Charlie Chaplin als Tramp
Charlie Chaplin als TrampFoto-Quelle: P.D Jankens, gemeinfrei

Erst Star, dann Hartz IV - und dann?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Als "Der Bastian" eroberte Horst Janson sein Publikum. Er verdiente mit der Rolle viel Geld, eigentlich genug für ein ganzes und gutes Leben. Er wurde zum Star - und mittellos. Schulden im hohen 6-stelligen Bereich führten zur offiziellen Bankrotterklärung vor dem Amtsgericht in München. Als es zum öffentlichen Ende des Starlebens kam, lebten die Jansons schon zehn Jahre am Existenzminimum. Die ganze Familie litt, eine der Töchter wurde magersüchtig.

Horst Janson ist nur ein Beispiel für den Fall von ganz oben.


Es traf Hera Lind, die mit ihren Büchern erst Millionen verdiente und dann wieder verlor, weil sie sie - wie so viele andere Menschen - in Immobilien investierte, die sie ruinierten.

Man verdient viel in der Show- und Sportbranche. Als Promi lebt man ein Leben, von dem viele nur träumen können. Geld und rote Teppiche, Glamour- und Glitzerwelt, Einladungen zu besonderen Events und Promi-Boni schützen jedoch niemanden vor Fehlern und auch nicht vor falschen Freunden oder Ratgebern. Wohl im Gegenteil. Scheinbar losgelöst von den normalen Problemen und Sorgen des Alltags der meisten Menschen, entsteht ein Kokon, in dem man sich sicher fühlt. Oft zu sicher.

Das Erwachen aus dem Leben auf der Überholspur bedeutet meist nicht nur finanzielle Sorgen oder gar den Ruin, sondern auch das soziale Aus. Eine "Pleite" nimmt sich in der Welt der Stars und Sterne wahrscheinlich noch drastischer und dramatischer aus. Noch schneller als in anderen gesellschaftlichen Welten trennen sich dann wahre und falsche Freunde. Manche helfen, die meisten ziehen sich wortlos vor den Schuldenbergen zurück.

Der Weg zurück gelingt nur wenigen. Ingrid Steeger z.B. hat nach dem Leben mit Hartz IV eine neue Chance bekommen, Hera Lind konnte sich ebenfalls wieder etablieren. Andere schaffen es nicht mehr, sie leben von wenig Geld und dem Essen bei der Armentafel.

Erst Millionen und dann keinen Cent mehr?

Franz Trojan, Gründungsmitglied der Spider-Murphy-Gang, war Multimillionär. "Skandal im Sperrbezirk" und andere Hits machten ihn reich. Danach kamen Sex, Drugs, Rock'n'Roll, Obdachlosenheim, Wohnwagen, 60 Euro die Woche. Ein Neustart, der Weg aus Hartz IV in eine zweite Chance ist nicht nur eine Frage des Glücks. Es gehört viel Mut und Tatkraft dazu, sich der Wahrheit zu stellen und nach den Gefühlen der Scham und nach Einsicht in Fehlentscheidungen die Ärmel wieder hoch zu krempeln. Da geht es Pleite-Promis nicht anders als jedem von uns, dessen Leben in eine Schieflage gerät. Hilfe in jedweder Form von Freunden, Angehörigen, staatlichen Stellen oder Geschäftspartnern ist wichtig und ein erster Schritt. Danach ist jeder selbst gefordert, vor allem das Vertrauen in sich.

Charlie Chaplin hat es vorgemacht.


Chaplins Leben war ein stetes Auf und Ab. Von Kindheit an bis ins hohe Alter. Es gab riesige Erfolge und gigantische Tiefschläge. Er ist immer wieder aufgestanden. Offensichtlich nach dem Motto:

Ich habe es einmal geschafft, also schaffe ich es wieder. Wenn nicht heute, dann morgen.

Ich glaube, das ist die wichtigste Erkenntnis im Leben. Ob man nun ein Star ist oder war oder einfach nur ein ganz normaler Mensch und Held des Lebens.