Säfte - Selbermachen bringt mehr Genuss
Säfte - Selbermachen bringt mehr GenussFoto-Quelle: WS/seniorbook

Wie viel Frucht steckt im Fruchtsaft wirklich?

Wolfgang Stegers
Beitrag von Wolfgang Stegers

Dass im Fruchtyoghurt nicht immer natürliche Früchte sind, dass naturidentische Aromen aus dem Chemielabor stammen und dass Pressfleisch von abgefieselten Knochen zusammengebacken wird, das macht die Lebensmittelindustrie nicht sympathischer. Auch bei den Fruchtsäften lohnt es sich genauer hinzuschauen und nicht blind ins Regal zu greifen oder es ganz zu lassen.

Schon allein die Namen geben Rätsel aus und tragen zur Verwirrung bei. „Fruchtsaft, Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränke – sie füllen viel laufende Meter in den Supermärkten. Die Nachfrage nach den Säften scheint in Deutschland besonders groß. 33 Liter pro Kopf und Jahr sind rekordverdächtig.

Der Nektar von Äpfeln im Apfelsaft


Wer Saft trinkt, will die Früchte flüssig genießen und keine aromatisierte Zuckerbrause. So sind mit den Namen bereits erste Hinweise auf den Gehalt an Frucht gegeben. Verwirrend und unverständlich nur, dass je nach Früchtchen sein Anteil unterschiedlich sein kann. Der Fruchtnektar aus Äpfeln schreibt 50 % reinen Apfelsaft vor. Beim Bananennektar ist es nur ein Anteil von 25 Prozent. Die Sauerkirsche kommt auf 35 Prozent. Natürlich hat dies mit der Wasserkonsistenz der einzelnen Obstsorten zu tun – ist aber dennoch wenig hilfreich.

In der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung ist klar definiert, welche Wasserzugaben und weitere Zutaten wie etwa Zucker oder Aromen erlaubt sind. Im Zutatenverzeichnis ist der Saftgehalt angegeben. Nicht bei allen Früchten gibt es einen Saft mit 100 % Frucht, da dieser zu sauer oder auch zu dickflüssig sein würde z. B. bei Banane oder Johannisbeere.

Direktsaft contra Konzentrat


Fruchtsaft besteht aus 100 % Frucht und enthält weder Farb- noch Aroma- oder Konservierungsstoffe und keine zusätzliche Süße. Mit Ausnahme von begrenzt möglichem Einsatz von Vitaminzusätzen bei Multivitaminsäften. Zur Saftgewinnung werden zwei unterschiedliche Verfahren angewandt. Beim „Direktsaft“ wird der ausgepresste Saft gefiltert, zur Haltbarmachung pasteurisiert und abgefüllt.

Beim Fruchtsaft aus Konzentrat hingegen wird aus dem gepressten Saft Fruchtaroma und das Konzentrat gewonnen. Später werden beide Komponenten mit Wasser wieder verdünnt und als „Fruchtsaft aus Konzentrat“ verkauft.


Fruchtnektare enthalten bis zu 20 Prozent Zucker

Fruchtnektare sind, im Gegensatz zu Fruchtsäften, Mischungen aus 25-50% Fruchtsaft, Wasser und bis zu 20% Zucker. In Fruchtsaftgetränken sind die Früchte bei minimal 6% Fruchtsaft nur Aromageber. Weitere Bestandteile sind Wasser, Zucker, Aromen und Genusssäuren.

Und was lernen wir daraus? Hundertprozentig frisch, unbehandelt, nicht erhitzt und frei von Zutaten sind nur die selbstgepressten Säfte. Es macht zwar mehr Arbeit, schmeckt aber deutlich besser. Außerdem lässt sich das Fruchtfleisch, wie etwa bei Apfelsinen, weiter verarbeiten und als Ballaststoffe verwenden.