Rente: So viel muss man heute sparen, um später genug zu haben
Rente: So viel muss man heute sparen, um später genug zu habenFoto-Quelle: Pixabay

Rentenversicherung: So viel muss man heute sparen, um später genug zu haben

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Beitrag von News Team

Die gesetzliche Rente ist sicher, aber sie reicht nicht, um den Lebensstandard der berufstätigen Jahre beizubehalten. Wer die gewohnte Kaufkraft im Alter weiterhin haben möchte, muss mindestens 80 Prozent des früheren Einkommens als Rente beziehen - und dafür im Berufsleben zusätzlich sparen. Wie viel sollte man aber zurücklegen, und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür, mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen?

Mit Unterstützung der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Bayern haben Experten der Zeitschrift „WirtschaftsWoche“ (WiWo) exemplarisch berechnet, wie viel Geld Durchschnitts-, Besser- und Niedrigverdiener zurücklegen sollten. Grundlage der Berechnungen sind Brutto-Einkommenswerte in Höhe von jeweils 3.133 Euro, 6.000 Euro und 1.600 Euro. In allen Beispielen sollte man ab dem Renteneintritt bis zum Alter von 90 Jahren 80 Prozent ihrer heutigen Kaufkraft zur Verfügung haben.

Die Ergebnisse, zu dem die Experten der WiWo gekommen sind, stellen sich als ernüchternd heraus: Zwischen 22 und knapp 55 Prozent Prozent seines Nettogehalts müsste jeder zurücklegen, abhängig von seinem Alter und seinem Einkommen. Dabei gilt: Je mehr ein Mensch verdient und je früher er zu Sparen beginnt, desto weniger muss er privat vorsorgen. Vorausgesetzt wird für die Berechnung eine Inflationsrate von zwei Prozent und eine jährliche Rentenanpassung von 1,5 Prozent.

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Beispiel 1: Angelika - Bruttogehalt von 3.133 Euro

Zur Person: Angelika ist 30 Jahre alt, ledig und zahlt keine Kirchensteuern.

Zum Gehalt: Im Jahr 2018 verdient Angelika monatlich 3.133 Euro brutto, also 2.020 Euro netto. Soll sie später, wenn sie 2055 mit 67 Jahren und nach 45 Arbeitsjahren in Rente geht, 80 Prozent dieser Summe zur Verfügung haben, benötigt sie ab diesem Jahr monatlich 3.333 Euro brutto (bei der Berechnung wird eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent berücksichtigt).

Geht man davon aus, dass Angelika bis zum Renteneintritt gleich viel verdient, und dass Renten ab dem Jahr 2040 voll versteuert werden müssen, kommt sie auf einen Rentenanspruch von monatlich 1.145 Euro netto. Die Rentenlücke beträgt also monatlich 1.347 Euro oder 372.000 Euro bis zum 90. Lebensjahr.

Variante 1 - Angelika fängt mit 30 Jahren an, privat vorzusorgen: Geht man davon aus, dass Angelika 37 Jahre den gleichen Betrag in die private Rentenkasse einzahlt, und dass der jährliche Zinssatz 3 Prozent beträgt, muss sie jeden Monat 461 Euro sparen, um im Alter ihren heutigen Lebensstandard zu halten (23 Prozent des Nettoeinkommens).

Variante 2 - Angelika fängt mit 38 Jahren an, privat vorzusorgen: Wenn Angelika erst mit 38 Jahren zu sparen anfängt, hat sie nur noch 29 Jahre Zeit, um die Rentenlücke zu schließen. Demnach muss sie monatlich 675 Euro in die private Rentenkasse einzahlen (33,7 Prozent des Nettoeinkommens).

Variante 3 - Angelika fängt mit 45 Jahren an, privat vorzusorgen: Wenn Angelika 15 Jahre wartet, um in die private Rentenkasse einzuzahlen, muss sie monatlich 999 Euro zurücklegen, um die Rentenlücke zu schließen, also 50 Prozent ihres Nettoeinkommens.

Beispiel 2: Franziska - Bruttogehalt von 6.000 Euro

Zur Person: Franziska ist 30 Jahre alt, ledig und zahlt keine Kirchensteuern.

Zum Gehalt: Im Jahr 2018 verdient Franziska monatlich 6.000 Euro brutto, also 3.417 Euro netto. Soll sie später, wenn sie 2055 mit 67 Jahren und nach 45 Arbeitsjahren in Rente geht, 80 Prozent dieser Summe zur Verfügung haben, benötigt sie ab diesem Jahr monatlich 5.689 Euro brutto (bei der Berechnung wird eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent berücksichtigt).

Geht man davon aus, dass Franziska bis zum Renteneintritt gleich viel verdient, und dass Renten ab dem Jahr 2040 voll versteuert werden müssen, kommt sie auf einen Rentenanspruch von monatlich 3.516 Euro netto. Die Rentenlücke beträgt also monatlich 2.173 Euro oder 600.000 Euro bis zum 90. Lebensjahr.

Variante 1 - Franziska fängt mit 30 Jahren an, privat vorzusorgen: Geht man davon aus, dass Franziska 37 Jahre den gleichen Betrag in die private Rentenkasse einzahlt, und dass der jährliche Zinssatz 3 Prozent beträgt, muss sie jeden Monat 744 Euro sparen, um im Alter ihren heutigen Lebensstandard zu halten (21,8 Prozent des Nettoeinkommens).

Variante 2 - Franziska fängt mit 38 Jahren an, privat vorzusorgen: Wenn Franziska erst mit 38 Jahren zu sparen anfängt, hat sie nur noch 29 Jahre Zeit, um die Rentenlücke zu schließen. Demnach muss sie monatlich 1.088 Euro in die private Rentenkasse einzahlen (31,8 Prozent des Nettoeinkommens).

Variante 3 - Franziska fängt mit 45 Jahren an, privat vorzusorgen: Wenn Franziska 15 Jahre wartet, um in die private Rentenkasse einzuzahlen, muss sie monatlich 1.611 Euro zurücklegen, um die Rentenlücke zu schließen, also 47 Prozent ihres Nettoeinkommens.

Beispiel 3: Nadine - Bruttogehalt von 1.600 Euro

Zur Person: 30 Jahre alt, ledig und zahlt keine Kirchensteuern.

Zum Gehalt: Im Jahr 2018 verdient Nadine monatlich 1.600 Euro brutto, also 1.166 Euro netto. Soll sie später, wenn sie 2055 mit 67 Jahren und nach 45 Arbeitsjahren in Rente geht, 80 Prozent dieser Summe zur Verfügung haben, benötigt sie ab diesem Jahr monatlich 1.941 Euro brutto (bei der Berechnung wird eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent berücksichtigt).

Geht man davon aus, dass Nadine bis zum Renteneintritt gleich viel verdient, und dass Renten ab dem Jahr 2040 voll versteuert werden müssen, kommt sie auf einen Rentenanspruch von monatlich 1.097 Euro netto. Die Rentenlücke beträgt also monatlich 862 Euro oder 238.000 Euro bis zum 90. Lebensjahr.

Variante 1 - Nadine fängt mit 30 Jahren an, privat vorzusorgen: Geht man davon aus, dass Nadine 37 Jahre den gleichen Betrag in die private Rentenkasse einzahlt, und dass der jährliche Zinssatz 3 Prozent beträgt, muss sie jeden Monat 295 Euro sparen, um im Alter ihren heutigen Lebensstandard zu halten (25,3 Prozent des Nettoeinkommens).

Variante 2 - Nadine fängt mit 38 Jahren an, privat vorzusorgen: Wenn Nadine erst mit 38 Jahren zu sparen anfängt, hat sie nur noch 29 Jahre Zeit, um die Rentenlücke zu schließen. Demnach muss sie monatlich 432 Euro in die private Rentenkasse einzahlen (37 Prozent des Nettoeinkommens).

Variante 3 - Nadine fängt mit 45 Jahren an, privat vorzusorgen: Wenn Nadine 15 Jahre wartet, um in die private Rentenkasse einzuzahlen, muss sie monatlich 639 Euro zurücklegen, um die Rentenlücke zu schließen, also 54,8 Prozent ihres Nettoeinkommens.