HERBST
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Der Oktober kommt, die Grillgeräte der „Normalos“ sind weg

Beitrag von wize.life-Nutzer

Und Gottseidank auch die Hugos, Spritz- Getränke und manch schlabbriger Prosecco & Co ...

Die Natur erfreut uns im Herbst mit einer Vielzahl an Produkten, bei denen Anregung und Fantasie Hand in Hand gehen, um am Herd Gerichte zu zaubern, zu denen wir gute Tropfen schlucken. So ist z. B. Mangold – in Italien „bietola“ genannt – mit seinem leicht nussigen Geschmack köstlich als Beilage oder Tarte. Dazu passen leichte, mineralische Weiße wie ein Vermentino di Sardegna oder ein Passerina aus den Marken. Zu rotem Mangold, aus einer Kreuzung mit Rote Bete, passt wegen der leichten Süße besser ein piemontesischer Gavi di Gavi oder ein Falanghina aus Kampanien.
Bei Kürbis kommt es auf die Zubereitung an.
In der Regel passt ein vollmundiger Chardonnay, aber auch ein Marzemino aus dem Veneto kann dazu leicht gekühlt eine große Freude sein.

Pilze, Pilze ... „che dilemma“ (wer die Wahl hat, hat die Qual!): knackige Cham-pignons, Steinpilze oder die exquisiten Ovoli, die noch seltener und teurer als Trüffel sind – mariniert in Olivenöl, Zitronensaft und Petersilie (ich mag es auch mit etwas Knobi). Dazu sollten Sie unbedingt die frischen Weißen wählen, am besten Sauvignon Blanc aus dem Friaul. Zu geschmorten, gebratenen und im Ofen gegarten Pilzen oder auch Pilzen mit Fleischragout: Rote und nochmals Rote! Nicht zu üppig sollten sie sein – so um die 12,5–13 Prozent Alkohol – und jung, die leichte Sonne und Frucht muss noch vorhanden sein: z. B. Barbera aus dem Piemont, Merlot aus dem Veneto, ein Rosso di Montalcino, Toraldego aus den Dolomiten oder Carignano von Sardinien.

Zu Wild, das geschmort oder gebraten wird, sind dagegen lieber große Rote zu bevorzugen – und die hat Italien vom Piemont bis nach Sizilien und Sardinien ohne Weiteres zu bieten: z. B. die Nebbiolo- Traube aus dem Piemont, aus der großartige Barolo-Weine gekeltert werden, saftige Valpolicella Riserva aus dem Veneto, Chianti Classico, Brunello oder Nobile di Montepulciano aus der Toskana, Aglianico del Vulture aus Kampanien, Negroamaro aus Apulien, Perricone und Nero d’Avola aus Sizilien und last but not least Cannonau aus Sardinien.

Man wird im Herbst auch gerne verschiedene Tartes, Crostate und Desserts mit Äpfeln, Birnen oder Quitten in den Regalen der Feinkostläden finden. Dazu empfehle ich Süßweine – die sogenannten Dessertweine: Recioto della Valpolicella, Aleatico aus dem Süden der Maremma oder aus Elba, Verduzzo delle Venezie – und zu reiferen Käsesorten beispielsweise Picolit aus dem Friaul, einen sizilianischen Passito oder einen Muffato aus Umbrien.

Quitten

Fast vergessen, bei Kennern aber steht sie ganz hoch im Kurs: die Quitte. Die gelben Früchte machen es uns Genießern nicht leicht, denn sie verbergen ihr Fruchtfleisch unter einem dichten Flaum, den man aber leicht mithilfe eines Tuches abreiben kann. Außerdem benötigen Sie etwas Kraftaufwand, um sie zu zerteilen und zu schälen, und Hitze, denn ihr Fruchtfleisch ist sehr hart und muss erst gegart werden, bevor der feine Geschmack sich am Gaumen offenbart. Gelee ist wohl die beliebteste Zubereitungsform, die Quitte schlüpft jedoch in viele kulinarische Gewänder und überzeugt neben ihrer Wandlungsfähigkeit auch mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt.

Brokkoli

Wenn Sie sich etwas Gutes tun möchten, sollten Sie mehr Brokkoli essen! Der grüne Kohl schmeckt nicht nur gut, er ist auch äußerst wandlungsfähig und steckt voller guter Inhaltsstoffe – man sagt ihm sogar nach, krebshemmende Eigenschaften zu haben. Achten Sie beim Einkauf darauf, dass der Kohlkopf fest und grün ist und die Blütenknospen geschlossen sind. Von gelblich verfärbtem Brokkoli, dessen Blütenknospen bereits geöffnet sind, sollten Sie die Finger lassen. Verwenden Sie nicht nur die Röschen, sondern auch den Strunk, der geschält und gegart ein wunderbar feines Aroma aufweist, das an grünen Spargel erinnert. Garen Sie Brokkoli nur kurz, damit er noch leicht bissfest ist und die Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Kürbis

Ob klein, groß, rund, länglich, grün, gelb oder orangefarben – Kürbisse sind unglaublich vielfältig. Eng verwandt mit Zucchini, Gurke und Melone sind sie äußerst ballaststoffreich und dank ihres hohen Wassergehaltes sehr kalorienarm. Welche Sorte Sie auch immer bevorzugen, sei es Muskat-, Hokkaido-, Spaghetti- oder eine der zahlreichen weiteren zum Verzehr geeigneten Sorten, machen Sie beim Einkauf den Klopftest: Ein reifer Kürbis klingt hohl! Neben dem schmackhaften Fruchtfleisch kommen auch die Kerne zum Einsatz: Geröstet und gesalzen eignen sie sich als gesunde Knabberei, außerdem verfeinern sie Brot und Brötchen mit ihrem unvergleichlichen Geschmack und beinhalten ein wertvolles Öl, das vielen Gerichten das gewisse Etwas verleiht.

Weintrauben

Nach monatelanger Reifezeit am Hang und zahlreichen Sonnenstunden ist die Weinlese nun in vollem Gange. Die knackigfrischen Weinbeeren, ob weiß oder rot, strotzen jetzt nur so vor Aroma – perfekt, um sie direkt pur zu naschen. In Form von Saft und Wein kann ihnen kaum jemand widerstehen, doch auch getrocknet machen sie als Rosinen sowohl in Gebäck als auch in herzhaften Gerichten eine gute Figur. Das durch Kaltpressung gewonnene Traubenkernöl ist leicht nussig – probieren Sie es unbedingt einmal zu Ihrem Salat.

Und sonst noch:

Lauch
Rosenkohl
Wirsing
Petersilienwurzel
Blumenkohl
Radicchio
Karotte
Apfel

Genießt den Herbst, er ist bald wieder vorbei.

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