Hier greifen Staaten am liebsten in Ihre Tasche!

Notfall- und Erbschaftsplanung

von Andr Doerk

Mit einem realistischen, unpolitischen Blick betrachtet, gehört die Krim nun fest zu Russland und wird wohl auch kein zweites Mal, wie zuletzt 1954, an die Ukraine abgegeben. Doch nach dem kurzfristigen „Erfolg” der Krim-Übernahme kostet nun der langfristige Erfolg, die Krim auch wirtschaftlich in Schwung zu bringen, viel Geld.

Hängt die Krim am Tropf russischer Pensionskassen?

Ich war selber einige Male in der Gegend und bin teilweise erschrocken angesichts der Rückständigkeit gegenüber anderen Landesteilen. In der Ukraine setzte man bis zum Schluss eigentlich nur auf die Touristen. Diese kommen aber nur wenige Wochen im Jahr und interessieren sich auch nur für den Strand und nicht das Hinterland. Um den Lebensstandard aller Krim-Bewohner dauerhaft zu steigern, werden deshalb noch Milliarden-Investitionen und viel Geduld vonnöten sein.

Angeblich haben Wladimir Putin und Regierung jetzt die privaten und staatlichen Pensionsfonds angezapft, um der Krim eine Art Ersthilfe zu gewähren. Wenn sich diese Gerüchte bewahrheiten und auch in Russland an die Öffentlichkeit kommen, dürfte die Begeisterung für die Krim-Eroberung deutlich abkühlen.

Russland wäre nicht der erste Staat, der sich an der Altersvorsorge bedient!

Tatsächlich halte ich ein solches Vorgehen nicht für unwahrscheinlich. Denn wo sonst liegen hohe Liquiditätsreserven schnell abrufbereit herum. Das wissen auch andere Regierungen, weshalb Putin bei weitem nicht der erste wäre, der sich an der Altersvorsorge seiner Bürger bedient.

Sogar in der EU gibt es gleich mehrere Beispiele, wo Regierungen auf die Grundsicherung ihrer Bürger im Alter zugriffen. Im so gerne als Vorzeigeland bezeichneten Polen fielen die privaten Rentenfonds den mathematischen Fähigkeiten der Regierung zum Opfer: Indem alle polnischen Staatsanleihen in der Hand privater Rentenfonds beschlagnahmt wurden, sank die Schuldenquote und die Regierung konnte neue Schulden aufnehmen…

Einen richtigen Kuhhandel zog dagegen die spanische Regierung 2013 mit den Pensionsrücklagen ihrer Bürger durch: Diese wurden verwendet, um spanische Staatsanleihen zu kaufen, die am Markt nicht platziert werden konnten. In Madrid ist man sich keiner Schuld bewusst. Man habe das Vermögen ja nicht entwendet, sondern durch eigens begebene Anleihen ersetzt. Hier müsste man aber noch ergänzen: „…die sonst niemand haben wollte.”

Als erster EU-Staat plünderte Irland seine Rentenreserven, um damit in der Finanzkrise Banken zu verstaatlichen und Immobilien zu kaufen, die sonst niemand wollte. Ob diese inzwischen gewinnbringend verkauft wurden, so dass das Geld zurückgeführt werden konnte? Mir ist zumindest nichts dergleichen bekannt. Wäre es der Fall, hätten die Politiker wohl schon dafür gesorgt, dass wir davon hören.

Schwerer greifbare Altersvorsorgen sind vorzuziehen!

Auf diesem Hintergrund ist es auch nachvollziehbar, warum möglichst viele Bürger für die Einzahlung in wenige Altersvorsorgesysteme gewonnen werden sollen. Denn so geben Sie effektiv die Kontrolle über Ihr Vermögen ab. Als Angestellter zwangsweise, bei privater Altersvorsorge aber teilweise sogar freiwillig. Auch die Riester-Rente ist beispielsweise hochreguliert und die Bedingungen können zu einem späteren Zeitpunkt zu Ihrem Nachteil verändert werden. Zur richtigen Zeit geht mit der richtigen Argumentation alles.

Achten Sie deshalb darauf, den größten Teil Ihres Vermögens der Kontrolle des Staates zu entziehen. Schlecht geeignet dafür sind Staatsanleihen, Renten und – mit Abstrichen – auch inländische Immobilien, gut geeignet sind Aktien, ausländische Immobilien und natürlich…Edelmetalle.

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