Auferstehung - Christus mit der Siegefahne
Auferstehung - Christus mit der SiegefahneFoto-Quelle: Bettina Marquis

Die Passion auf altbayrischen Grabkreuzen

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Die verwaschenen alten eisernen Grabkreuze des 18. und noch 19. Jahrhunderts, die sich trotz all der Widrigkeiten ihrer Bewahrung durch Grabmode und vor allem Witterungseinflüsse noch in Oberbayern und Tirol erhalten haben, stellen ein vielleicht unterschätztes Zeugnis der Volksfrömmigkeit dar.
Bäuerlich bunt, von Blumen und vor allem Rosen umrankt, erzählen sie ähnlich der Bauernmalerei an den Kästen im Haus vom tiefen Glauben der Menschen. Die Grabkreuze tragen nicht selten Darstellungen der Passion, da der Tod und seine Überwindung das Thema sind aller Lebenden, das Opfer des Heilands, sein Leiden, auch das seiner hochverehrten Mutter Maria. Dass Jesus als ein Mensch die Leiden aller akzeptiert und auf sich genommen hat, dass man es ihm vielleicht auch so gut es geht gleichtun will, dass man auf die schließliche Auferstehung hofft, all das wird auf diesen einfachen Tafeln thematisiert. Somit erzählen sie die Geschichte des Lebens und des Glaubens selbst.
Und Christus ist auch als der Auferstandene zu sehen, mit der Siegesfahne. Aufrecht tritt er dem Menschen entgegen, dem Verstorbenem, den Trauernden, allen, die das Kunstwerk selbst in der Gegenwart betrachten. Noch nach über zwei Jahrhunderten leuchten seine Wunden stark rot, wie der Maler sie auf das geschmiedete Kreuz aufgetragen, wie die Restaurateurin sie behutsam geborgen und aufgefrischt hat. Aber die Gestalt ist groß und vollständig, und hat die durchbohrten Hände segnend erhoben.

So rufen auch wir Ihnen den alten Ostergruß neu zu:

Er ist erstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Die Aufnahmen stammen von Grabkreuzen auf dem Friedhof der Wallfahrtskirche Tuntenhausen im Landkreis Rosenheim.

83104 Tuntenhausen auf der Karte anzeigen:
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