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Landleben anno dazumal - eine Kindheit im Dorf

Landleben anno dazumal - eine Kindheit im Dorf

Christine Kammerer
19.02.2014, 09:19 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Das Landleben hatte für uns Kinder viele wunderbare Seiten - glücklich, wer auf dem Land aufgewachsen ist oder wenigstens seine Ferien dort verbringen durfte! Wir genossen große Freiheiten, konnten nach der Schule unbeschwert durch Wiesen und Felder strolchen und der riesengroße Abenteuerspielplatz Natur lag direkt vor der Haustür. Die Eltern mussten sich kaum Sorgen machen, denn das Leben im Dorf war gut behütet. Doch die unmittelbare Nähe zu den Nachbarn hatte nicht nur Vorteile.

Der gut funktionierende Buschfunk trug die peinlichsten Geschichten in Windeseile durch das Dorf. Oft wussten die Eltern schon, welchen Streich wir dem zänkischen Nachbarn gespielt hatten oder all die anderen Dingen, die wir heimlich hinter verborgenen Hecken angestellt hatte. Die erste Zigarette, der erste Kuss – kaum etwas blieb den neugierigen Augen im Dorf verborgen.

Leben mit der Natur

Doch wir erinnern uns ohnehin lieber an die schönen und lustigen Dinge. An kunstvoll zurechtgezimmerte Baumhäuser, abenteuerliche Wild-West-Spiele, an Pferde und Hunde, mit denen wir viele glückliche Stunden verbrachten und dabei unsere kleinen Sorgen und nicht selten auch die Zeit vollkommen vergaßen. Wir durften erleben, wie die Kälber zur Welt kamen und sie sogar mit der Flasche aufziehen. Wir amüsierten uns über bockige Schäfchen und lachten über die hungrigen Schweinchen, die sich aufgeregt in ihrer Box drängelten, pufften und schubsten, bis sie laut schmatzend einen Platz am Trog ergattert hatten. Wir staunten über die kleinen, blinden Wollknäuel aus dem Wurf der gutmütigen, alten Hofkatze und bekamen nie genug davon, die putzigen Küken immer und immer wieder mit Körnern zu locken.

Süße Früchtchen aus Nachbars Garten

Wie waren immer die ersten, die wussten, in welchem Garten die süßesten Früchtchen reiften und kein noch so hoher Gartenzaun konnte uns davon abhalten, auch wenn das manchmal arges Magengrimmen bedeutete, weil wir uns den Bauch allzu vollgeschlagen hatten. Und wir fanden immer irgendwo eine Leiter und bestachen nötigenfalls den Hofhund des Dorfnachbarn mit Leckereien.

Harte Feldarbeit und herzhafte Küche

Selbst die Arbeit im Garten, auf dem Feld oder bei den Tieren erschien uns nicht allzu hart, auch wenn sie das mitunter wirklich war. Wir wühlten gerne in der Erde, freuten uns an den ersten Frühjahrsblümchen, gruben Karotten aus, halfen beim Schnippeln und Einkochen oder jäteten eifrig Unkraut, auch wenn wir mitunter nicht so recht unterscheiden konnten, was genau die Erwachsenen nun eigentlich darunter verstanden. Und selten schmeckte das Essen so lecker wie nach einem Tag an der frischen Luft. Es gab Butter und Eier vom Bauern, im Sommer sonnengereifte Tomaten und im Winter Eingelegtes - alles aus dem eigenen Garten. Dazu knuspriges Landbrot vom Bäcker und Wurst ganz frisch vom Metzger im Dorf und manchmal sogar aus eigener Zubereitung - und wir hatten selbst dabei geholfen!

Literaturtipp: Wo morgens der Hahn kräht, Unvergessene Dorfgeschichten 1912 -1968. 55 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen.

22 Kommentare

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Die Ferien bei meiner Tante auf dem Bauernhof,gehören zu meinen schönsten Erlebnissen
  • 01.04.2014, 20:27 Uhr
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Unser nächster Einsatz war in einem Dorf mit dem bezeichnendem Namen Schwienkuhlen.Als wir auf dem hof vom MTW stiegen standen wir bis zu den Knöcheln im Matsch ich befürchtete eine Neuauflage von Travemünde aber als wir dann in die Diele des Hauses kamen stellte sich sehr schnell heraus,dass ich mich getäuscht hatte.Auf der Diele standen eine endlose Reihe Filzpantoffel und der Bauer forderte uns auf die Stiefel auszuziehen und uns ein Paar von den Pantoffeln zu nehmen.Der Bauer hatte 9 Töchter von 3 bis 17 Jahren.Als erstes nötigte uns der Bauer am Tisch Platz zunehmen und dann sagte er zu uns"Ihr sollt heute hart bei mir arbeiten und darum müßt ihr erst einmal ordentlich essen" Die Frau hatte riesen Berge Fleisch auf dem Tisch gestellt und der Bauer meinte dann langt man kräftig zu Kartoffel bekommt ihr in der Kaserne sicher genug die könnt ihr ruhig liegenlassen.Ich hatte den Eindruck der Bauer hat es richtig genossen so eine Horde junger Männer auf dem Hof zuhaben.
  • 24.02.2014, 18:52 Uhr
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Ich bin zwar nicht im klassischem Sinne auf dem Lande aufgewachsen aber als ich 1961 beim Bundesgrenzschutz war wurde unsere Hundertschaft zum Ernteeinsatz komandiert.Drei kameraden und ich hatten in dem Jahr nicht mit der Hundertschaft gemeinsam Urlaub und kamen deshalb auch erst wieder zum Dienst als alle anderen bereits auf die bauern verteilt waren.Wir Vier wurden darum als Springer eingesetzt wenn irgendwo Leute zusätzlich gebraucht wurden.Auf dieser Weise kamen wir in Schleswig-Holstein weit herum.Unser erster Einsatz war bei Travemünde ein Gut wie aus der Suppenwerbung der Verwalter teilte uns gleich zur Arbeit ein,als wir aber zur Mittagszeit auf dem Gut waren nutzte ich die Gelegenheit und sah mich etwas um Der erste Eindruck war nur Fassade dahinter entdeckte ich nur Dreck und Verfall für die Nacht wollte man uns in einer Rumpelkammer die wir uns selber herrichten sollten unterbringen.Nach einem Telefonat mit unserem Hundertschaftsführer sind wir sofort wieder abgezogen.
  • 24.02.2014, 18:37 Uhr
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Du Glückliche. Selbst wenn ich vom Lande komme: so beschaulich ist es bei uns nicht zugegangen. Kälber, Pferdchen, Schweinchen ... Fehlanzeige. Es war im Grunde ein (vergebliches) Warten auf das erste Smartphone, da ja selbst das Festnetztelefon noch nicht flächendeckend ... na ja, so schlecht war's auch wieder nicht ...
  • 19.02.2014, 16:22 Uhr
Ich selber bin auch vom Lande das Festnetztelefon kam sehr spät aber man soll nicht klagen wir hatten Pferde ,Katzen Kälber u. Schweine und viel Arbeit man mußte als Kind Jugendlicher viel Arbeiten heute denke ich es hat nichts geschadet man hat sich manchmal geärgert wenn andere Frei hatten und man sollte auf dem Feld helfen man wollte auch gerne Spaß haben aber was sollte man machen es war halt so
  • 11.05.2014, 15:45 Uhr
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Ich bin auch am Dorf aufgewachsen ! 23 Anwesen und 15 Buben so im gleichen Alter. Das prägt fürs ganze Leben. Den Bauernbub werde ich wohl nie ganz los.
  • 19.02.2014, 12:22 Uhr
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Ich bin am Land aufgewachsen. Meine Urgroßeltern hatten einen Bauernhof, der natürlich nach deren Tod immer kleiner wurde. Ich hab als Kind mit den Hühnern gespielt. Nur vor der den Gänsen hatte ich Angst, da hat mich mal eine in den Allerwertesten gezwickt. Ich hab am BAch gespielt und versucht die Fische mit der Hand zu fangen, bin auf Kühen geritten und hab Schweine gehütet. Es war eine traumhaft schöne Zeit.
  • 19.02.2014, 08:04 Uhr
Bin als Kind einmal von Gänsen gebissen worden und mit den Flügeln geschlagen das tat sehr weh
  • 11.05.2014, 15:49 Uhr
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ICH bin auch auf einer KLEINSTADT aufgewachsen im kriege . Das leben war auch nicht so schon wie viele meinen T iefflieger oder JABOS waren laufen da.HATTE keine guten Schuhe muste im tiefen SCHNEE holz machen für alte LEUTE.Damals hies es abliefern soviel wie möglich.DIE SOLDATEN hungern in RUSSLAND
  • 19.02.2014, 03:54 Uhr
Christine Kammerer
Das wäre auch mal eine ganz eigene Geschichte wert, das Leben auf dem Dorf in der Kriegs- und Nachkriegszeit, das ich persönlich nur aus den Erzählungen meiner Eltern kenne...
  • 19.02.2014, 08:36 Uhr
Ich bin mit meiner Mutter und meinem Bruder und Schwester im Krieg nach Jübeck,einem kleinem Dorf bei Rendsburg evakuiert gewesen.Wir wohnten mit vier Personen in der Waschküche bei einer Tante meiner Mutter.Für mich war es der Himmel auf Erden hinter dem Haus und dem Garten lagen Wiesen und Felder bei uns gegenüber war ein bauernhof auf dem ich mich denganzen Tag aufhilt.Ich genoss als Vierjähriger eine gewisse Narrenfreiheit da bin ich auch das erste Mal mit der Plattdeutschen Sprache in Kontakt gekommen zum Schluß habe ich sogar plattdeutsch geträumt.Meine Mutter erzählte gerne ,dass ich einmal im Schlaf ganz deutlich sagte "Go wech von de groten Peer ,de schiet di opn Kopp"Ich vermute das war der Spruch den ich mir immer vom Bauern anhören mußte wenn ich im Pferdestall umherlief. Hier in Jübeck erlebte ich auch den Einmarsch der Engländer 1945.Da mein Vater den Krieg heil überstanden hatte und schon bald aus der Gefangenschaft entlassen wurde gingen wir im Juli 1945 nach Harburg .
  • 24.02.2014, 19:12 Uhr
Zurück.Ich war ja erst 4 Jahre alt aber mein Bruder war 4Jahre älter und schon bei der Hitler-Jugend,eines Abends war er auf dem Heimweg von einem Gruppen abend,er hatte sich den Weg abgekürzt und war durch die Wiesen auf dem Weg nach Hause als er von einem Jagtflieger entdeckt und beschoßen wurde.Wer die typisch Holsteiner Landschaft kennt mit seinen sogenannten Knicks der weis was ich meine,in seiner Angst rannte mein Bruder zum nächsten Knich und warf sich da hinter der Pilot flog eine Schleife und kam nun von der anderen Seite mein Bruder rannte um sein Leben bis der Pilot wohl erkannte,dass der Uniformierte da unten ein Kind war und von ihm Abließ.Nachdem die Engländer in Jübeck einmarschiert waren haben wir Kinder nur positives mit den Soldaten erlebt.Meine Schwester damals 7 Jahre alt und extrem schüchtern war der besondere Liebling der Soldaten sie riefen sie nur Blondi wegen ihrer hellblonden Haare,die angebotenen Süßigkeiten hat sie aber nicht angenommen.
  • 25.02.2014, 16:24 Uhr
Was ihr den Ärger von mir und meinem Bruder einbrachte.Nachdem wir uns an die Besatzung gewöhnt hatten,haben wir uns so gut es ging mit den Soldaten arangiert mein älterer Bruder wußte schon bald wo man sich das Eine oder Andere organisieren konnte.Was mir bei den Soldaten auffiehl war der penetrante Geruch nach Benzin.Vor dem Einmarsch der Engländer hatte ich noch folgendes Erlebnis,die großen erzählten,dass auf dem Bahnhof ein Zug mit russischen Kriegsgefangenen stand und die Beiden wollten dahin,auf weisung meiner Mutter mußten sie mich mitnehmen.Am Bahnhof angekommen nervte ich meinen Bruder indem ich ständig fragte wo sind denn nun die Russen ,ich will die Russen sehen,ich weis heute nicht was ich mir unter Russen vorstellte,denn was ich da auf dem Zug sah waren Männer zwar unrasiert aber ansonsten aussahen wie unser Vater.
  • 25.02.2014, 16:39 Uhr
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Nach der Ernte oben auf den Getreidebündel auf einem schaukelnden Traktor sitzen, die " Welt von oben sehen " ... das war das Größte für mich ....
Oder die Stoppelfelder nach kleinen, nackten Mäuschen ab suchen und sie mit nach Hause nehmen ... oder ein mal bin ich auf einen Misthaufen gefallen, kurz vorm Kirchgang in einem weißen Kleidchen ....
  • 18.02.2014, 20:35 Uhr
Wenn der Mähbinder auf dem Feld war dann die Garben zusammen tragen und aufstellen es kamen ich meine 6 Garben die wurden zusammen gestellt und oben kam noch ein Hut darauf so waren es 7 oder als Kind mußte man auch das Heu wie noch keine Ladewagen waren laden auf dem Wagen setzen oder Zuhause dann in der Scheune festtreten
  • 11.05.2014, 16:03 Uhr
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Bis zu meinem 10. Lebensjahr hatte ich auch ein Leben in der Natur auf dem Lande. Ich werde es nie vergessen, wie schön es war.
Die süssen Früchte und Gemüse hatten wir selbst im Garten. Hiervon haben wir uns oft selbständig ernähren müssen, wenn meine Mutter und auch Oma den ganzen Tag auf dem Feld die Rüben gehackt haben. (und das manchmal bei glutender Hitze, ohne Schatten!) Hin und wieder haben wir Kinder mitgeholfen oder zur Erdbeerernte die Erdbeeren gepflückt. (ich mochte am liebsten die Erbsenfelder, wo ich mich immer sattessen konnte).
Unsere Lebensmittel haben wir vom Bauern bekommen. Bei denen wurde fast jede Woche geschlachtet und wir Kinder durften dabei sein. Das Brot wurde selbst gebacken und auch die Nudeln wurden selbst gemacht.
Und alles war so lecker und vorallem gesund...
  • 18.02.2014, 19:37 Uhr
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Wir haben in einem Stadtteil von Oldenburg gewohnt.Ich habe gerne mit den Nachbarkindern rum getollt, bin auf Bäume und Zäune geklettert und meine Mutter war sauer, wenn ein Loch im Kleid war. Ich erinnere mich an das leckere Obst das mich auf meinem Schulweg zum Naschen "einlud".Man konnte sich als Kind ohne Angst draußen bewegen und das war Freiheit. Wir hatten damals nicht viel, waren aber auch zufrieden.
  • 18.02.2014, 19:33 Uhr
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