Welche Anlageform ist bei anhaltendem Niedrigzinsniveau sinnvoll?
Welche Anlageform ist bei anhaltendem Niedrigzinsniveau sinnvoll?Foto-Quelle: ©v.poth - stock.adobe.com fotolia

Zinsen im Keller: Wohin mit dem eigenen Geld im Jahr 2018?

Service Tipp
Beitrag von Service Tipp

Das Sommerwetter 2018 sorgte mit seiner anhaltenden Dürre bei vielen für Stirnrunzeln. Im Garten wollte der Rasen nicht mehr grün werden. Und auch die Ernte ist für viele Klein- und Hobbygärtner ins Wasser gefallen. Dürre herrscht aber noch anderswo – bei den Zinsen. Seit Zentralbanken und Staaten der Kreditwirtschaft unter die Arme greifen mussten, darbt der einfache Sparer. Dramatisch gesunkene Leitzinsen haben voll auf die klassischen Sparprodukte durchgeschlagen. Während sich Haushalte freuen, die Schulden machen – sei es für das Eigenheim oder die neue Küche – hat jeder Anleger seit Jahren Sorgenfalten auf der Stirn.

Gerade bei Sparbuch oder Tagesgeld sind die Zinsabschläge dramatisch. Wie stark die Renditen abgeschmolzen sind, lässt sich beim Blick ins Archiv der Bundesbank erahnen. Hier wird in den Zinsstatistiken der Verfall dokumentiert – und die schleichende Enteignung der Sparer. 2003 (Januar) lag der Durchschnittszins für Anlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist bei 2,39 Prozent pro Jahr. 2009 waren es noch 2,33 Prozent. Das Jahr 2018 markiert einen vorläufig bitteren Höhepunkt. Im August lag der Durchschnittshabenzins bei 0,15 Prozent. Das Problem: Bei der Inflation liegt Deutschland wieder über der zwei-Prozent-Marke. Warum sind die Haben-Zinsen so dramatisch zusammengeschmolzen? Und wie sieht es mit Alternativen für die Geldanlage aus – speziell, wenn das Geld mittelfristig in Anspruch genommen wird?

Warum zahlen Banken so wenig Zinsen?

Zentraler Dreh- und Angelpunkt für Mini-Zinsen auf Sparprodukte ist die Zinspolitik der Leit-/Zentralbanken. Für Europa bzw. die EU ist entscheidend, welche Maßnahmen die Europäische Zentralbank – kurz EZB – beschließt.
In der Vergangenheit hat diese im Wesentlichen zu zwei Mitteln gegriffen: Anleihekäufer und Leitzinssenkungen. Banken, welche sich über die EZB mit frischem Geld versorgen, zahlen also seit Jahren einen niedrigen Zinssatz. Diese Entwicklung pauschal für Zinsen auf einem Rekordtief verantwortlich zu machen, lässt einige wichtige Aspekte außen vor.
Denn neben der EZB-Zinspolitik spielt auch das Pfandbriefgeschäft eine Rolle. Hierbei handelt es sich um Schuldverschreibungen, mit deren Hilfe sich Privatkundenbanken Geld am Kapitalmarkt besorgen. Die Pfandbriefrendite ist letztlich eine Messlatte, an welcher sich die Bauzinsen orientieren. Und diese wiederum sind für Banken essenziell im Zinsdifferenzgeschäft.

Zinsdifferenzgeschäft: Wenn Banken weniger Umsatz machen

Das Funktionsprinzip hinter den Zinsdifferenzgeschäften ist simpel: Banken nehmen Geld – etwa über die Pfandbriefmärkte auf (Refinanzierung) und verleihen Geld an private Haushalte. Aufgrund der in den vergangenen Jahren niedrigen Differenz sind dabei die Umsätze der Banken geschrumpft – weshalb die Kreditwirtschaft diese Entwicklung an Bankkunden weiterreicht. Zu spüren bekommen dies Sparer, welche auf ihre Einlagen inzwischen nur noch Minizinsen bekommen.

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt stellt wichtige Weichen für das Zinsgeschäft
©pure-life-pictures - stock.adobe.comDie Europäische Zentralbank in Frankfurt stellt wichtige Weichen für das Zinsgeschäft

EZB-Zinsen: Wann ist mit einem Anstieg zu rechnen?

Pfandbriefmarkt und Zinsdifferenzgeschäfte sind eine Seite der Medaille. Erheblich Einfluss hat die EZB mit ihren Zinsentscheidungen. Hier stellt sich aus Sicht von Sparern und Anlegern die Frage, wann es denn nun endlich wieder nach oben gehen wird?
Grundsätzlich sind für die EZB mehrere Zinssätze wichtig. Einer dieser Parameter ist der Hauptrefinanzierungssatz. Dieser gilt für die Versorgung mit Kapital, dass Banken über die EZB in Anspruch nehmen können. Er liegt aktuell bei 0 Prozent. Ein weiteres Instrument ist die sogenannte Einlagefazilität.
Hier wird Banken die Möglichkeit eingeräumt, überschüssige Gelder zu „parken“. Die Banken erhielten hier früher einen Zins, der inzwischen negativ ist. Das Ziel: Die EZB will Banken dadurch anhalten, Kapital lieber zu investieren – etwa in Kredite.
Für die Kapitalmärkte haben die Zinssätze/Finanzierungsinstrumente der EZB große Bedeutung. Bislang sind keine eindeutigen Anzeichen der erhofften Zinswende zu sehen. Die EZB hält bislang eisern an der eingeschlagenen Zinspolitik fest. Doch früher oder später wird sie an der Zinsschraube drehen müssen. Möglicherweise Ende 2019, vielleicht aber auch erst 2020.

Sparzinsen und ihr Effekt auf das Vermögen

Anlageformen, deren Fokus auf Habenzinsen liegt, steht seit Jahren unter Druck. Schuld ist die Politik der EZB. Wie dramatisch die Situation bei den Sparbüchern ist, hat das einführende Beispiel gezeigt. Allerdings sind es nicht nur Sparbücher, welche unter der Situation leiden. Auch Tagesgeld (jederzeit verfügbare Bankeinlagen) und Termingelder wie Festgeld werfen kaum noch nennenswert Zinsen ab.
Beim Tagesgeld lagen die Habenzinsen 2007/2008 – also den Krisenjahren – zwischen 1,7 Prozent bis 1,9 Prozent. Inzwischen hat sich diese Verzinsung fast komplett aufgelöst. Beim Festgeld sieht es nicht sehr viel besser aus.
Wer als Sparer auf Zinsen setzt, hat ein zweites Problem: Die Steuern. Pauschal werden Zinsen mit 25 Prozent versteuert. Bei einem Zinssatz von 0,25 Prozent erwirtschaften 10.000 Euro gerade noch 25 Euro. Abzüglich Steuer bleiben 18,75 Euro. Und die Inflationsrate hat bisher noch keine Rolle gespielt. Bei 1,5 Prozent Inflation steht unterm Strich ein Minus – von knapp 130 Euro.

Achtung: Zusätzlich kommt es mittlerweile sogar vereinzelt dazu, dass Banken sogenannte Strafzinsen erheben. Wer sein Geld zum Beispiel auf dem Girokonto belässt, muss bei größeren Summen selbst ein Entgelt für die Aufbewahrung entrichten. Auch dies ist eine Folge der EZB-Geldpolitik. Selbst, wenn nur wenige Banken von Privatkunden solche Gebühren erheben, sollten diese jedoch die Augen offenhalten, um am Ende nicht in diese Kostenfalle zu tappen.

Auch Kapitalversicherungen leiden

Kapitalbildende Versicherungen – allen voran die Kapital-Lebensversicherung – haben wie die Sparer mit der Zinsentwicklung zu kämpfen. Der Grund: Versicherer werden vom Staat in die Pflicht genommen, wenn es um die Auswahl der Anlageprodukte geht.
Überall dort, wo Gesellschaften eine gewisse Rendite zusichern (Stichwort Garantiezins) oder die Auszahlung der Einlagen garantieren müssen, darf nicht frei mit dem Kapital der Kunden gewirtschaftet werden. Im Anlagemix machen risikoreiche Wertpapiere nur einen gewissen Prozentsatz aus.
Der Rest fließt in konservative Anlageformen, auf welche die Zinsentscheidungen der EZB aus den letzten Jahren Einfluss hatten. Bedeutet: Auch diese institutionellen Anleger mussten in der Vergangenheit deutliche Abschläge verkraften. Deutlich spürbar ist diese Entwicklung an gesunkenen:

• Garantiezinsen
• Überschussbeteiligungen.

Und an noch einem Punkt sind die Erfahrungen der Vergangenheit bitter. Rückstellungen, die in verschiedenen Personenversicherungen zu bilden sind – wie die Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung – hängen von den Sparzinsen/Renditen ab. Verändern sich die Rahmenbedingungen (wie in der Vergangenheit) gehen die Anlageprognosen der Versicherer nicht mehr. Das Ende sind steigende Beiträge für die Rückstellungen. Und damit fehlt am Ende Geld fürs private Sparen.

Alternativen bei der Geldanlage

Auch wenn Experten – etwa im Hinblick auf die Situation in den USA und den Anleihekäufen der EZB – eine Zinswende am Horizont aufziehen sehen, ist in den kommenden Monaten damit nicht zu rechnen. Welche Lehren müssen für die eigene Geldanlage aus dieser Entwicklung gezogen werden? Sämtliche Rücklagen in Aktien investieren? Oder doch alles auf Gold oder vielleicht sogar Kryptowährungen setzen?
Weder noch! Eine Geldanlage muss zwei Faktoren berücksichtigen – Rendite und Sicherheit. Einzufließen hat außerdem das persönliche Anlageziel. Wird mit Mitte 50 das Portfolio komplett auf Risiko umgeschichtet, winkt vielleicht eine hohe Rendite. Es steigt aber auch die Chance, dass das ganze Ersparte komplett verloren geht.
1. Investment in Aktien
Aktien gelten als das klassische Wertpapier. Über die Börse gehandelt, versprechen sie Erträge auf zweierlei Wegen:
• Verkaufserlös
• Dividende.
Letztere entspricht einer Gewinnbeteiligung, welche Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre ausschütten. Abhängig ist die Dividendenzahlung natürlich vom Geschäftsjahr – sprich der Bilanz – und den Zukunftsaussichten. Hintergrund: Muss ein Unternehmen wegen Rechtsstreitigkeiten (oder Bußgeldern) Rückstellungen bilden oder nimmt diese als Investitionskapital vor, schmilzt die Dividende zusammen.
Im Hinblick auf den Erlös aus dem Aktiengeschäft ist der Sachverhalt klar. Am besten ist günstig gekauft und teuer an den Börsen wiederverkauft. Wie viel Rendite ist in Bezug auf Aktiengeschäfte drin?
Ein sehr gutes Beispiel zur Illustration ist das Rendite-Dreieck für den DAX des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Hier wird für verschiedene Haltezeiträume die durchschnittliche Jahresrendite aufgetragen. Die Lehren: Ein kurzer Anlagehorizont kann zu Verlusten führen – die in der Vergangenheit teils deutlich gewesen sind (1986 auf 1987 hat sich der DAX-Wert fast halbiert). Aktionäre mit langfristig ausgelegter Strategie haben immer noch Gewinne einfahren können.
Beispiel Dot-Com Krise:
• Erwerbsjahr 2001 – Verkauf 2002 > mehr als 49 Prozent Verlust
• Erwerbsjahr 1990 – Verkauf 2002 > 1,0 Prozent Rendite
• Erwerbsjahr 1980 – Verkauf 2002 > 6,5 Prozent Rendite
• Erwerbsjahr 1970 – Verkauf 2002 > 7,6 Prozent Rendite

Wer ins Aktiengeschäft einsteigen will, sollte sich regelmäßig mit dem aktuellen Börsengeschehen beschäftigen
unsplash.com Markus SpiskeWer ins Aktiengeschäft einsteigen will, sollte sich regelmäßig mit dem aktuellen Börsengeschehen beschäftigen

Wertpapiere rechtzeitig umschichten
Aus dem Rendite-Dreieck lassen sich noch einige weitere Sachverhalte herauslesen. Auch wenn die Einbrüche an den Börsen mitunter extrem ausgefallen sind – nach drei bis vier Jahren schrieben die Wertpapiere oft schon wieder schwarze Zahlen.
Sich überstürzt aus dem Investment Aktie verabschieden, kann ein Fehler sein. Aber: Um die Verluste eines Kursrutschs wieder aufzufangen, braucht es Zeit. Je näher der Ruhestand rückt und das Geld die Rente aufbessern soll, umso stärker rückt die Umschichtung im Portfolio in den Fokus. Der Aktienanteil sinkt, die festverzinslichen Rentenpapiere oder Geldmarktanteile nehmen zu. Der Aktienanteil korreliert mit dem Lebensalter. Das Alter von 100 abgezogen – eine in diesem Zusammenhang immer wieder zitierte Faustformel.

2. ETFs - eine smarte Lösung?
Aktien bringen zwar durchaus attraktive Renditen und werden als Alternative zum Zinssparen in einem angespannten Kapitalmarktumfeld angepriesen. Gerade bei Anlegern mit einem ausgeprägten Anspruch an Sicherheit wecken Aktien gewisse Ängste. Der Kurssturz zur Jahrtausendwende oder im Fahrwasser der Lehman-Pleite ist immer noch in Erinnerung.
Seit einigen Jahren haben sich ETFs etabliert. Und diese Anlageform ist in Empfehlungen immer wieder zu finden. Was steckt dahinter? ETF steht für exchange traded fund – was aus dem Englischen mit börsengehandeltem Fond übersetzt wird.
Sind ETFs also einfach nur Investmentfonds? Nein, sie zeichnet einige Besonderheiten aus. In diesem Segment geht es meist um Indexfonds. Letzteren wird ein Index zugrunde gelegt und dieser entsprechend abgebildet. Dieses „Spiegeln“ bringt einige Vorteile mit:
• ETFs sind günstig: Im Vergleich zu einem klassischen Fonds mit aktiver Verwaltung ist der ETF im Regelfall günstiger. Dieser Aspekt ist – angesichts der Zusatzkosten fürs Depot und die Steuern – durchaus wichtig.
• ETFs sind sicherer: Eine Grundvoraussetzung ist die Risikostreuung für Kapitalanlagen. Nicht jeder Beginner macht hier sofort alles richtig. Da ein ETF heute meist einige Dutzend bis einige hundert Werte enthält, fallen Underperformer und Aktien, die Verlust machen, nicht so stark ins Gewicht.
• ETFs für den kleinen Geldbeutel: Aktien können recht teuer sein. Aufgrund der Tatsache, dass viele Broker/Banken ETFs für ihre Sparpläne zulassen, lässt sich bereits mit kleinen Summen etwas erreichen. Zusätzlich wird an dieser Stelle vom Durchschnittskosteneffekt profitiert.
Aber: ETFs haben auch Nachteile – wie zum Beispiel die Tatsache, dass sehr gute Performer unter den Aktien nicht so stark ins Gewicht fallen. Und es entzieht sich Anleger die Art und Weise, wie der ETF intern aufgebaut ist.
Wer sich für ETFs interessiert, muss sich auch mit dem Thema Steuern beschäftigen. Einige ETFs schütten beispielsweise jedes Jahr Dividenden aus, andere Fonds nutzen das Kapital direkt für eine Wiederanlage. Die steuerliche Bewertung sollte in der Entscheidung auf keinen Fall einfach ausgeblendet werden, da sie die Rendite am Ende durchaus beeinflussen kann.

3. Immobilien als Geldanlage
Betongold – dieses geflügelte Wort macht seit Jahren die Runde. Schlicht und ergreifend geht es darum, mit Immobilien Vermögen aufzubauen. Einerseits ist dies durch Mietobjekte möglich. Angesichts der aktuellen Mietpreisentwicklung klingt es verlockend, die Seiten zu wechseln.
Auf der anderen Seite ist beim Betongold die eigene Immobilie – sprich eine Eigentumswohnung oder ein Haus – gemeint. Sobald der Baukredit getilgt ist, macht sich das mietkostenfreie Wohnen voll bemerkbar. Und außerdem kann ein Haus je mit Gewinn verkauft werden – etwa wenn’s im Alter einfach nicht mehr geht.
Generell sind Immobilien als Anlageinstrument objektiv kritisch zu bewerten. Heißt: Ein Immobilienobjekt kann sich lohnen – aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Damit die Rechnung aus der Vermietung aufgeht, dürfen Leerstand und Instandhaltungskosten nicht zu hoch sein. Eine fachmännische Beurteilung der Substanz muss in jedem Fall dazugehören. Parallel haben die Finanzierungskonditionen – sprich Zinssatz oder Sondertilgungen – ein Wörtchen mitzureden.
Und von was sich niemand täuschen lassen sollte, sind die Prognosen zur Wertentwicklung. Hier haben
• der Immobilienmarkt
• die kommunale Raumplanung
• der Kapitalmarkt
ein Wörtchen mitzureden. Beispiel Bauzinsen: Gehen diese wieder nach oben und machen Anschlussfinanzierungen teuer, kann es zu einem Überangebot kommen. Aufgrund hoher Finanzierungskosten lassen sich die so wertstabil geglaubten Immobilien nur mit einem Abschlag verkaufen – da viele Angebote zeitgleich auf den Markt drängen.

Die eigene Wohnimmobilie oder ein Renditeobjekt können eine sinnvolle Geldanlage darstellen
©KB3 - stock.adobe.comDie eigene Wohnimmobilie oder ein Renditeobjekt können eine sinnvolle Geldanlage darstellen

Immobilienrendite richtig berechnen

Immer wieder tauchen im Internet Angebote für Anleger auf, in denen es um Traumrenditen für Immobilien geht. Generell ist bei Renditerechnungen Skepsis ein guter Ratgeber. Hintergrund: Für die Renditerechnung kann zu verschiedenen Methoden gegriffen werden.
Und einige rechnen die Erträge „schön“. Wo es an Erfahrung fehlt, sollte zuerst in die Theorie der Immobilienwirtschaft eingetaucht werden. Andernfalls drohen teure Fehlentscheidungen, die schnell Anleger komplett ruinieren können.

Immobilienfonds: Renditeturbo oder Groschengrab

Das Thema Sachwertfonds ist für Geldanlagen ein heißes Eisen. Richtig umgesetzt, kann es durchaus lohnen, solche Fonds anzuvisieren. Allerdings kann hier auch sehr viel schiefgehen. Besonders kritisch sind Fonds zu betrachten, welche nach der Zeichnungsphase geschlossen werden.
Anleger sind dann über die komplette Laufzeit gebunden – und tragen das Insolvenzrisiko. Anders offene Immobilienfonds: Hier besteht die Möglichkeit, die Einlage wieder abzuziehen und sich an anderer Stelle nach passenden Anlageformen umzusehen.

Wo lässt sich noch Geld anlegen?

Mittlerweile bietet der Markt für Geldanlagen ein sehr breites Spektrum. Einige Anlageformen erwirtschaften tatsächlich eine hohe Rendite – auch längerfristig. Andere Assets sind reine Spekulationsgeschäfte. Die folgende Übersicht zeigt einige weitere Möglichkeiten für Anleger, die jedoch stets einem speziellen Check unterzogen werden sollten:
• Kryptowährungen: Kryptocoins – von denen der Bitcoin sicher besonders bekannt ist – haben 2017 einen extremen Höhenflug erlebt. Aus einem Portfolio im Wert weniger tausend Euro sind in Monaten Millionen geworden. Allerdings zeigt der Absturz kurz vor Weihnachten 2017 die starke Volatilität – sprich den Spekulationscharakter des Ganzen.
• Oldtimer: Autos, die ein gesetztes Alter erreichen, gelten als Oldtimer. Altes Blech, dass in Scheunen rostet – diese Sicht verstellt den Blick auf die Möglichkeiten. Inzwischen steigen die Preise für Oldtimer am Markt sehr deutlich. Es muss nicht gleich ein Mercedes SL oder ein Jaguar sein. Auch mit weniger bekannten „Millionenschätzchen“ lassen sich Erträge erzielen. Interessierte Anleger müssen eines wissen. Wer hier bestehen will, braucht das notwendige Know-how.
• Erneuerbare Rohstoffe: Windkraft und Solarenergie oder Holz (sprich Wald) tauchen immer wieder bei Geldanlagen auf. Anleger können sich Anteile an einem Forststück kaufen oder zeichnen Anleihen/Fondsanteile auf Energieparkts. Das Problem besteht in den Risiken, welche sich hier verbergen. Geht die Rechnung auf, winkt eine Rendite. Unwetter oder Finanzierungslücken können aber auch zum GAU werden.

Bitcoins waren zwar gehyped, unterliegen aber auch sehr starken Wertschwankungen
umsplash.com Andre FrancoisBitcoins waren zwar gehyped, unterliegen aber auch sehr starken Wertschwankungen

Fazit: Richtig anlegen statt sparen
Sparbuch und Festgeld bringen kaum noch Zinsen ein. Diese Wahrheit ist bitter, geht es hier doch nicht selten auch um Aspekte der Altersvorsorge. Mit der sinkenden Rendite stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Ganz klar – ab an die Börse. Solche Aufforderungen sind in den letzten Jahren immer wieder zu hören oder lesen gewesen. Allerdings sollte der Gang „aufs Parkett“ gut durchdacht und vorbereitet sein. Wo Aktien als Asset in Frage kommen, sollte es um Fertigkeiten in der Chartanalyse gehen. Wer sich nicht so viel Arbeit machen will, kann auf ETFs zurückgreifen. Betongold – sprich Immobilien – oder andere Sachwertanlagen scheinen auf den ersten Blick zwar einfacher. Aber auch hier gibt es Klippen, die jeder Anleger zu umschiffen hat und die bei Fehlern auch viel Geld kosten können.