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Mehr Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen

Jobben im Alter damit das Geld reicht

Von wize.life-Nutzer - Montag, 25.01.2016 - 13:51 Uhr

Jobben im Alter? Muss statt Muße, zumindest gilt das bereits jetzt für einige Rentner in Thüringen – und es werden mehr werden. Das sagt der Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Thüringen voraus. Altersarmut nimmt zu und wird künftig zum Problem. Der Verband lässt es nicht bei Andeutungen: Schon in nur fünf Jahren dürfte der Anteil armer Rentner in Thüringen bei acht Prozent liegen. 2011 waren es nur 3,3 Prozent.

Es wird vor allem Rentner in Erfurt treffen, in Weimar sowie in Gera. Betroffen sein werden auch Rentner in Eisenach, im Kyffhäuserkreis und in Sömmerda. Thüringen liege mit einer prognostizierten Armutsquote von acht Prozent dabei sogar noch unter dem Schnitt der ostdeutschen Länder mit 10,2 Prozent im Jahr 2021. Innerhalb von zehn Jahren wachse die Altersarmut in Thüringen nach diesen Zahlen um 142 Prozent im Freistaat.

Arbeitslos, Niedriglohn – arm im Alter

Schuld an der wachsenden Altersarmut seien „gebrochene Erwerbsbiografien“, das heißt, lange und häufige Arbeitslosigkeit, die sich dann natürlich in einer geringeren Rente niederschlage. Neben Arbeitslosigkeit sind auch Niedriglöhne schuld. Das lässt natürlich das Rentenniveau sinken.

Ein Beleg für die drohende Altersarmut in Thüringen sei auch die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die zusätzlich zu ihrer Rente noch arbeiten. Den aktuellen Zahlen des Sozialministeriums zufolge ist die Zahl der über 65-Jährigen, die sich zur Rente etwas hinzuverdienen, seit 2007 um fast 29 Prozent auf inzwischen annähernd 22 000 gestiegen.

Reformen gegen Altersarmut

Die Zunahme der Altersarmut könne nach Einschätzung des Verbands nur verhindert werden, wenn es zu konsequenten Reformen kommt. Der Landesgeschäftsführer des Sozialverbandes, Reinhard Müller, fordert, dass die Altersgrundsicherung grundlegend reformiert wird. Ferner fordert Müller eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze.

Mehr unter: vorunruhestand.de

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6 Kommentare

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Auch wenn man eine gute Ausbildung hatte und als Mutter noch die Kinder erzogen und eine ganze Weile nicht gearbeitet hat, bleibt es oft nicht aus, dass die spätere Rente nicht reicht.
Viele Männer verdienen nach wie vor mehr als wir Frauen und daran scheitert es oft.
Heute muss fast jede Frau dazu verdienen sonst geht nichts.
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Ja, die Altersarmut findet nicht nur in Sachsen statt sondern auch in den anderen Bundesländern. Ich selbst muß auch dazu verdienen sonst......
Viele Bürger leben in so einer Armut,dass sie sich dann auch nicht trauen zum Sozialamt zu gehen.
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Wenn das Wort "Reform" in den letzten Jahren gebraucht wurde, kündigte sich immer eine weitere Verschlechterung an.
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kann ich nicht verstehen. wenn man sich rechtzeitig um eine gute schulbildung, ausbildung und weiterbildung kümmert, bekommt man auch einen arbeitsplatz, der gut bezahlt wird und später eine akzeptable rente nach sich zieht. diejenigen, die aus schicksalshaften gründen das nicht konnten, werden vom staat "aufgestockt". große sprünge können diejenigen nicht machen, aber sie brauchen nicht hungern und frieren.
Max, das stimmt alles für die alten Bundesländer. Aber in den neuen Bundesländern sah das ein bisschen anders aus. Ich habe bis 81 dort gelebt und war kurz nach der Wende zu Besuch zu einem Klassentreffen. Fast die Hälfte meiner ehem. Klassenkameraden, damals Mitte 40, waren bereits arbeitslos, weil Arbeitsplätze reihenweise wegfielen. Viele haben nie wieder eine dauernde, gut bezahlte Arbeit erhalten - und unter ihnen waren viele hochqualifizierte Leute.
Die, die gleich nach der Wende in Rente gehen konnten, waren gut dran, ihr Gehalt wurde fast auf Westniveau umgerechnet, aber für Menschen aus meiner Generation trifft das, war oben gesagt wurde, sehr häufig zu. Sicher, hungern und frieren muss dort auch keiner - aber die würden auch gern mal eine bescheidene Reise machen, mal Italien sehen, mal Essen oder ins Theater gehen, soziale Kontakte pflegen. Ich finde, das gehört einfach zur Lebensqualität.
also, die bescheidenen reisen kenne ich auch. als wir im abstand von 2.5 jahren unsere zwei kinder bekamen, war meine frau auch zu hause und hat kein geld verdient. wir mußten auch mit dem auskommen, was ich verdiente und das ist in jungen jahren auch meist nicht viel. wir haben mit den kindern camping im zelt gemacht. das waren die schönsten urlaube, die nicht viel gekostet haben. tagesreisen mit dem bus sind meistens auch nicht teuer und oft sehr interessant. aber ich kann mir gut vorstellen, daß der wunsch der einwohner in den "neuen" bundesländern schon sehr stark war, mal die länder kennen zu lernen, in die sie aufgrund der reisebeschränukungen nicht fahren durften. kann ich schon nachfühlen, da wir auch freunde haben in gera und eisenach, mit denen wir nach dem mauerfall in urlaub gefahren sind.
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