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Abhängen von ganzen, ausgenommenen Schlachtrindern

Das Fleisch ist die heilige Kuh

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Montag, 07.12.2015 - 11:35 Uhr

Das Fleisch ist bei uns in Deutschland eine heilige Kuh. Wir wollen und sollen wollen viel Fleisch, in jedweder Form und Verarbeitung. Negativmeldungen wie neulich der Alarm der World Health Organization (WHO) in Genf stören da nur das Wursteglück. Klar, dass die Äußerungen der WHO auf breiten Protest gestoßen sind. Auch hier auf seniorbook wurde dies diskutiert. Aus unserer Sicht sind zu diesem Themenkomplex noch einige Ergänzungen sinnvoll.

Absichtsvolles Missverständnis: "Veggie Day"


Leiser sind immer die Stimmen, die einen anderen, sparsameren Umgang mit der gar nicht so knappen Ressource Fleisch anraten. Die werden verlacht, verhöhnt, verspottet. Klassisch die mediale Hetze gegen die Grünen im Bundestagswahlkampf 2013, als von dem Programm der Partei nichts mehr berichtet und bedacht werden musste als nur die eine Idee des "Veggie Day". Ja Gott, was wäre denn so schllimm an diesem Vorschlag. Einmal in der Woche kein Fleisch, das machen sehr viele Familien sowieso, das gibt es zur Wahl in Kantinen, sinnvollerweise auch in Schulcafeterias. Aber schlagen es die Grünen vor, so wird das zum Hebel, um gegen die mit den baden-württembergischen Wahlen zu gefährlich gewordenen Grünen vorzugehen. So hatte die Lachnummer mit dem Veggieday gar nicht zum lachende politische Folgen.

Was ich einkaufe für mich und meine Familie ist meine Entscheidung


Dabei wissen wir es doch alle, dass diese Massen Fleisch und ihr geförderter Konsum nicht gesund sind und eine ungesunde Art des Wirtschaftens eigentlich erst begründen. Gensoja als Futtermittel zum Beispiel, globale Waldvernichtung für den Anbau von Futter für die Tiere in der Massentierhaltung. Diesen Sommer haben französisches Landwirte eine Barriere gegen deutsche Lastwagen errichtet, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir unser billig massenhaft produziertes Fleisch in andere Märkte drücken und dadurch stören oder sogar kaputtmachen. Der Fleischatlas informiert die Öffentlichkeit über die Zusammenhänge, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen tun es, und ja, es kommt schon auf die Einzelnen und ihr Verhalten an. Was ich einkaufe für mich und meine Familie, ist meine Entscheidung. Aber ich könnte in meiner Entscheidung für ein gutes Stück Fleisch aus vernünftiger Produktion auch gerne positiv unterstützt werden.

Die Fleischindustrie hat eine mächtige Lobby


Die massenhafte Produktion von Fleischprodukten ist in Deutschland ein großer Wirtschaftszweig mit bedeutender Lobbymacht in die Politik hinein. Verbraucherinnen werden nicht selten im Regen stehen gelassen; sie haben keine so mächtige Lobby, um politische Entscheidungen zu beeinflussen.

Im Umkehrschluss heißt das für uns aber auch: Wir wollen regional und ökologisch einwandfreie Lebensmittel und überlegen uns, was wir kaufen. Das große Interesse an gesunden und ökologisch sowie ethisch vertretbar erzeugten Nahrungsmitteln zeigt, dass die Nachfrage da ist und dass wir bewussten Verbraucherinnen und Verbraucher keine kleine Randgruppe mehr sind, sondern der Mainstream. Also!

Bildquelle
Rindfleisch schematische Darstellung https://upload.wikimedia.org/wikiped...nd-Ganz.png
Vieldiskutierter Artikel über die WHO-Kritik am Fleischangebot http://www.seniorbook.de/themen/kate...wuerdigkeit
Wurstgate

1 Kommentar

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und nun noch Klon-Fleischfabriken in China, hoffentlich wird das nicht importiert bzw. besteht auffällige Kennzeichnungspflicht (die dann wieder durch Umetikettierung bzw. Verschiebungen manipuliert werden )
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