene tatsächlich eingeführt wird. In diesem Fall kann nämlich die gemeinsame finanzielle Rückendeckung bei einer Bankenpleite in einem der europäischen Nachbarländer zum Brandschatz für die Guthaben deutscher Sparer werden. Dieser Plan versetzt sogar deutsche Banker in Alarmstimmung.

Den Alarm sieht ein ehemaliger Investmentbanker, der aus ethischen Gründen einen neuen Weg gegangen ist, durchaus als begründet an. Er sagte vor kurzem zu mir: "Das Gesamtvermögen der Deutschen beläuft sich auf angeblich 10 Billionen Euro, das entspricht ungefähr den Schulden in anderen europäischen Ländern. Daraus lässt sich eine Menge folgern." Ob er Recht hat mit seiner Mutmaßung? Ich hoffe es nicht.

Die Folge wäre - aus Sparersicht betrachtet - der Lohn für Sparen ein Stück weit Enteignung. Und all jene hätten Recht, die mehr ausgeben, als sie haben. Wie wäre es mit einer neuen Haltung, die besagt: Spare in der Not, dann hast in der Zeit?! Und:


Wer von unseren Politikern hat den Mut zum klaren Veto?