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Fränkische Osterbrunnen: Welche Bräuche kennen Sie rund um Ostern?

Fränkische Osterbrunnen: Welche Bräuche kennen Sie rund um Ostern?

Christine Kammerer
16.04.2014, 15:37 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Überall in Deutschland wird gerade zu traditionellen Festen wie Ostern altes Brauchtum gepflegt. Auch in Franken gehören viele Gepflogenheiten ganz selbstverständlich zum Jahreslauf, obgleich sie außerhalb der Region nur wenigen bekannt sind:



Viele kennen die Fränkische Schweiz als eine der landschaftlich reizvollsten Regionen Deutschlands. Sanfte grüne Hügel wechseln sich ab mit rauen Felsen und auf beinahe jedem von ihnen thront eine alte Ritterburg oder eine wildromantische Ruine erhaben über dem Land. Überall locken gastliche Wirtshäuser zu sagenhaft günstigen Preisen mit köstlichen Spezialitäten und die Anzahl der Brauereien ist so hoch wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Zur Osterzeit ist die Fränkische Schweiz noch um eine einzigartige Tradition reicher: Viele Dörfer schmücken ihre Brunnen kurz vor dem Fest in liebevoller Kleinarbeit festlich mit handbemalten Eiern und bunten Fichtengirlanden.

Wasser – Quell des Lebens
Wasser war in der kargen Hochebene des Fränkischen Jura ein wertvolles Gut. Die natürlichen Sammelstellen lagen am Grund der Täler und so schleppten die Menschen das kostbare Nass unter großen Mühen aus den Niederungen auf die Berge und Hügel. Für die Bewohner der höher gelegenen Dörfer war es eine spürbare Erleichterung, als schließlich um die Jahrhundertwende zum 20. Jh. hin nach und nach auch auf den Anhöhen Brunnen gebaut wurden. Mancherorts mussten bis zu hundert Meter tiefe Stollen gegraben werden, um an das Grundwasser zu gelangen. Die Brunnenanlagen, die so entstanden, wurden sorgsam gehegt und gepflegt, denn sie waren die Grundlage für das Überleben von Mensch und Tier und der Mittelpunkt des gesamten Dorflebens.

Eier - Symbol der Fruchtbarkeit

In harten Wintern mussten die Dorfbewohner in Franken nicht selten bis Ostern warten, bis der lebensspendende Quell wieder zu sprudeln begann. Dankbar begrüßten sie mit dem Frühling das Ende der dunklen und kalten Jahreszeit und zur Feier der Wiedereinkehr des Lebens im Dorf schmückten sie ihre Brunnen mit einem gebräuchlichen Symbol der Fruchtbarkeit: den Eiern. So entstand die Tradition der Osterbrunnen, die in Franken seit mehr als 100 Jahren gepflegt wird.

Das "Putzen" der Osterbrunnen

Die Dorfbewohner sammeln meist schon über das Jahr die ausgeblasenen Eierschalen von Gänsen, Enten und Hühnern, bemalen sie in unzähligen Arbeitsstunden feinsäuberlich und verzieren sie mit fantasievollen Ornamenten. Die Ostereier – rund 2.000 Stück pro Osterbrunnen - werden aufgefädelt und mit Fichtenzweigen zu Girlanden gebunden, um den Brunnenaufbau gewunden oder zu großen Kronen über dem Brunnen geflochten. Vielfach werden auch echte Blumen und Büschel aus bunten Papierbändern eingewebt, die aussehen wie Pinsel und daher im Fränkischen „Pensala“ genannt werden.

Jedes Dorf hat dabei seine ganz eigenen, charakteristischen Eigenheiten beim Schmücken der Osterbrunnen: während die einen den schlichten fränkischen Landesfarben rot und weiß den Vorzug geben, marmorieren andere die Eier oder verzieren sie mit kunstvollen Motiven auf weißem Grund. Geschmückt wird in der Zeit vor dem Karfreitag, die liebevoll dekorierten Osterbrunnen können dann noch zwei Wochen nach dem Fest beim „Brunnenschauen“ bewundert werden.

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie uns von den Eigenheiten, Sitten und Gebräuchen rund um das Oster-Fest in Ihrer Region mehr erzählen würden.

27 Kommentare

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das Osterfeuer und das Kleppern in der Eifel, die Kinder gehen am Ostersamstag mit einer Art Holzrassel rum und sammeln gefärbte Ostereier und/oder Schokoeier, um sie Kindern im Dorf zu schenken, die sonst keine hätten
  • 18.04.2014, 18:55 Uhr
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Für mich das Osterfeuer es gehört dazu... Ostersamstagabend...
Ostermorgen 6 Uhr Gottesdienst mit der Osterkerze das Licht in die Dunkelheit bringen mit der Auferstehung.Osterfrühstück Eier suchen...Ostersparziergang.
  • 18.04.2014, 10:33 Uhr
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Junge Mädchen sind in unserem Ort am Ostersonntag noch in der Morgendämmerung zu einer Quelle gelaufen, um Osterwasser zu holen Mit dem Osterwasser haben sie sich anschließend gewaschen, weil der "Zauber" des Osterwasser angeblich eben schön macht.
Sie durften während der ganzen Aktion nicht sprechen, sonst wäre es "Plapperwasser" geworden, ohne Wirkung.
  • 17.04.2014, 18:19 Uhr
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in meiner westf. heimat ist der osterräderlauf von lügde sehr bekannt. dort werden kreisförmigen drahtgeflächte, mit stroh umwickelt und von jungen bauernburschen angezündet, die von einem berg ins tal rollen.
  • 17.04.2014, 13:54 Uhr
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keine außer Osterwasser
  • 17.04.2014, 09:31 Uhr
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Meine Familie stammt aus Oberschlesien. Dort war es am Ostermontag Brauch, dass die Herren nach dem Kirchgang ihre Herzensdame oder weibliche Familienmitglieder mit Kölnisch Wasser bespritzten.
  • 17.04.2014, 09:17 Uhr
Bei uns wurde man in den Bach geschmissen oder mit einem Eimer Wasser gejagt. Ostermontag brauchte man keine Haare zumachen oder sich zu duschen, alles erst am Abend. gins
  • 18.04.2014, 17:36 Uhr
bei uns im Banat war es derselbe Brauch, Montag kamen die Jungen zu den Mädchen um sie mit Kölnischwasser zu bespritzen Am Abend musste man unbedingt die Haare waschen.
  • 18.04.2014, 17:47 Uhr
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den eintrag von - manuela selbstversorger - find ich mit der bemerkung - rollstuhlfuzzi - sehr daneben
  • 17.04.2014, 08:38 Uhr
ich nehme meine kritik den rollstuhlfahrer als fuzzi zu bezeichen nicht zurück.
das du im rollstuhl sitzen mußt, hast du soeben hier erst mitgeteilt.
dies tut mir von ganzem herzen leid.
es ist trotzdem geschmacklos und respektlos auch herrn schäuble als rollstuhlfuzzi zu bezeichnen.
  • 17.04.2014, 11:19 Uhr
Schäuble, ach her je, der wird es überleben.....
  • 17.04.2014, 13:23 Uhr
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Bei uns in der Gegend, genau gesagt in Schechingen gibt es einen Osterbrunnen. Mit über 11.000 echten Eiern vor dem historischen Rathaus. Nicht umsonst ist es einer der schönsten und größten Osterbrunnen in Baden-Württemberg: Auf den Straußen-, Gänse- oder Hühnereiern sind wahre Kunstwerke zu bewundern. Exakte Ornamente von kirchlichen Motiven, Österliches, Tiere aber auch ganze Themenbögen sind auf den, in liebevoller Handarbeit gestalteten, Eiern zu sehen. Wie zum Beispiel Werbeplakate aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Ganz neu sind die verschiedensten Briefmarkenmotive aus aller Welt sowie der 14 heiligen Nothelfer.
  • 16.04.2014, 21:35 Uhr
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Die Bayreuther Eierzertrümmerung:

1. Man nehme ein Ei vom Huhn oder ähnlichem Haustier, roh oder gekocht ist egal, klebe das Konterfei von Richard Wagner drauf und lasse einen Vorschlaghammer auf das wehrlose Ei niedersausen.

2. Ist kein Bild von Richard Wagner zur Hand, tun's die aktuellen Politiker auch. Die entsprechenden Konterfeis am besten aus der BILD-Zeitung ausschneiden.

3. Die Ausübung dieses Brauchtums ist nicht nur zu Ostern sondern ganzjährig (auch außerhalb Bayreuths) möglich.
  • 16.04.2014, 21:28 Uhr
das wort - rollstulfuzzi - finde ich sehr geschmacklos.
es gibt sehr viele kranke, hilflose menschen die im rollstuhl leben müßen.
den namen zu nennen wäre besser angebracht.
  • 17.04.2014, 08:25 Uhr
liebe rollstuhlfahrer...ihr seid für mich keine fuzzis.
die dummheit mancher menschen läßt zu wünschen übrig und für diese möchte ich mich bei euch entschuldigen...denn sie wissen nicht was sie tun.
  • 17.04.2014, 08:29 Uhr
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osterfeuer anzünden ,eierrollen und natürlich die jungen mädchen früh wasser vom brunnen holen ohne zu sprechen und nicht von jungs erwischen lassen war in den 60 iger jahren so und ist in thüringen noch aktuell
  • 16.04.2014, 21:08 Uhr
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