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Fortschritt ist nur eine Illusion! Was ist wirklich besser als früher?

Fortschritt ist nur eine Illusion! Was ist wirklich besser als früher?

Christine Kammerer
18.03.2014, 13:48 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Fortschritt wird allgemein mit einer Verbesserung der Lebensumstände gleichgesetzt. Aber haben sich diese Umstände in den letzten 100 Jahren wirklich verbessert? Haben wir Menschen uns und unsere technischen und sozialen Errungenschaften tatsächlich so viel weiter entwickelt, wie es die Fortschrittsgläubigen predigen? Und welchen Preis bezahlen wir für diese Entwicklung?

Macht Fortschritt glücklich?
Wenn mit dem Fortschritt tatsächlich eine Verbesserung der Lebensumstände einhergeht, so sollte man doch annehmen, dass diese die Menschen auch zufriedener macht. In den USA wird die Bevölkerung seit 1958 nach ihrer Lebenszufriedenheit befragt. Das überraschende Ergebnis: Es gibt keine nennenswerten Änderungen in den letzten 50 Jahren! Nach wie vor bezeichnen sich bis heute nur ungefähr 30 Prozent als „very happy“. Weder die Pille und die damit verbundene Liberalisierung, noch eine verbesserte medizinische Versorgung, oder die Zunahme des materiellen Wohlstands haben die Menschen „glücklicher“ gemacht. Nun kann man sich fragen: Ist das nun trotz oder wegen des Fortschritts so? Denn Verbesserungen hat es durchaus gegeben.

Fluch und Segen des Fortschritts

Zum Beispiel in der Medizin. Wir leben länger denn je zuvor und es hat bei der Behandlung einiger Krankheiten erhebliche Fortschritte gegeben, zum Beispiel bei der Implantation künstlicher Hüftgelenke. Aber ist es tatsächlich eine Verbesserung, wenn wir Menschen ewig am Leben erhalten, auch auf Kosten der Lebensqualität - nur weil die technologischen Möglichkeiten das heute hergeben?

Höher, weiter, schneller
Nehmen wir die ganz alltäglichen Dinge des Lebens – unsere Lebensmittel. Praktisch alles wird industriell gefertigt und „veredelt“. Wären wir da nicht oft mit einem „Rückschritt“ besser bedient? Und wie ist es mit den technischen Errungenschaften? Dank moderner Fortbewegungsmittel können wir uns in wenigen Stunden von A nach B bewegen, wir kommunizieren mit der ganzen Welt - beinahe zum Nulltarif. Der Preis für diese Entwicklungen ist dennoch hoch: Unser Leben hat sich auf unmenschliche Weise beschleunigt, der Stress hat erheblich zugenommen und wir sind längst vollkommen abhängig von der Technik. Ein Fortschritt?

Wird die Menschheit klüger?

Sind wir wirklich so viel intelligenter als unsere Vorfahren, die Neandertaler? Es kommt wohl sehr darauf an, wie man Intelligenz definiert. Denn wir haben in genau dem Zeitraum, seit der IQ vor 110 Jahren zum ersten Mal gemessen wurde, so viel Schaden auf unserem Planeten angerichtet, wie niemals zuvor. Wir reizen alles Machbare aus - ob Atomkraft, Gentechnologie oder Informationstechnik. Und hinter der Fortschrittspropaganda steht selten „Klugheit“, sondern allzu oft nur das Profitstreben einiger weniger, die ihre Errungenschaften angeblich „zum Wohle der Menschheit“ verkaufen wollen. Gerade durch diese Art von Fortschritt haben unsere Chancen, katastrophal zu scheitern, eher zu- als abgenommen.

Und könnte echter Fortschritt nicht einfach darin bestehen, dass wir endlich lernen, liebevoller mit unseren Mitmenschen und der Natur umzugehen?

15 Kommentare

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Der Mensch hat sich in den letzten hunderttausend Jahren nicht verändert; nur das, was er geschaffen hat.
  • 19.03.2014, 10:41 Uhr
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Fortschritt nochmal! heute las ich 500 Menschen versuchten nach Europa rein zu kommen. Letztes Jahr waren es 40 000 Dunkelz. also sind es 80- 100 000 die Versucht haben rein zu kommen. Man weis nicht wieviel ertrunken erfrohren erschlagen, oder wegen Organentnahme ausgeweidet worden sind. Das sehe ich als einen totalen Rückschritt an. Die Menschheit steht an einem Scheideweg. Bedeutet es Fortschritt in diesem Jahr 200 000 in KZ.s zu sprerren. Und im nächsten Jahr 300 000. Und wann werden 1 millionen her kommen wollen. Wann werden wir beginnen alle die nach Europa rein wollen zu erschiessen? Fortschritt würde heissen keine Kopfschmerztabletten gegen Hunger, oder alte Klamotten und unverkäufliches Fleisch rüber zu schicken sondern unsere klügsten Köpfe die dort helfen das die Menschen wieder selber anbauen können.
  • 19.03.2014, 10:16 Uhr
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Deinem letzten Satz, Christine, stimme ich zu. Wie vielen der KommentatorINNen stimme ich auch zu: Auf den technischen Fortschritt, wie z.B. Waschmaschine etc. möchte ich keinesfalls verzichten. Ich habe auch schon mal Notwäsche für 2 Erw. u. 4 Kinder machen müssen. Oha, wenn ich mir vorstelle, das ein Leben lang...
Auch medzinisch hat sich vieles zum Guten gewendet. Ohne sie wäre ich mindestens schon 1x und 2 meiner Kinder wären unter der Geburt gestorben. Ich denke, das alles sind Errungenschaften, die nicht zu verteufeln sind.
Wie Du sagst, alles hat seinen Preis, das ist mit Sicherheit der unmenschlich gewordene Stress. Was das 'Verheizen' unserer sämtlichen Resourcen (Mensch u. Natur) angeht, so bezweifele ich stark, dass das so sein muss. Wie immer kann jede Forschung, jede Entdeckung und Erfindung zum Guten, genauso wie zum Üblen genutzt werden. Und hier liegt der Hund begraben! Gier und Neid sind eben auch Triebfedern v. Entwicklungen.
Wir müssen endlich lernen und akzeptiern,
  • 19.03.2014, 08:33 Uhr
dass für ALLE genug da ist. Die Verteilung funktioniert nicht. Soll wohl auch nicht funktionieren. Das hat nichs mit Gleichmacherei zu tun, od. dass den Besitzenden weggenommen werden soll. Es kann auch keine ewige Steigerung des Bruttosozialproduktes geben. Wie denn?
Hier zeigt sich, wie intelligent vor allem die Industrieländer sind, die sog. zivilisierte Welt, echten Wohlstand (zum guten Nutzen für Mensch u. Natur) zu schaffen. Und möglichst sofort!
  • 19.03.2014, 08:47 Uhr
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Soziale Kompetenz war dort in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, fast gar nicht.
Ich sehe heute noch einige Schulkameraden, die nicht nur im Sommer, auch im Winter barfuß in die Schule kamen.
Es gab kein Kindergeld. Bei den einen gab es 10 Kinder, bei den anderen 12 zu Hause.
Suppenküche gab es auch keine. Unsere Eltern haben uns den Umgang verboten. Also haben wir sie heimlich mitversorgt.

Einer von denen hatte Glück. Die Frau des Glasermeisters hat ihn zu sich genommen. Aber seine Geschwister haben weiter gehungert.

Sozial war damals nichts. Nicht die Kirche, nicht der Staat. Da ging es nur um sattwerden und Dach über dem Kopf.

Das hat sich zum Glück geändert. Eine gewisse soziale Absicherung ist im bescheidenen Rahmen überall vorhanden.

Dass alles eine andere Seite hat, sehe ich auch. Z.B. Die Wegwerfgesellschaft.
Und meine Kinder haben auch andere Werte, als ich. Das stimmt.
  • 18.03.2014, 21:58 Uhr
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Entwicklung ist nur sinnvoll in Richtung kultureller soziologischer und spiritueller Weise. Dem gegenüber steht die Grundlegende Verweigerung des Staates im Dienste der Gier, des Neides, des Hasses, der Maßlosigkeit, und jeder anderen Bösartigkeit derer vertierte Menschen fähig sind. Dem gegenüber steht aber auch die Willfährigkeit der Menschen. Ich tue alles für Geld ist die Devise! Egal was! Und deshalb funktioniert unser System nicht
  • 18.03.2014, 21:48 Uhr
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Ich würde sagen die Entwicklungen der letzten zehn Jahre bzw. 20 jahre haben uns entwicklungsgeschichtlich zumindestens hier in Deutschland zum Teil auf ein Stadium zurückgeworfen auf ungefähr das Jahr 1900. Die eine Hälfte der Bevölkerung kommt gut zurecht, und die andere Hälfte muss sehen wie sie zurecht kommt. Beispiel: Medizin medizinische Sachen die Geld bringen also der Pharmaindustrie Geld bringt wird bezahlt, und auch Operationen et cetera, aber zum Beispiel eine protetische Behandlung für Zähne muss man jetzt ja viel Geld bezahlen. Wenn das aber jemand nicht kann Pech gehabt. In meinem Bekanntenkreis erlebe ich sehr häufig dass bestimmte Medikamente nicht mehr verschrieben werden, und das bedeutet in jedem Fall ein Rückschritt
  • 18.03.2014, 21:45 Uhr
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Ist da nicht die Zeit gemeint, in dem es noch keine Waschmaschine gab. Zeit ohne Kühlschrank kann ich mich nicht erinnern. Aber die Zeit ohne TV, Telefon, kaum Autos auf der Strasse.
War diese besser?
Ich geniesse es heute von der Arbeit zu kommen und die Wohnung ist warm, weil die Heizung an ist.
An den PC zu gehen und mich mit meinen Kindern auszutauschen. (Über Telefon ist nicht so einfach)
Die Waschmaschine anzumachen, wenn die Wäsche schmutzig ist.
Den TV auszulassen, diese Freiheit habe ich. Das was mich interessiert informiere ich mich im Internet.

Ja, ich geniese den Fortschritt
  • 18.03.2014, 20:55 Uhr
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Zusammengefasst lese ich daraus:
Technik und Umstände sind moderner geworden, aber der Mensch ist nicht besser geworden. Dabei lehrt doch der Humanismus mit dem Glauben an das Gute im Menschen, dass genügend Bildung und Erziehung den Menschen bessern.
Aber Möglichkeiten dazu hatten und haben wir. Aber es hat den Menschen nicht von innen her verändert.
Heute wird mit viel Wissen und viel Technik moralisches Elend nicht gebessert, eher noch erweitert und feinsinniger praktiziert. Ob das aber nicht eher ein Rückschritt ist?
Und dann ist da die Frage des Gewissens, die aufgrund von Fortschritt eher zurückgedrängt wird, aber bei manchen doch irgendwann wieder hoch kommt, besonders wenn viel Notvolles geschah, z.B. bei dem Erfinder des russischen Schnellfeuergewehrs:
http://dorfpastors.blogspot.de/2014/...er-wer.html
  • 18.03.2014, 20:30 Uhr
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Fliessendes warmes und kaltes Wasser ist schon sehr angenehm.
  • 18.03.2014, 20:20 Uhr
Hi Klaus,
das hatten aber "die alten Römer" schon! Und die haben das Rad auch nicht neu erfunden

Liebe Grüße aus der Provinz
  • 18.03.2014, 20:26 Uhr
deswegen ist es mir genauso angenehm.
  • 18.03.2014, 21:23 Uhr
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Hi,
die Frage müsste besser lauten: was ist anders als früher?

Die Begleitumstände hierbei führen dann "zwangsläufig" auf aktuelle Erkenntnishorizonte, die Menge der Menschen auf unserem Planeten usw. - und irgendwann vielleicht auch zu "Einsichten" wie die von Günter Tisch.

Es bleibt zu hoffen, dass sich überall Toleranz als Synonym für den Ursprung von Verbesserung etabliert.

Liebe Grüße aus der Provinz
  • 18.03.2014, 18:12 Uhr
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