Viele Arbeitssuchende über 50 haben wenig Chancen noch einmal ins Berufslebe ...
Viele Arbeitssuchende über 50 haben wenig Chancen noch einmal ins Berufsleben einzusteigen.Foto-Quelle: Pixabay

Mit 55 arbeitslos: ZWEI DRITTEL finden keinen neuen Job - aus diesem TRAURIGEN Grund

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Beitrag von News Team

Wer im höheren Alter noch einmal arbeitslos wird, hat häufig Probleme dabei noch einmal ins Berufsleben einzusteigen. Zwei Drittel der über 55-Jährigen finden in dieser Situation keine Anstellung mehr. Grund dafür sind Vorurteile der Arbeitgeber, wie jetzt eine Studie bestätigt.

Der Arbeitsmarkt boomt, die Arbeitslosenquote sinkt immer weiter und Fachkräfte werden händeringend gesucht. Trotzdem fällt es vielen "älteren" Menschen, die arbeitslos werden, schwer, eine neue Anstellung zu finden, wie die "WirtschaftsWoche" berichtet.

Ältere Arbeitssuchende finden oft keine neue Anstellung

Die Bundesagentur für Arbeit hat einen Bericht zur „Situation von Älteren“ zwischen 2007 und 2017 veröffentlicht. Darin heißt es, der Anteil der Arbeitslosen im Alter von 55 bis 65 Jahren sei um 8 Prozent gestiegen, wobei jedoch die absoluten Zahlen gesunken seien.

2017 waren 530.000 Personen zwischen 55 und 65 Jahren arbeitslos gemeldet.

Das macht ein Fünftel aller Arbeitslosen in Deutschland aus. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) finden nur 35 Prozent der älteren Arbeitssuchenden innerhalb von zwei Jahren wieder eine neue Anstellung. Die Länge der Arbeitslosigkeit wirkt sich zudem negativ auf die Erfolgschancen aus.

IAB-Studienleiterin Katja Wolf sagte gegenüber der Wirtschaftswoche:

Von den Männern und Frauen unter 50 findet immerhin noch mehr als die Hälfte innerhalb der ersten sechs Monate eine neue Stelle. Ab 55 Jahren sinken die Chancen signifikant, ab 58 Jahren wird es richtig kritisch: Wer dann seinen Job verliert, der findet sehr häufig auch keinen neuen mehr.

Arbeitgeber haben Vorurteile

70 Prozent der Arbeitsagenturvermittler, die im Zuge der Studie befragt wurden, nannten als Grund für das Problem Vorurteile auf Seiten der potentiellen Arbeitgeber. Diese gehen davon aus, dass jüngere Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben und sich die Einarbeitung daher mehr lohnt. Dieses Argument ist jedoch völlig unbegründet, denn es ist vor allem die jüngere Generation, die häufig den Arbeitgeber wechselt.

Trotzdem werden bei gleicher Qualifikation meist die Jüngeren eingestellt. Und das ist nicht nur in Deutschland der Fall - Studien in Schweden, Frankreich und den USA kamen zu dem gleichen Ergebnis. IAB-Studienleiterin Katja Wolf spricht von einer regelrechten Altersdiskriminierung.

Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die immer kürzeren Umstrukturierungszyklen als Ursache für die Vorurteile im Verdacht.

Gerade die großen Unternehmen suchen eine sehr flexible, sich sehr schnell einarbeitende und vor allem sich unkritisch anpassende Belegschaft. Ältere Fach- und Führungskräfte haben ein großes Erfahrungswissen und betrachten wechselnde Unternehmensstrategien eher kritisch – und ziehen sie womöglich in Zweifel.

Trend könnte sich bald umkehren

Noch gibt es keinen Trend hin zu einer geringeren Rate später Arbeitslosigkeit. Trotzdem sehen Wirtschaftsexperten positiv in die Zukunft, wie es bei der "WirtschaftsWoche" weiter heißt. Die Fixierung auf möglichst junge Mitarbeiter gehe zurück. Zudem rücke die Bedeutung gemischter Teams für ein erfolgreiches Unternehmen langsam in das Bewusstsein der Arbeitgeber.


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