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Weiß jetzt schon, dass er seinen Lebensstandard als Rentner nicht halten kan ...

Angst vor Altersarmut - Wenn die Rente trotz harter Arbeit kaum zum Leben reicht

Von News Team - Freitag, 08.02.2019 - 17:50 Uhr

Ihr Berufsalltag ist stressig, sie arbeiten seit Jahren hart für ihr Geld, doch schon jetzt klar: Im Ruhestand wird ihnen wenig Geld zum Leben bleiben. Das ist eine Gemeinsamkeit der drei Berufstätigen aus verschiedenen Teilen Deutschlands, die eine „ZDF.Reportage“ begleitet - zu sehen am kommenden Sonntag (10. Februar 2019, 18 Uhr) in der Dokumentation „Reicht die Rente? Was vom Arbeitsleben übrig bleibt“.

Dabei geht es vor allem um diese Fragen: Wie groß ist die Angst vor dem Alter? Was können sie für später zurücklegen? Und was können sie sich heute noch gönnen - worauf sie in Zukunft vermutlich verzichten müssen?

Seinen Lebensstandard wird er nicht halten können


Dass er seinen derzeitigen Lebensstandard als Rentner nicht halten kann, ist Günter D. schon lange klar. Im kommenden Jahr möchte der heute 62-Jährige in Rente gehen. Etwas mehr als monatlich 1100 Euro wird er im Ruhestand bekommen.

Davon werde er sich die Miete für die Wohnung nicht mehr leisten können, in er er derzeit lebe, sagt er. „Ich komm' jetzt gut klar, mit dem Geld, was ich verdiene, kann mir das leisten, was ich möchte. Nur wenn ich in Rente gehe, dann fehlt mir einiges.“

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Günter D. arbeitet seit fast 50 Jahren als angestellter Bäcker. Jeden Morgen um 4 Uhr steht er in er Backstube.

Kaum eine Stunde später ist für Mandy L. und ihren Sohn Jamie die Nacht vorbei. Die alleinerziehende Ergotherapeutin aus Dresden beginnt um 6.30 Uhr ihre Schicht im Pflegeheim. Jamie ist jeden Morgen das erste Kind in der Frühbetreuung seiner Schule. Anders geht es nicht.


Das macht mir schon Bauchschmerzen

Wenn die heute 33-jährige Mandy L. im Jahr 2052 in Rente geht, wird sie nach derzeitigem Stand etwa 955 Euro gesetzliche Rente erhalten, außerdem rund 100 Euro Betriebsrente. Wie viel das in 30 Jahren wert ist? Schwer zu sagen.

Und so ist es die größte Sorge der Dresdnerin, dass ihr Sohn sie eines Tages unterstützen muss. „Das macht mir schon Bauchschmerzen“, sagt sie. „Ich finde es nicht so schön, wenn das Kind für die Eltern einstehen muss.“

Ich schlafe auch nachts schlecht, weil das einen einfach beschäftigt

Aus der gesetzlichen Rente wird Floristin Kristina H., die einen eigenen Blumenladen besitzt, kaum Rente bekommen. Sie hat privat für ihr Alter vorgesorgt. Vor allem aber hofft sie, später ihr Geschäft verpachten zu können. Doch ob das im ländlichen Hückelhoven bei Düsseldorf eine Zukunft hat?

„Das ist schon ein komisches Gefühl“, sagt die Blumenhändlerin. „Ich schlafe auch nachts schlecht, weil das einen einfach beschäftigt.“

Die Sorge um ihr Auskommen im Alter lässt sie schlecht schlafen: Floristin Kristina H. in der ZDF-Dokumentation
ZDF/Benjamin BraunDie Sorge um ihr Auskommen im Alter lässt sie schlecht schlafen: Floristin Kristina H. in der ZDF-Dokumentation

Wie Günter D., Mandy L. und Kristina H. geht es vielen Deutschen. Jedem fünften droht im Alter Armut, schätzen Forscher. Ihre Prognose bezieht sich auf diejenigen, die zwischen den Jahren 2031 und 2036 in Rente gehen. Und auf die „hart arbeitende Mitte unserer Gesellschaft“, wie es in der ZDF-Reportage heißt.

Ich glaube nicht, dass ich irgendwann eine Rente beziehen werde, mit der ich gut leben kann

Bis zum Jahr 2025 soll das Rentenniveau stabil bleiben, darauf hat sich die Bundesregierung festgelegt. Doch danach?

„Ich persönlich glaube nicht an das Rentensystem, ich glaube nicht daran, dass ich irgendwann eine Rente beziehen werde, mit der ich auch gut leben kann“, sagt in der ZDF-Dokumentation Steffi Burkhart, Buchautorin und selbst ernannte Sprecherin der „Generation Y“ - also derjenigen, die heute zwischen 20 und 35 Jahre alt sind.

Die Angst vor Armut im Alter - sie ist generationenübergreifend in Deutschland.

Das bestätigt auch eine aktuelle Umfrage des ZDF-Politbarometers, die am Freitag (8. Februar 2019) veröffentlicht wurde.

ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Die eigene finanzielle Absicherung im Alter bezeichnen darin 44 Prozent der unter 35-Jährigen als gut. Bei den 35- bis 59-Jährigen sind es 48 Prozent.

Weitaus optimistischer sind die über 60-Jährigen: 77 Prozent gaben in der Umfrage an, sich im Alter gut abgesichert zu fühlen.

ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Apropos Altersarmut. Das kürzlich von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgestellte Konzept einer Grundrente befürwortet dem Politbarometer zufolge eine Mehrheit der Deutschen.

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61 Prozent der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, dass die Rente von Geringverdienern um bis zu 447 Euro pro Monat aufgestockt wird. Einzige Voraussetzung: Sie haben 35 Jahre lang in die Rentenkassen eingezahlt. Ein Drittel (34 Prozent) lehnt dies ab.

"Reicht die Rente? Was vom Arbeitsleben übrig bleibt", ZDF, Sonntag, 10. Februar 2019, 18 Uhr. Bereits jetzt in der ZDF-Mediathek zu sehen.
Im Video:

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4 Kommentare

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Die Nachbarländer Holland und Österreich machen es uns vor wie es besser zu machen ist aber die Regierung wehrt es ab und will nicht darauf eingehen, ist wohl auch verständlich ,würde ja heißen das sie wohl mit etwas weniger Geld auskommen müssten, also Augen zu und weiter so wie bisher
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Die Politiker mauern seit vielen Jahren. Sie haben nur Ausreden parad, warum es nicht möglich ist in Deutschland eine ordentliche Rente für alle zu sichern. Anstatt Ideen zusammen zu tragen wie man es möglich machen kann. Das ist doch ihr Job. Wenn es um ihre Diäten geht, sind sie auch nicht zurückhaltend. Das ist ihre erste Amtshandlung nach jeder Wahl. Wie wäre es , wenn die Grundrente pro Jahr 1/10 der Jahresbezüge eines Politikers entsprächen
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Das Problem ist, die vielen Rentner die wenig Rente bekommen obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben, haben die CDU/CSU/SPD/FDP in den 70/80ger Jahren gewählt. Die hatten die Macht und die politische Möglichkeit das deutsche Rentensystem nach Schweizer oder österreichischen Modell umzubauen, wenn sie es nur gewollt hätten. Die haben bewusst das deutsche Volk verarscht bzw. über deren Zukunft im Unklaren gelassen. Warum sollte dasselbe Gesind... es heute besser machen? Höchstens aus Angst vor Sahra Wagenknecht und der AfD, wenn diese sich in Zukunft nicht allzu dämlich anstellen.
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Rentner sind sich darüber im klaren, daß sie Abstriche bei Ihrer Rente machen müssen. Aber eine Rente unter 1000 € im Monat? Daran haben viele Rentner nicht gedacht, denn lt DR-Bund erhalten die Mehrzahl der Rentner nicht einmal 900 € im Monat. Wo ist das ganze, liebe Geld denn eigentlich geblieben? Darüber sollte einmal eine Rechenschaft abgelegt werden!
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