Ein König für Deutschland! Ist die Monarchie ein Auslaufmodell?
Ein König für Deutschland! Ist die Monarchie ein Auslaufmodell?Foto-Quelle: Quelle: Ralf Roletschek, http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:1...lfR-001.jpg

Ein König für Deutschland! Ist die Monarchie ein Auslaufmodell?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Wozu sind Monarchien eigentlich gut? Offenbar doch nur dazu, um die zahlreichen bunten Blätter der Regenbogenpresse mit immer neuen Inhalten zu füllen. Ansonsten kosten die Monarchien dieser Welt einfach nur viel, viel Geld. Ihr Renommee-Faktor für das Land ist eher gering. Und politisch haben die Royals ohnehin nichts zu sagen.

Ein Monarch für Deutschland!

Wenn es nach unserem Horst ginge, hätten wir längst wieder einen König. Und zwar einen, der die deutschen Lande von München aus regiert. Horst, der I., schwingt bereits energisch das Zepter über unsere Köpfe hinweg und verteilt dabei in alter Gutsherrenmanier Pfründe und Prinzenrollen. Ganz nach dem bewährten Motto: Teile und herrsche! Aber natürlich haben wir auch genügend aristokratische Anwärter im Angebot. Die von Anhalts zum Beispiel und ihr durch zahlreiche Adoptionen veredeltes Geschlecht.

Das Insel-Königreich als Vorbild?
Kann die gute, alte Insel-Monarchie als Vorbild dienen? Dort scharrt der ewige Thronfolger schon lange ungeduldig mit den Füßen, die herbe Camilla hat sich inzwischen wider aller Erwarten zur einigermaßen würdevollen Prinz-Gemahlin gemausert und über die peinliche Geschichte mit der Lady ist zum Glück endlich Gras gewachsen. Doch dafür orakeln die Gazetten nun über einen neuen Machtkampf hinter den Kulissen Buckinghams: Wird der alte Haudegen Charles jemals die Stufen zum Thron erklimmen? Oder wird er am Ende von den Zeichen der Zeit überholt? Nämlich von der nächsten Generation, die jetzt schon eifrig an seinem Stuhl sägen soll. Oder gar von der Abschaffung der Monarchie?

Europas Kronjuwelen
Auch im Rest des alten Europas steht schon eine ganze Heerschar von Prinzen und Prinzessinnen in den entsprechenden Monarchien in der Warteschleife, um ihre mehr oder weniger rühmlichen Vorgänger abzulösen. Da wäre zum Beispiel Don Juan Carlos I. Was seine Krone an Gutem bewirkt haben soll, ist zwar nicht näher bekannt, aber er hat seinem Land immerhin regelmäßig neue Schlagzeilen beschert. Insbesondere seine weiblichen Untertanen soll er nur allzu großzügig mit seiner Gunst bedacht haben. Und seine royalen Anverwandten stehen ihm in nichts nach, wenn es um halbseidene Verbindungen und das Verschleudern der Kronjuwelen geht. Aber auch Amtskollege Carl Gustav hat sich nicht nur in Schweden vor allem als Rotlicht-König einen großen Namen gemacht. Und in Fragen der Diplomatie ist er sowiso eine echte Granate: Es gibt wohl kein einziges Fettnäpfchen im ganzen Königreich, das er ausgelassen hat.

Homer Simpson - beliebter als die Queen
Werden es die Royals von morgen richten? Charlène vielleicht, die schon heute fast unter der Bürde der Würde zerbricht? König Pilsje, der volksnahe Oranje, der vom Volk vor allem wegen seiner Trinkfreudigkeit immer sehr geschätzt wurde - eine Integrationsfigur gegen den moralischen Verfall unserer Kultur? Oder sind die Monarchen letztlich nur noch für ein paar Schlagzeilen in der Yellow Press gut? Jedenfalls für die älteren Generationen, denn die jüngeren finden die Familienquerelen der „Simpsons“ inzwischen ohnehin spannender als die der königlichen Sippschaften. Selbst diejenigen, die in Monarchien leben, wie zum Beispiel die Engländer. Die Mehrheit von ihnen rechnet sogar damit, dass das Königtum in 50 Jahren abgeschafft sein wird.

Was kostet ein König?

11,7 Millionen Euro kostet nur die Queen nebst Gemahl den Steuerzahler pro Jahr, um die 40 Millionen Euro der Unterhalt der gesamten „Firma“ – wie Prinz Philipp seine Familie liebevoll zu titulieren pflegt. Für Haushaltsführung, Personal, die Instandhaltung der Gebäude, Reisen u. v. m. Nicht enthalten: die geheimen Kosten für den Polizeischutz, für Armee-Zeremonien etc. pp. Die niederländische Monarchie bringt es auf fast ebenso viel und ist damit das teuerste Königshaus in ganz Westeuropa. Dagegen ist Spanien recht sparsam in der königlichen Haushaltung: Juan Carlos I. & Co. werden nur mit rund acht Mio. Euro subventioniert, also einem Bruchteil dessen, was unser Bundespräsident im Jahr verbrät, nämlich 30 Millionen Euronen. Angesichts dessen wäre so ein König vielleicht gar nicht die schlechteste Wahl…