Videoaufnahmen aus einem Brandenburger Schlachthof gelangten an die Öffentli ...
Videoaufnahmen aus einem Brandenburger Schlachthof gelangten an die Öffentlichkeit.Foto-Quelle: ARIWA

JETZT auch bei Bio-Schlachthof: Kühe in Brandenburg bestialisch gequält - Video veröffentlicht

News Team
Beitrag von News Team

Im Schlachtbetrieb der Hakenberger Fleisch GmbH im Kreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg ist es offenbar zu schweren Verstößen gegen den Tierschutz gekommen. Das zeigen Filmaufnahmen der Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (ARIWA).

Rinder wurden nicht fachgerecht betäubt

ARIWA wirft den Betreibern vor, dass auf dem Schlachthof Rinder geschlachtet wurden, die noch nicht fachgerecht betäubt waren. Auf den Aufnahmen, die an unterschiedlichen Tagen erstellt wurden, ist zu sehen, wie Beschäftigte des Unternehmens mehrfach erfolglos versuchen, Rinder mit einem Bolzenschussgerät zu betäuben.

Die Rinder zeigten dennoch weiterhin Reaktionen. Offensichtlich wurde die Betäubung nicht fachmännisch durchgeführt. Außerdem bluten Tiere nicht schnell genug aus, weil die Mitarbeiter falsche Schnitte ansetzen. Darüberhinaus zeigen die Bilder wie die Rinder vor der Schlachtung von einem Arbeiter getreten und mit einem Stock geschlagen werden. Auch Elektroschocker zum Treiben seien vorschriftswidrig gegen den Kopf eingesetzt worden.

Die Aufnahmen veröffentlichte die Tierschutzorganisation auf ihrer Homepage!

Schlachthof ist Bio-zertifiziert

Die Hakenberger Fleisch GmbH wirbt damit, dass sie Bio-zertifiziert sei. Man nehme die "Verantwortung für eine ruhige Entladung und eine stressarme Schlachtung" ernst und garantiere eine "fachgerechte Schlachtung". Das sieht auf den Aufnahmen aus dem Schlachthof anders aus.

Konsequenzen für den Schlachthof

Die für die Kontrollen zuständige Amtsveterinärin des Kreises, Simone Heiland, zeigte sich beim Anblick der Aufnahmen schockiert und kündigte eine umgehende strafrechtliche Prüfung gegen einzelne Mitarbeiter an.

Der Geschäftsführer der Hakenberger Fleisch GmbH, Jens Winter, bestätigte, dass die Aufnahmen Vorgänge in seinem Unternehmen abbilden. Gegenüber dem rbb bezeichnete er das Vorgehen seiner Beschäftigten als "nicht akzeptabel". Ein Mitarbeiter dürfe inzwischen den Hof nicht mehr betreten, ein anderer nicht mehr schlachten, so Winter. Vorläufig sei der Schlachtbetrieb eingestellt worden.

ARIWA verlangt die Schließung des Schlachthofes. Auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz verurteilte die Praktiken und fordert bundesweit Videoaufnahmen in Schlachtbetrieben, um Verstöße besser ahnden zu können.

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