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Vor allem Männer gehen verabschieden sich dank der Rente mit 63 früher in de ...

Rente mit 63 viel teurer als erwartet - Alarmierende Studie des ifo-Instituts

Von News Team - Mittwoch, 13.02.2019 - 12:52 Uhr

Die Nachfrage nach der Rente mit 63 ist groß - doch die sogenannte "Altersrente für besonders langjährig Versicherte" ist auch teurer als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Münchner ifo Instituts. Mehrausgaben in Höhe von 6,5 Milliarden Euro seien zwischen 2014 und 2016 angefallen, so eine Studie der ifo-Forscher Carla Krolage und Mathias Dolls.

Die Bundesregierung war von weitaus geringeren Kosten ausgegangen: In dem Gesetzentwurf für die im Sommer 2014 eingeführte Frührente ist von 5 Milliarden Euro die Rede.

Sogar mehr als doppelt so hoch fallen die Kosten den Münchner Forschern zufolge aus, wenn die Ausfälle von Steuern und Sozialbeiträgen hinzugerechnet werden - die dadurch entstehen, dass Rentner mit 63 keiner sozialversicherungspflichtigen Arbeit mehr nachgehen. Den Ausfall beziffern die Forscher auf 6 Milliarden Euro, macht demnach insgesamt 12,5 Milliarden Euro.

Prognose: Kosten steigen weiter

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um mit 63 bei vollen Bezügen in Rente zu gehen: Die Altersgrenze muss erfüllt sein. Interessenten müssen 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.

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Die Kosten dafür werden sich noch erhöhen, so die Prognose der Wissenschaftler: "In den kommenden Jahren ist mit weiter steigenden Kosten zu rechnen, wenn noch größere Geburtsjahrgänge die abschlagsfreie vorzeitige Rente in Anspruch nehmen können“, so die Prognose von Carla Krolage und Mathias Dolls.

Männer reagieren stark auf die Reform

Ihre Untersuchung hat auch weitere interessante Details zutage gebracht:
Wer die Voraussetzungen für die Rente mit 63 erfüllt, geht im Schnitt 5,4 Monate früher in Rente als diejenigen, die sich nur mit Abschlägen in den vorzeitigen Ruhestand verabschieden können.

„Insbesondere erwerbstätige Männer reagieren stark auf die Reform", so die Forscher. Bedeutet in Zahlen: Männer gehen im Schnitt 9 Monate früher in Rente, Frauen 4 Monate früher.

Im Video:

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Wer die Rente mit 63 in Anspruch nimmt, erhält demnach im Schnitt eine "deutlich höhere" Rente - im Vergleich zu Rentnern, die nur mit finanziellen Einbußen in Frührente gehen können.

Die Rente mit 63 überzeugt die Forscher nicht. Sie schwäche die "Nachhaltigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung" und sei eine "mit hohen Kosten verbundene Umverteilungsmaßnahme" von Beziehern kleinerer Renten zu Renten mit "vergleichsweise hohem Einkommen".

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Mehr als 251.000 Menschen haben im vorigen Jahr bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag auf die abschlagsfreie Rente gestellt.

Das sind nach dem Rekordjahr 2017 (mit 253.521 Anträgen) erneut weit mehr als ursprünglich erwartet: Von jährlich rund 200.000 Antragstellern war die Bundesregierung bei der Einführung 2014 ausgegangen.

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1 Kommentar

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Etwas komisch finde ich die plakative Bezeichnung dieser Rentenart."Rente mit 63" Denn Leute, welche diese Rente in Anspruch nehmen möchten- sind in den kommenden Jahren 64 bis 65 Jahre alt.
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