Radieschen
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Vegetarier sind nicht die besseren Menschen

Monika Preuk
Beitrag von Monika Preuk

Neulich beim Familientreffen: Jetzt hat die Jüngste (13 Jahre) ihre Abneigung vor Fleisch entdeckt. Als der Festtagsbraten auf den Tisch kommt, muss sie deshalb mit lautstarkem Würgereiz das Zimmer verlassen. Nachher, beim Dessert, als sie gnädigerweise wieder unsere Runde bereicherte, mussten wir uns dann einen langen Vortrag über Nachhaltigkeit, Massentierhaltung, Regenwald abholzen, Krankheiten der Fleischesser anhören.

Bio: Masse und Klasse?

Zugegeben – sie hatte in vielen Recht. Der Braten allerdings stammte von einem Bio-Rind, das glücklich auf der Weide aufwachsen durfte, umgeben von Oberpfälzer Wald. Und die meisten von uns essen Fleisch sowieso nur am Wochenende. In Manchem mussten wir ihr allerdings widersprechen. Etwa, dass Bio-Aufzucht nicht zu Massentierhaltung führt. Wird der Bio-Trend nämlich noch größer, wird sich die Lebensmittelindustrie noch weiter danach richten. Und wenn viel aufgezogen beziehungsweise angepflanzt wird nach Bionorm, wird diese darunter leiden. Denn Masse ist meist nicht Klasse.

Wenn Bio der Umwelt schadet

Schon jetzt bleibt anzuzweifeln, ob die Biomarken der Discounter tatsächlich hochwertige Bioware beinhalten. Liest man die ganzen aufdrucke nämlich richtig, stellt sich oft heraus, dass die Ware von weither angekarrt wurde. Diese langen Transportwege schaden der Umwelt.

Regenwald stirbt auch für Vegetarier

Ein weiteres Argument: Für den Anbau von Soja, den beliebten Fleischersatz in Form von Tofu, wird ebenfalls Regenwald zerstört – so wie für die Weideflächen der Rinder. Allerdings stimmt bei diesem Vergleich die Größenrelation nicht. Für Soja wird nur ein Bruchteil dessen abgeholzt, was für Fleischproduktion fällt.

Wie ist Eure Meinung dazu? Sind diese Argumente stichhaltig? Oder stimmt das alles nicht und Vegetarier, besser noch Veganer schützen Umwelt und Tier?