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51.000 Euro Nachzahlung - VdK-Berater findet Fehler in Rentenbescheid einer Witwe

News Team
10.07.2018, 10:29 Uhr
Beitrag von News Team

Patricia Müller* wollte in der VdK-Kreisgeschäftsstelle München eigentlich nur ihren Rentenbescheid anschauen lassen. Dabei stellte der Sozialrechtsberater fest, dass sie noch Witwenrente bekommen müsste – und das für 18 Jahre rückwirkend.

Von Sebastian Heise

Sie konnte es nicht glauben, als sie den geänderten Rentenbescheid in den Händen hielt: 51.279,11 Euro werden ihr als „große Witwenrente“ nachgezahlt, und monatlich bekommt sie zusätzlich zur Altersrente 340,64 Euro. Dies verdankt sie Rainer Ansorge, Rentenberater in der VdK-Kreisgeschäftsstelle München. Er hatte den vorherigen Rentenbescheid durchgesehen und ist auf einen Fehler der Deutschen Rentenversicherung gestoßen, der äußerst selten vorkommt.

Tipp eines Bekannten

Patricia Müller hat mehr als 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt. Als sie nun mit knapp 64 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen wollte, ist sie aufgrund eines persönlichen Tipps zum Sozialverband VdK gegangen. Sie hatte selbst schlechte Erfahrungen mit der Rentenversicherung gemacht und ein Bekannter empfahl ihr: „Lass dich lieber vom VdK unterstützen!“ Das tat sie und wurde Mitglied. Sie machte einen Beratungstermin aus, und dies hat sich gelohnt.

Rainer Ansorge schaute sich ihre Rentenunterlagen genau an. Er erfuhr, dass ihr Ehemann bereits im Jahr 1990 gestorben war, sie aber all die Jahre seitdem keine Witwenrente bekommen hat. Grund war offensichtlich ein Versäumnis der Rentenversicherung. Beim Tod ihres Mannes war sie erst 36 Jahre. Da sie selbst berufstätig war und gut verdiente, bekam sie damals keine „kleine Witwenrente“. Allerdings hätte sie ab ihrem 45. Geburtstag eine „große Witwenrente“ bekommen müssen. Dies hat die Rentenversicherung jedoch vergessen.

Neuer Rentenbescheid ausgestellt

Patricia Müller selbst wusste auch nichts davon, da ihr die Berater der Deutschen Rentenversicherung dies nicht gesagt hatten. Auf Nachfrage des Sozialverbands VdK stellte die Rentenversicherung einen neuen Bescheid aus, der zusätzlich zu ihrer Altersrente die „große Witwenrente“ enthielt. Für Patricia Müller kam dies so überraschend wie ein Lottogewinn. Entsprechend aufgeregt war sie. Sie habe in ihrem Leben noch nie so eine hohe Summe auf einmal ausgezahlt bekommen, erzählte sie. Patricia Müller beließ das Geld auch erst einmal auf dem Konto, und hat es bisher noch nicht angerührt. Schließlich muss sie auf diesen Betrag noch Steuern nachzahlen. Aber der Großteil davon wird ihr bleiben. Außerdem freut sie sich natürlich über die monatlich höhere Rentenauszahlung.

VIDEO: Das 1x1 der Rente - das müsst ihr in jedem Alter wissen



Der erfahrene Rentenberater Rainer Ansorge betont, dass so ein Fall eine große Ausnahme sei. Nur bei jemandem, der vor dem 45. Geburtstag den Ehepartner verloren hat, könnte ein ähnlicher Fehler passiert sein. Betroffene sollten in dem Fall prüfen, ob sie die große Witwen- beziehungsweise Witwer-Rente bekommen. Falls nicht, lohnt sich möglicherweise eine Beratung beim Sozialverband VdK.

Spende an den VdK

Patricia Müller war dem VdK jedenfalls so dankbar, dass sie dem Sozialverband einen Betrag spendete und sich nun überlegt, in Zukunft ehrenamtlich für den VdK tätig zu sein. Vorerst will sie aber keine Verpflichtungen eingehen. Sie will die Rente erst einmal genießen, nachdem sie seit ihrem 16. Lebensjahr immer gearbeitet hat.

* Name von der Redaktion geändert

Dieser Artikel erschien zunächst in der VdK-Zeitung

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16 Kommentare

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Bei solchen Ergebnissen kann man den VdK Mitarbeiter doch nur loben. Die Frau darf sich glücklich schätzen, auf ihre alten Tage noch so eine unerwartete Zahlung zu bekommen.
  • 13.07.2018, 18:42 Uhr
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Ich habe mit den VdK auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Man kann froh sein, dass es solche uneigennützigen Organisationen gibt !
  • 11.07.2018, 01:18 Uhr
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Es gibt doch noch eine Gerechtikeit,ob es bei mir stimmt weis ich nicht ich hoffe es.Machte es über VDK seit 2015.
  • 10.07.2018, 22:08 Uhr
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In meinem Fall ist es fast identisch, allerdings ist mein Anspruch rückwirkend bis 2015 inzwischen verjährt, obwohl die RV nach dem Überprüfungsanspruch eine fehlerhafte berechnung eingeräumt hat. Mich wundert, dass im geschilderten Fall für 18 Jahre ausgezahlt wurde.
  • 10.07.2018, 21:45 Uhr
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Ich bin froh das er den Fehler gefunden hat so das es ein kein wenig Gerechtigkeit gegeben hat.
  • 10.07.2018, 19:53 Uhr
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Es sei ihr von Herzen gegönnt ein Dank an den Mitarbeiter der den Fehler aufgedeckt hat sonst wäre die gute Frau niemals zu ihrer gerechten Rente gekommen.
  • 10.07.2018, 19:23 Uhr
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Es ist ihr von Herzen vergönnt.
  • 10.07.2018, 18:28 Uhr
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ja das hat was, zumal immer gesagt wird , das jeder 3. Rentenbescheid falsch ist . Also , mal Widerspruch einlegen , bin ich gerade dabei , weil mir die Steuer und noch nachzahlung zu hoch erscheint . Viele machn keine Steuererklärung , obwohl sie über dem Satz liegen , aber nicht vergessen , diese Schulden sind vererbbar .
  • 10.07.2018, 16:41 Uhr
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Na also rentierte es sich in diesem Fall jedenfalls die Inanspruchnahme des Vdk. Ich bin selbst Mitglied und ehemaliger Schriftführer eines Ortsverbands. Privat verfasse ich über verschiedene possitiven "Kanäle" sozial-kritische Berichte.
  • 10.07.2018, 14:35 Uhr
Mich wundert nur, dass für 18 Jahre nchgezahlt wird.
  • 10.07.2018, 21:57 Uhr
Möglicherweise liegt es daran, daß damals gar kein Bescheid erstellt wurde. Nach SGB X 48 werden Änderungen zugunsten eines berechtigten Bürgers rückwirkend bis zum (fiktiven) Antragszeitpunkt nachgerechnet. Wenn es jemals einen "falschen" Bescheid gab , wird zwar auch komplett nachberechnet, aber nach SGB X 44 wird nur 4 Jahre rückwirkend gezahlt, obwohl der Fehler durch die Rentenversicherung verursacht wurde. Ein Experte kann die Frage sicher anhand konkreter Unterlagen genauer untersuchen. Es lohnt sich also immer für die Rentenversicherung dem Bürger falsche Bescheide zu erstellen.
  • 16.07.2018, 00:07 Uhr
@Martina ...lass dir immer einen Bescheid geben... Ein Bescheid der an eine nicht existierende Adresse geschickt wurde gilt als nicht "bekannt gegeben" , in dem Fall wurde die Widerspruchsfrist von 1 Monat noch nicht versäumt.
  • 16.07.2018, 00:17 Uhr
Rudi, den Bescheid habe ich inzwischen an meine Adresse erhalten und die Berechnung nachgefordert. Einen Termin beim VdK werde ich heute ausmachen. Mal sehen, ob nicht doch noch erwas möglich ist.
  • 16.07.2018, 06:59 Uhr
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Bei mir ist auch einen Fehler bei der Rente passiert . Das Geld für meine 3 Söhne würde nicht einkalkuliert.. ich bekam nur circa 7 Tausend da für die restlichen 12tausend galt schon die Verjährung.. was ich natürlich sehr fragwürdig fand!! Mein Rat immer gut aufpassen!!
  • 10.07.2018, 14:26 Uhr
Ich habe immer gut aufgepasst Nur leider hatte ich von Anfang an einen abschlägigen Bescheid. Nun hat die RV den Rechenfehler wohl eingeräumt, aber die Sache ist verjährt. Tolle Sache !!!
  • 10.07.2018, 22:00 Uhr
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