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Der Frauenversteher

Der Frauenversteher

24.02.2014, 14:14 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn die gute deutsche Frau früher träumte, war es stets der Traum von einem strahlenden Prinzen auf einem glänzenden Schimmel vor seinem wunderschönen Schloss. Hervorgerufen durch die gesellschaftliche Öffnung, gefördert durch Internet und Fernsehen und geprägt durch die Lektüre von Frauenzeitschriften hat sich dieses Bild – dieser Traum – erheblich verändert.
Die Frau von heute ist kritischer geworden. Der Schimmel entfällt in ihren Träumen ganz (sie kann sich nur schwer zwischen Boot und Auto entscheiden), das Schloss wurde zum Eigenheim im Grünen, und der Märchenprinz ist zum Frauenversteher mutiert. Wobei der Frauenversteher dieselbe Eigenart mit sich zu bringen scheint wie der Prinz: Im Traum einer jeden Frau sieht er anders aus.
Auch Männer träumen zuweilen schon mal vom Frauenversteher. Hier aber eher in einem Alp, weil sie hinter ihm ein Weichei vermuten. Doch bleiben wir bei den Frauenträumen. Ich persönlich – so filosofisch und völlig unromantisch gesehen – bin ja der Meinung, dieser Traum hätte seine Daseinsberechtigung in dem Moment verloren, in dem es den Frauen gelänge, die Männer zu verstehen. Sicher, eine Utopie, aber dennoch durchaus diskussionswürdig.
Jedenfalls … einen Mann, der die Frauen verstünde, hielt ich für gottgleich. Denn im Grunde findet dieses Verstehen auf mehreren Ebenen statt, die sich einem Manne einfach nicht erschließen können, weil er sie nicht kennt – wenn er „ja“ sagt, meint er ja. Punkt. Frau hingegen meint das nur mit starken Einschränkungen und variablen Bedeutungen. Das alles trennen zu können, erfordert mehr als nur einen wachen Geist.
Frau will verstanden werden in dem was sie sagt. Als Mann kann ich das noch verstehen und finde es auch durchaus legitim. Allerdings will Frau auch richtig verstanden werden in dem, was sie meint, und daran scheitern Männer gemeinhin schon. Besonders bös ist dann die fortgeschrittene Traumebene, auf der die Frauen das verstanden wissen wollen, was sie nicht sagen. Und das, was sie nicht sagen, enthält dann auch wieder die beiden Interpretationsebenen – die eine, die das beinhaltet, was sie (nicht) sagt und die andere das, was sie im Nichtsagen meint.
Hier muss der normalsterbliche Mann scheitern – selbst dann, wenn er über Intuition und Spiritualität verfügt.
Sensibilität allein reicht nicht aus.

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20 Kommentare

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verstehe einer einen Mann.. man erzählt Ihm etwas ganz deutlich und Er hat nichts vertanden.. liegt es in den Genen oder ist es Taktik ? ichd enke ich werde das nie erfahren...
  • 20.09.2015, 07:43 Uhr
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Leider gibt es auch Männer, denen kannst du in klaren deutlichen Worte sagen, was du dir von ihnen wünschst und sie hören etwas ganz anderes, nämlich das, was sie gerne hören wollen und zu geben bereit sind!

Nichtsdestotrotz hast du in gewissem Maße Recht. Ich wollte auch keinen Schimmel. Muss man viel zu viel putzen. Lieber einen rappen oder Braunen.
  • 23.07.2014, 10:36 Uhr
Richtig *schmunzel* Dies ist ja das rechte Gegenstück zu deinem Profil *g*
  • 23.07.2014, 10:37 Uhr
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"Der Prinz kann gehen, ich behalte das Pferd" Kommentar meiner sechzehnjährigen Patentochter.Um sich zu verstehen, muß man einander zuhören und eventuell nachfragen.Ganz wichtig ist es, sich von der Vorstellung zu verabschieden, derAndere Gedanken lesen und tief verborgene Wünsche erraten kann.
  • 17.04.2014, 10:43 Uhr
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Also Robert, ich wage zu behaupten, es gibt Frauen, die kann auch ein Mann mit den Voraussetzungen, die du erwähnt hast, verstehen. Das sind nämlich die, die auch Männer verstehen können. Ja, die gibt's!
Es kommt sehr darauf an, wie eine Frau aufgewachsen ist und mit wie vielen unterschiedlichen Männern sie näher zu tun hatte.
Wenn man als Mädchen einen sehr triebgesteuerten Vater und sein Verhalten beobachten kann und sich seine Gedanken darüber macht, drei ganz unterschiedlich pubertierende ältere Brüder sich entwickeln sieht und ihre Beziehungen zu Frauen von klein an hautnah miterlebt, dann lernt man zwangsläufig, sie zu verstehen.
Wenn eine Frau als männlichen Erfahrungswert ihrer Jugend und Kindheit nur einen liebevollen, sie verhätschelnden, geschlechtslosen Vater hat, dann ist es schon schwerer zu verstehen, wie Männer ticken.
  • 28.02.2014, 21:24 Uhr
Noch eine kleine Anmerkung:
Es gibt sowohl unkomplizierte, auch von Männern leicht zu verstehende Frauen, als auch sehr komplizierte und kapriziöse Männer, die selbst sensible Frauen nicht verstehen können.
  • 28.02.2014, 21:40 Uhr
Grundsätzlich verstehe ich Frauen ja, Renate. Zumindest akustisch
Und manchmal finde ich es ganz schön, sie nicht zu verstehen. Oder auch: manchmal so zu tun *g*
Allerdings sind meine persönlichen Erfahrungen dahin gehend, dass sie auf menschlicher Ebene leichter zu verstehen sind als auf geschlechtlicher. Vielleicht liegt da mein Problem
  • 18.03.2014, 14:45 Uhr
Was? ......Das hätte ich jetzt von dir eher umgekehrt erwartet.
Du überrascht mich immer wieder.
Ich finde das geschlechtliche viel einfacher und unmissverständlicher zu verstehen, als alles andere.
An welche Frauen bist du denn geraten.....
  • 18.03.2014, 14:53 Uhr
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...so wird denn die geschlechterübergreifende Beziehung zu einer Falle für Alle! Auf Grund deiner lückenlosen Beweisführung lehne ich das Verstehen-Wollen von nun an ab. Nur das Grämen über unser offenkundiges Unvermögen wird sich noch eine Weile unangenehm bemerkbar machen....

Zu Karneval werde ich mich - wegen der schönen Illusion - mal als Prinz versuchen.
  • 24.02.2014, 15:50 Uhr
Als Prinz komm' ich mit, Stefan. Das war schon immer mein Traum: Prinzsein.
  • 24.02.2014, 16:49 Uhr
Ein prächtiges Steckenpferd reicht da völlig, denn die Erinnerung an den Original-Traum ist bei den Damen ja verblasst.

Überlege: Oft ist es ernüchternd wenn Träume Realität werden! (...aber ständig mit einem "hätte ich doch..." rumzulaufen ist auch nix!)
  • 24.02.2014, 18:03 Uhr
  • 26.02.2014, 16:29 Uhr
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verstehst du als frau alles,wirst sehr schnell in die mutterrolle gedränkt,gerade beim jüngeren partner.laß mich machen,ist da immer der bessere weg.vielleicht zu praktisch für eine frau,aber notwendig.wenn ich immer erst nen aufsatz drüber schreiben muß,was ich will,mach ichs lieber selber.damit werd ich nun 58 und hab viel aufregung gespart.somit verlang ich garnicht mehr,verstanden zu werden.wird sowieso nix.aber schön geschrieben hast es wieder.ist grad so,als säßest du neben mir,lieber robert.
  • 24.02.2014, 14:55 Uhr
Ich sitz' ja gern neben dir, Barbara, das weißt du
  • 24.02.2014, 15:07 Uhr
ja weil du ein schatz bist und wir werden das auch tun,sobald dein drahtesel die richtung findet.
  • 24.02.2014, 15:15 Uhr
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Das alles hast du hervorragend erkannt. Hut ab !
  • 24.02.2014, 14:20 Uhr
Ich weiß.
Wir Männer machen uns ja permanent Gedanken darüber.
Frauen können davon nur lernen.
  • 24.02.2014, 14:22 Uhr
Wir sind dabei, aber ob wir es mal schaffen, uns selbst zu verstehen ? I
Ich bezweifle das !
  • 24.02.2014, 14:26 Uhr
Ich ja auch. Aber ich hab' im Zuge der Evolution gelernt, weich damit umzugehen.
  • 24.02.2014, 14:41 Uhr
  • 24.02.2014, 15:09 Uhr
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